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Brütende Ente erfreut Pflegeheimbewohner

Das Tier hatte sich einen Blumenkasten an einem Balkon des Ständehauses in Görlitz ausgewählt. Dann musste es umziehen.

Bewohnerin Ute Glitzky füttert die brütende Stockente auf ihrem Balkon im Seniorenzentrum "Am Stadtpark" im Görlitzer Ständehaus.
Bewohnerin Ute Glitzky füttert die brütende Stockente auf ihrem Balkon im Seniorenzentrum "Am Stadtpark" im Görlitzer Ständehaus. © Foto: privat

Ob es jedes Jahr die gleiche Ente ist? Bergit Kahl weiß es nicht. Stockenten sind schließlich ziemlich schwer auseinanderzuhalten. Klar ist nur: „Seit einigen Jahren brütet eine Wildente auf unserem Grundstück“, sagt die Inhaberin des Seniorenzentrums „Am Stadtpark“ im Görlitzer Ständehaus an der Dr.-Kahlbaum-Allee.

In den vergangenen Jahren saß die Stockente immer in einer Amphore – also einer antiken Vase – auf dem großen Balkon an der Straßenseite des historischen Gebäudes. Dieses Jahr hingegen hatte sie sich zunächst einen Blumenkasten am Balkon einer Bewohnerin im Neubau auf der Rückseite des Ständehauses ausgesucht. „Die Bewohnerin wollte allerdings keine Ente in ihrem Blumenkasten haben, sodass wir das Ei kurzerhand eine Etage tiefer gelegt haben“, berichtet Bergit Kahl.

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Hausmeister haben Kasten gebaut

Dort haben die Hausmeister auf die Schnelle anstelle des normalen Blumenkastens einen etwas breiteren Kasten gebaut und angebracht. Er sieht ein bisschen aus wie ein Fahrradkorb. „Wir hatten die Hoffnung, dass die Ente das Ei wiederfindet und es auch annimmt“, sagt die Heim-Inhaberin. Immerhin mussten ihre Mitarbeiter es ja mit den Händen anfassen, um es in die andere Etage zubringen. Nun freut sie sich: „Es hat alles super geklappt, die Ente brütet.“ Sie hat zu dem ersten Ei sogar noch neun weitere gelegt, sodass das Ständehaus auf zehnfachen Entennachwuchs hofft.

Diese Stockente brütet jetzt in einem Kasten an einem Balkon des Ständehauses in Görlitz.
Diese Stockente brütet jetzt in einem Kasten an einem Balkon des Ständehauses in Görlitz. © privat
In den vergangenen Jahren brütete die Ente immer wieder in einer Amphore auf dem großen Balkon an der Straßenseite.
In den vergangenen Jahren brütete die Ente immer wieder in einer Amphore auf dem großen Balkon an der Straßenseite. © privat
Auf diesem Bild vom Vorjahr hat die Ente mit ihrem Nachwuchs das Nest verlassen und ist im Garten unterwegs.
Auf diesem Bild vom Vorjahr hat die Ente mit ihrem Nachwuchs das Nest verlassen und ist im Garten unterwegs. © privat

Besonders begeistert ist Bewohnerin Ute Glitzky, denn es ist ihr Balkon, auf dem die Stockente ihre Eier ausbrütet. Offenbar hat das Tier keine Scheu: Es lässt sich von Ute Glitzky füttern. Andere Bewohner schauen auch gern mal nach der Ente, aber wegen der Corona-Bestimmungen können sie nicht alle ins Zimmer von Frau Glitzky kommen. In den anderen Jahren hatten sie es leichter: Bei den Beschäftigungsangeboten konnten sie die Ente in der Amphore direkt vom Saal aus beobachten.

Küken springen in die Freiheit

Und wie kommen die Küken später in die Freiheit? „In den Vorjahren war das ganz einfach“, sagt Bergit Kahl. Die Mutter ist nach unten auf die Wiese geflogen – und die Küken sind einfach hinterher gesprungen. Ihr Gefieder sei so weich, dass sie den Fall so problemlos überstehen wie ein Federknäuel – und anschließend munter der Mutter hinterherwatscheln.

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