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Sensortechnik im Aufschwung

Das Unternehmen hat seinen Umsatz um 15 Prozent gesteigert. Um den zu halten, braucht die Firma Fachkräfte.

Von Maria Lotze

Messtechnik und Sensoren aus Meinsberg sind gefragt. Um 15 Prozent habe die Sensortechnik Meinsberg ihren Umsatz gesteigert, sagt Geschäftsführer Jens Köhler. Grund dafür ist zum einen die Übernahme einer Produktionslinie von einer Schwesterfirma innerhalb der Xylem-Gruppe, zu der die Sensortechnik seit 2011 gehört. Aber auch die stärkere Vernetzung in der Gruppe habe zur Steigerung des Umsatzes beigetragen, so Köhler, der seit Anfang des Jahres an der Spitze des Meinsberger Unternehmens steht. Genaue Umsatzzahlen nennen, will der Chef aber nicht.

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Dank der guten Auftragslage – die Kunden sitzen in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern sowie in Asien – muss die Sensortechnik ihren Firmensitz umgestalten. Noch für dieses Jahr ist geplant, einen neuen Versand aufzubauen sowie ein Labor mit moderner Lüftungstechnik einzurichten. Hinzu kommen die regelmäßigen Investitionen in Maschinen und Werkzeuge.

Um der guten Nachfrage nachkommen zu können, benötigt Köhler jede spezialisierte Fachkraft. Zu Hochzeiten unterstützen ehemalige Kollegen, die bereits im Ruhestand sind, als geringfügig Beschäftigte das Team. Zum Problem wird für den Chef die Rente mit 63 Jahren. Bis zu vier Fachkräfte werden in den kommenden Jahren früher in den Ruhestand gehen, befürchtet Köhler. Nachwuchs für die Forschung und Produktion zu finden, ist auch für das Meinsberger Unternehmen nicht leicht. Die speziell ausgebildeten Fachkräfte sind auf dem Markt nicht zu finden. Aus diesem Grund bilden die Meinsberger ihren Nachwuchs selbst aus. In diesem Jahr haben erstmals zwei Azubis eine Lehre bei der Sensortechnik begonnen. Obwohl die Ausbildung das Unternehmen vor allem Zeit und Geld kostet. Denn während der Lehrzeit können die Azubis in der Produktion noch nicht mitarbeiten. „Die dreijährige Ausbildung ist für uns ein Zuschussgeschäft. Im Anschluss werden die Schüler noch mal für ein bis zwei Jahre in der Sensortechnik geschult“, erklärt Köhler.

Bis zu acht Anwärter hatten sich bei dem Geschäftsführer um den einen ausgeschriebenen Ausbildungsplatz beworben. Deutlich mehr, als in den Vorjahren. Weil dieses Mal unter den Bewerbern mehrere in Frage kamen, hat sich Köhler für zwei Stellen entschieden. Ein wichtiger Faktor bei der Einstellung der Azubis: die Nähe zum Arbeitsort. Jan Buschmann wohnt nur etwa 200 Meter vom Firmensitz entfernt. Natalie Dietrich lebt in Mittweida. Lange Arbeitswege will Köhler vermeiden, damit die Fachkräfte später nicht aus diesem Grund den Arbeitsplatz wechseln. Schon jetzt kommen die meisten der rund 35 Mitarbeiter aus der Region.

Vor dem Beginn der Ausbildung haben die Azubis Jan Buschmann und Natalie Dietrich beim Probearbeiten geschaut, ob ihnen der Beruf liegt. „Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes machen und zwar Mediendesign“, sagt Dietrich. Jan Buschmann hat in der Firma ein Praktikum absolviert und in den Ferien gearbeitet. Bereits das zweite Lehrjahr begonnen hat Sandra Ananias. Die 21-Jährige ist über das Arbeitsamt auf die Stelle aufmerksam geworden. Alle drei werden von Ausbilder Hans-Holger Zimmer unterrichtet. Seit 40 Jahren ist er für den Nachwuchs der Sensortechnik zuständig. Die Theorie lernen die Azubis am Berufsschulzentrum in Ilmenau.

Bis 1989 wurden in dem Unternehmen an der Zschopau jedes Jahr zwei oder drei Glasapparatebauer ausgebildet. „Dann gab es keinen Bedarf mehr“, so Zimmer. Seit 2000 hat das Unternehmen die Ausbildung wieder aufgenommen.