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Service am Schalter muss erhalten bleiben

über den Ticketverkauf im Bautzener Bahnhof

Sebastian Kositz

Erst geriet die Oberlausitz bei der Bahn aufs Abstellgleis, jetzt hat der einstige Monopolist im Schienenverkehr auf den Strecken nach Görlitz und Zittau plötzlich selbst ausgedient. Der zuständige Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) musterte bei der jüngsten Ausschreibung die Züge der Bahn aus, gab stattdessen einem privaten Unternehmen den Vorzug. Kostet den Steuerzahler weniger, gleichzeitig verspricht der neue Anbieter mehr Komfort und Service. So einfach funktioniert die Marktwirtschaft.

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Doch die alten Mechanismen des Bahnmonopols sind durch die Liberalisierung keineswegs restlos beseitigt worden. Im Fernverkehr steht die Bahn auch weiterhin so gut wie ohne Konkurrenz da. Die Vogtlandbahn fährt zwar künftig von Bautzen nach Dresden, doch wer von dort mit dem Schnellzug nach Leipzig weiter möchte, muss wieder auf die Deutsche Bahn umsteigen – und braucht dazu die entsprechende Fahrkarte.

Im schlimmsten Fall hätte die sich der Reisende künftig in Dresden am Schalter der Bahn kaufen müssen. Ein unschöner Umstand. Deshalb ist es richtig, dass alle Beteiligten jetzt im Sinne der Fahrgäste eine Lösung gefunden haben. Um wettbewerbsfähig zu sein, muss Bahnfahren so attraktiv wie möglich bleiben. Und dazu gehört auch der Service am Schalter.