merken
PLUS

Sensoren-Spezialist in Kamenz baut an

Die Messelektronikfirma Velomat erweitert außerdem den Maschinenpark. Das schafft Arbeitsplätze.

Von Frank Oehl

Eigentlich sollte die neue Produktionshalle der Velomat Messelektronik GmbH bereits Ende März eingeweiht werden. Nun, ein Blick auf die tief verschneite Landschaft auch am Schwarzen Weg in Kamenz macht deutlich, dass dieser Termin nicht zu halten sein wird. Aber, was angesichts des Winterwetters auch mal länger währt, soll und muss gut werden. Bald, so hoffen die Sensorenhersteller, wird die Betriebserweiterung vollzogen. Sie ist nötig, denn das Geschäft läuft gut und soll noch besser laufen. Das sahen jetzt Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt, Landtagsabgeordneter Aloysius Mikwauschk (beide CDU) und der Chef der Sächsischen Aufbaubank Stefan Weber ebenso. Deren Rundgang auf dem glatten Betriebsgelände brachte den einen oder anderen kurz zu Fall. Das Velomat-Projekt selbst aber steht offenbar auf sicheren Füßen. Die SZ stellt es näher vor:

Anzeige
Jetzt Ausbildung mit Herz sichern
Jetzt Ausbildung mit Herz sichern

Endspurt - jetzt geht es um alles! Denn das Ende der Schulzeit rückt in greifbare Nähe und damit auch die Chance auf einen der heiß begehrten Wunschausbildungsplätze.

Velomat-Techniker Marc Lehmann arbeitet an einer Prüfmaschine für Kraftsensoren, die zur Überwachung von Kränen nötig sind. Auch in diese Technik wird investiert.
Velomat-Techniker Marc Lehmann arbeitet an einer Prüfmaschine für Kraftsensoren, die zur Überwachung von Kränen nötig sind. Auch in diese Technik wird investiert.

Messelektronik made in Kamenz

wird in aller Welt eingesetzt

Die Velomat Messelektronik GmbH produziert seit mehr als 22 Jahren spezielle Kraftmesstechnik – also Sensoren, elektronische Baugruppen, Steuerungen und Geräte, die von diversen Abnehmern in deren Produkte eingebaut werden und der Material- und Arbeitssicherheit dienen. Etwa 15 bis 20 Prozent der in hochqualifizierter Manufakturarbeit hergestellten Komponenten gehen direkt in den Export, ein weitaus größerer Teil natürlich über die Produkte der Auftraggeber selbst. Die Investgüterproduktion am Schwarzen Weg ist auch auf kleinere Serien ausgelegt. Entwicklungsleiter Thomas Deutscher: „Wir forschen auch selbst an neuen Lösungen in der Kraftmesstechnik.“ Dafür werde ein intensiver Kundenkontakt gepflegt.

Die Velomat GmbH will auch an

größere Auftragsserien und erweitert

Das Geschäft läuft bei einem Jahresumsatz von etwas mehr als zwei Millionen Euro nicht schlecht. Es gibt aber durchaus den Trend zu größeren Auftragsserien, die die Velomat GmbH bedienen könnte. Die Räume im jetzigen Gebäude, in das in 20 Jahren etwa drei Millionen Euro geflossen sind, reichen aber nicht mehr aus. Deshalb hat die Firma noch einmal zwei Millionen Euro in die Hand genommen. Sie werden für eine neue Produktionshalle, die ans bisherige Gebäude anschließt, und in die Erweiterung des Maschinenparks ausgegeben. Insbesondere auch für Prüftechnik.

Die neue Halle mit 800 Quadratmetern

schafft Spielraum für die Zukunft

Milbradt, Mikwauschk und Weber waren beim Rundgang einigermaßen überrascht von der Größe des Velomat-Neubaus. Er weist in der Tat über den bisherigen Manufakturbetrieb weit hinaus. Die 800 Quadratmeter Hallenfläche schaffen Platz für mehrere Abteilungen, die selbst erweitert werden können. Deutscher: „Potenzielle Kunden, die mit uns größere Aufträge abwickeln wollen, haben uns darin bestärkt.“ Die Halle sei auf Weitsichtigkeit gebaut, auch, was die Schaffung weiterer Arbeitsplätze in Kamenz betrifft.

Qualifizierte und geschickte Arbeitskräfte sind weiter gefragt

Bislang sind bei der Velomat 30 Leute in Lohn und Brot. Die Investition ziele auch auf Neueinstellungen, bestätigt Deutscher. „Eine Steigerung um etwa 20 Prozent ist vorgesehen.“ Bislang habe man keine Probleme gehabt, geeignete Leute zu finden. Fast alle Mitarbeiter stammen aus der Region. Neben kreativen Ingenieuren und Technikern sind vor allem Arbeitnehmer mit feinmotorischen Fähigkeiten gefragt. Der Zusammenbau der Sensorenkomponenten oder auch das feuerfeste Vergießen der Messtechnik verlange nach geschickten Händen. Die Qualitätsarbeit der Mitarbeiter bleibe auch in Zukunft das wichtigste Aushängeschild. Thomas Deutscher hoffe in diesem Zusammenhang darauf, dass auch von politischer Seite her eine Image-Kampagne für Qualitätsarbeit aus Sachsen angeschoben wird. „Immer wieder hängt uns bei Kunden das Image eines Billigproduzenten aus dem Osten an.“ Dies beeinflusse auch die Wertschöpfung negativ.

Velomat-Führung wünscht sich

einen stabileren Internetzugang

Ein Manko fürs Geschäft besteht freilich auch vor Ort. Der Entwicklungsleiter beklagte die Internetverbindung. Das LTE-Angebot mit einem Funkmast in der Nähe sei nicht stabil genug, vor allem bei schlechtem Wetter. „Und eine eigene Standleitung ist viel zu teuer.“ Landtagsabgeordneter Mikwauschk verwies auf ein Förderprogramm „Digitales Sachsen“, das in Arbeit sei. OB Roland Dantz kennt das Thema, „das uns dennoch etwas überrascht hat“. Gerade mit Blick auf das angrenzende Gewerbegebiet an der Windmühle und die erhoffte Erweiterung am Ochsenberg wolle die Stadt den weiteren Bedarf ermitteln und gegebenenfalls behilflich sein.

Auf ein Wort