merken
PLUS Radebeul

Sensoren zeigen Parklücken in Echtzeit an

Der Verkehrsverbund Oberelbe hat P+R-Parkplätze in Radebeul mit Sensortechnik ausgestattet. Sie hilft bei der Suche nach einem freien Stellplatz.

Der batteriebetriebene Sensor liegt fast unscheinbar relativ mittig auf einer Parkfläche auf der Park+Ride-Anlage an der Mittelstraße südlich des Bahnhofs Radebeul-Ost. Er überträgt an den VVO, ob der Stellplatz frei oder durch ein Auto belegt ist.
Der batteriebetriebene Sensor liegt fast unscheinbar relativ mittig auf einer Parkfläche auf der Park+Ride-Anlage an der Mittelstraße südlich des Bahnhofs Radebeul-Ost. Er überträgt an den VVO, ob der Stellplatz frei oder durch ein Auto belegt ist. © Norbert Millauer

Radebeul. Der Pendlerparkplatz südlich des Bahnhofs Radebeul-Ost ist beliebt. Die Stellflächen sind fast immer mit Fahrzeugen belegt. Oft ist die Suche nach einer Parklücke vergeblich. Ob sich das Ansteuern der Park+Ride-Anlage an der Mittelstraße lohnt oder ob man mit seinem Pkw gleich nach einer Alternative im Umfeld der Garten- oder Hauptstraße sucht, können Pendler nun immer aktuell auf der Internetseite des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) nachlesen.

Der VVO hat ein Pilotprojekt zur Auslastung von P+R-Stellflächen rund um Dresden gestartet. Ziel ist die Information über freie Parkmöglichkeiten zu verbessern. Von den zehn Pilotparkplätzen befinden sich zwei in der Lößnitzstadt. Es handelt sich um die Stellplatzanlagen am S-Bahnhaltepunkt Weintraube in Radebeul-Mitte sowie die bereits erwähnte in Ost.

Anzeige
So schön ist die Porzellan- und Weinstadt
So schön ist die Porzellan- und Weinstadt

Meißen hat zahlreiche Facetten: Lernen Sie Ihre Stadt näher kennen und erfahren Sie, was dieser Ort Ihnen alles zu bieten hat. Das und mehr auf Meißen. Lokal

Im Rahmen des Projekts ließ der VVO in seinem Verbundgebiet insgesamt 724 einzelne Stellplätze mit batteriebetriebenen Sensoren ausstatten. Entwickelt hat sie das Nürnberger Start-up-Unternehmen „Smart-City-System“. 

Jeder Sensor übermittelt in Echtzeit an den VVO, ob ein Stellplatz belegt ist oder nicht. Die Daten werden sofort in einer Karte auf der VVO-Internetseite sowie in der Fahrplanauskunft angezeigt. „Damit sehen die Fahrgäste schon, wenn sie beispielsweise eine Verbindung ab dem Bahnhof in Radebeul-Ost abrufen, ob es dort noch freie Plätze gibt“, sagt Stefan Gerstenberg, Projektverantwortlicher im VVO. 

Zudem erhält der VVO damit detaillierte Daten über die durchschnittliche Parkdauer sowie über die Zeiten hoher Nachfrage, so dass er seine P+R-Stellflächen zwischen der Staatsgrenze zu Tschechien im Süden, der Landesgrenze zu Brandeburg im Norden, der Stadt Nossen im Westen und Hoyerswerda im Osten zielgerichtet weiterentwickeln kann.

Die kostenlosen Stellflächen auf der P+R-Anlage in Radebeul-Ost sind oft komplett belegt.
Die kostenlosen Stellflächen auf der P+R-Anlage in Radebeul-Ost sind oft komplett belegt. © Norbert Millauer

Neben den beiden P+R-Flächen in Radebeul hat der VVO im Rahmen der Pilotphase die Anlagen in Arnsdorf, Radeberg und Ottendorf-Okrilla Süd sowie die Plätze in Dürrröhrsdorf, Pirna, Heidenau und die zwei Freitaler P+R-Anlagen in Deuben und Hainsberg mit der Sensortechnik ausgestattet. Die Investitionssumme für die zehn Plätze beträgt insgesamt rund 188.000 Euro. Das Projekt hat das Bundesverkehrsministerium aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft 2017-2020“ mit 92.000 Euro bezuschusst.

Sensortechnik auf allen P+R-Flächen

Der VVO strebt perspektivisch an, in den kommenden Jahren alle P+R-Plätze im gesamten Verbundgebiet mit Sensoren auszustatten. Bereits im vergangenen Jahr ging der neue Parkplatz beim Coswiger Bahnhof mit dieser Technik in Betrieb. Noch in diesem Jahr soll die Installation von Sensoren an den zwei P+R-Plätzen in Meißen-Triebischtal und am Bahnhof Meißen erfolgen.

Wie aus der jüngsten Verkehrsuntersuchung „System repräsentativer Verkehrserhebungen“ (SrV) der TU Dresden hervorgeht, legen Radebeuler jeden achten Weg mit Bus oder Bahn zurück. Damit nehmen sie den Spitzenplatz in der Region rund um die sächsische Landeshauptstadt ein, was das Nutzen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) betrifft.

In der Studie erheben Wissenschaftler aller fünf Jahre das Verkehrsverhalten in deutschen Städten. Für Dresden werden Daten seit 1972 erfasst. Seit 2003 beteiligt sich der VVO mit ausgewählten Kommunen aus der Region an der Untersuchung. Die Ergebnisse der Studie dienen der künftigen Planung des Nahverkehrsnetzes und zeigen zudem an, ob die bisherigen Strategien und Investitionsvorhaben erfolgreich waren.

Bei der Erhebung werden Haushalte unter anderem dazu befragt, welche Wege sie mit welchen Verkehrsmitteln zurücklegen. Danach erledigen Radebeuler zu rund 52 Prozent aller ihrer Wege mit dem sogenannten motorisierten Individualverkehr, also Auto, Motorrad oder Moped. Es folgen zu Fuß (20 Prozent), Rad (17 Prozent) und wie bereits erwähnt der ÖPNV (zwölf Prozent).

Bei der Untersuchung wird auch gefragt, wer in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal mit Bus oder Bahn gefahren ist. Laut SrV gaben dies 91 Prozent der Befragten in Radebeul an. Damit waren neun Prozent ÖPNV-Totalverweigerer im zurückliegenden Jahr. Das ist ebenfalls der höchste beziehungsweise niedrigste Wert bei den Umlandkommunen von Dresden.

 Zum Vergleich: In Freital/Tharandt gaben 84 Prozent, in Coswig 81 Prozent, in Heidenau 79 Prozent und in Meißen 77 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Jahr mit Bus oder Bahn unterwegs zu sein. Schlusslicht bildet mit 55 Prozent Bautzen bei den 13 an der Studie im Speckgürtel von Dresden beteiligten Städten. 

Insgesamt wurden über 6.000 Haushalte rund um die sächsische Landeshauptstadt befragt.

Seit zehn Jahren gibt es auf dem Park+Ride-Platz am Bahnhof-Ost 33 Stellflächen, weitere 17 Stellplätze sind Anwohnern vorbehalten. Über 100.000 Pkw-Fahrten haben die Pendler, die dort ihr Auto abstellen und in die Bahn umsteigen, seit der Einweihung eingespart.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radebeul