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Weißwasser

Sensationsfund an Rakotzbrücke

Während der Sanierung der Grotte in Kromlau stießen Experten aus Dresden auf Teile einer einst mannshohen Herkules-Figur.

Rakotzbrücke im Kromlauer Park
Rakotzbrücke im Kromlauer Park © SZ Archiv

Von Sabine Larbig

Kromlau. Beim Kartieren, Nummerieren und Abtragen der Steine der vor Jahrzehnten zusammengebrochenen Grotte stießen Restaurierungsspezialisten auf Fragmente einer Sandsteinfigur. Wie inzwischen herausgefunden wurde, handelt es sich bei der Figur um Herkules, einen Helden aus der griechischen Mythologie.

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Bürgermeister Dietmar Noack freut sich ebenso wie die Experten der mit der Sanierung von Grotte und Stelen im Rakotzsee beauftragten Dresdner Firma über den Fund. Es ist nicht die einzige Sagenfigur, die in der Parkgestaltung ihren Platz fand. Zudem rechnete man damit, bei der Restaurierung irgendetwas Besonderes in den Steinhaufen zu finden. Denn laut Bürgermeister Noack war von einem um 1900 entstandenen Foto bekannt, dass im Inneren der Grotte einst Figuren standen. Um welche es sich handelte, sei wegen der Fotoqualität aber nicht erkennbar gewesen. „Ich freue mich daher sehr, dass der Fund, bei dem es sich laut Experten um Herkules handelt, doch so sensationell ist.“

Gefunden wurde bisher der Torso der Sandsteinfigur, der Teile des Kopfes, um eine Keule verschlungene Arme und eine Löwentatze darstellt. Jene untrüglichen Zeichen, mit denen der antike Held in Saggen und Mythen dargestellt wird. Nun hoffen die Restaurierungsexperten und der Bürgermeister, dass sich weitere Teile der Figur finden. Daher wird nun sogar der Bauschutt ausgesiebt.

Ob die Figur anhand der Fragmente wieder aufgebaut und zurück zum einstigen Originalstandplatz findet oder ob die Fundstücke in Kromlau ausgestellt werden, ist derzeit offen. „Ich kann noch nicht sagen, was passiert“, so Dietmar Noack. Fest stehe jedoch, dass der Fund des Herkules einen gebührenden Platz auf der Bautafel des Rakotzensembles erhalten wird. Denn die Tafel wird bis Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen stetig erweitert.

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Während die gefundenen Teile des Herkules bereits in der Landeshauptstadt weiteruntersucht werden, gehen in Kromlau die Arbeiten an Wiederaufbau und Sanierung von Basaltsteingrotte und dem Stelenensemble „Orgel“ in die nächste Etappe. Laut Noack seien die Stelen bereits gesichert und mit Seilen verspannt, damit sie nicht umfallen und Fundamente um sie herum gegossen werden können. Parallel erfolge der Grottenaufbau. „Alle Arbeiten laufen planmäßig. Wir hoffen, spätestens zum Park- und Blütenfest im kommenden Jahr die Grotte feierlich eröffnen zu können. Die Stelen werden jedoch viel eher fertig saniert sein“, blickt Bürgermeister Dietmar Noack voraus.

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