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Serieneinbrecher zu Haftstrafe verurteilt

Als sich ein Tscheche im August im Sohlander Bauhof zu schaffen machte, wurde er geschnappt – längst nicht seine einzige Tat.

Von Stefan Schramm

Es ist tiefste Nacht, als der 35-jährige Tscheche Vladimir K. und sein drei Jahre jüngerer Komplize im August 2014 auf das Gelände des Bauhofs der Gemeinde Sohland eindringen. Sie schlagen unter anderem ein Fenster ein, wollen Werkzeug und Autos klauen. Doch daraus wird nichts: Ein stiller Alarm geht los und macht einen Zeugen auf das Duo aufmerksam. Als die alarmierte Polizei wenig später eintrifft, verstecken sich die beiden Männer. Mehrere Streifen durchsuchen das Areal und entdecken die Tschechen schließlich. Die Beamten nehmen sie vorläufig fest. Gegen Vladimir K. ergeht kurz darauf ein Haftbefehl.

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Nach Deutschland fahren, einbrechen und das Diebesgut auf schnellstem Wege ins Heimatland bringen, um es zu verkaufen. Das war die übliche Vorgehensweise des Mannes aus Schönlinde (Krásná Lípa), der sich jetzt vorm Amtsgericht Bautzen zu verantworten hatte. Mit wechselnden Komplizen hatte er elf Diebstähle begangen; jeweils in besonders schwerem Fall, da er sich zu den Tatorten mit Gewalt Zutritt verschaffte und gewerbsmäßig handelte.

Los ging die Einbruchserie, nachdem Vladimir K. im März 2013 aus einem tschechischen Gefängnis entlassen worden war. Dort hatte er nach eigenen Angaben eine achtjährige Haftstrafe absitzen müssen, da er 100-Euro-Scheine im Gesamtwert von 50 000 Euro gefälscht hatte. Als er auf freien Fuß kam, sei der in Tschechien 13-fach vorbestrafte Mann obdach- und zudem völlig mittellos gewesen. Also knüpfte er nahtlos an seine kriminelle Karriere an. Im Juni 2013 stahl er vom ehemaligen Lautex-Gelände in Ebersbach einen alten Lkw und brachte ihn in Tschechien für 8 000 Kronen (rund 290 Euro) an den Mann. Einen Monat später ließ er bei OKA Büromöbel in Neugersdorf unter anderem zwei Gabelstapler, einen Lkw, einen Tresor, Werkzeug sowie Computer im Gesamtwert von 70 000 Euro mitgehen. Zudem brach er in Lagerhallen, Kfz-Werkstätten und Garagen ein und erbeutete dort Diverses vom Fön bis zum Auto. Im Juni 2014 erwischte die tschechische Polizei Vladimir K. in Rumburk in einem vier Tage zuvor in Neugersdorf geklauten Toyota Supra im Wert von 60 000 Euro, ließ ihn aber wieder auf freien Fuß, weshalb er noch einige weitere Taten begehen konnte.

Vor Gericht legte er ein umfassendes Geständnis ab. Schon bei der Polizei hatte K. kooperiert und Namen der – zwischenzeitlich teils schon verurteilten – Komplizen genannt. Das Geschehene tue ihm leid, sagte er. Angesichts des Gesamtschadens von rund 300 000 Euro kannte Richter Dr. Dirk Hertle aber keine Gnade und verurteilte ihn zu drei Jahren Haftstrafe.

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