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Federweißermeile diesmal anders

In den letzten Jahren kamen tausende Besucher nach Diesbar-Seußlitz. Wegen Corona wären diese Menschenmassen nicht beherrschbar. Es gibt eine Lösung.

Katharina Lai am Brunnen ihrer kleinen Weinwirtschaft am Fuße des Seußlitzer Schlosses.
Katharina Lai am Brunnen ihrer kleinen Weinwirtschaft am Fuße des Seußlitzer Schlosses. © Jörg Richter

Diesbar-Seußlitz. Corona hin oder her. Die meisten Menschen lieben die Geselligkeit, brauchen sie wie die Luft zum Atmen. Die Federweißermeile in und um Diesbar-Seußlitz ist der Beweis dafür. Bereits zum 21. Mal soll sie in diesem Jahr stattfinden. Doch wegen der Corona-Einschränkungen für das öffentliche Leben war lange nicht klar, ob das beliebte Volksfest überhaupt stattfinden kann.

"Leute haben uns immer wieder darauf angesprochen, ob es in diesem Jahr eine Federweißermeile  gibt", sagt Katharina Lai, die Vorsitzende des Tourismusvereins Sächsische Elbweindörfer. Und auch im Verein selbst sind sich die Mitglieder einig: "Es kann nicht sein, dass wir nichts tun."

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Deshalb haben sie eine Idee: Aus der Federweißermeile wird die Federweißerzeit. Der Jahreshöhepunkt soll nicht nur an einem Wochenende die Besucher nach Diesbar-Seußlitz, Niederlommatzsch und Löbsal locken, sondern den gesamten September! Damit soll der Besucherstrom verteilt werden. 

Programm soll Mitte Juli stehen

Anstatt nur wie geplant vom 11. bis 13. September sämtliche Gasthäuser, Weinkeller und Besenwirtschaften zu öffnen, sollen Wirte und Winzer den ganzen Monat kleinere Veranstaltungsangebote machen. Ein entsprechendes Rahmenprogramm wird derzeit zusammengestellt und soll Mitte Juli als Flyer und auf der Internetseite des Vereins erscheinen. 

"Wir schweben noch immer unter den Damokles-Schwert der Beschränkungen für Großveranstaltungen", sagt Katharina Lai. Und das wird sich so schnell nicht ändern. Erst recht nicht, nachdem sich die Bundesregierung und Länder darüber geeinigt haben, das Verbot für Veranstaltungen ab 1.000 Leute bis auf Ende Oktober zu verlängern.  

Der Hauptschwerpunkt der Federweißerzeit soll nach wie vor auf dem zweiten Septemberwochenende liegen. "Da werden auf alle Fälle alle Wirte und Winzer mitmachen", so Katharina Lai. Es gebe schon ganz viele Anmeldungen für Übernachtungen. Allerdings muss jedes Wirtshaus und jede Besenwirtschaft selbst Sorge dafür tragen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.

"Als Verein können wir das nicht alles kontrollieren", sagt die ehemalige sächsische Weinkönigin. "Wenn hier 8.000 Leute durch den Ort strömen, können wir nicht überall sein." Sie ist optimistisch, dass durch die zeitlich entzerrte Federweißermeile die Elbweindörfer links und rechts des Flusses trotz der Corona-Pandemie belebt werden.

Konkurrenz zum "Sommer der offenen Weingüter"?

Offenbar die gleiche Idee hatte der Tourismusverband Elbland Dresden. Er hat den "Sommer der offenen Weingüter" ausgerufen. Statt einzelner großer Weinfeste sollen die Weingüter entlang der Elbe mit mehreren kleineren Angeboten auf sich aufmerksam machen. - Ist das Konkurrenz zur hiesigen Federweißerzeit im September? "Nein, im Gegenteil", sagt Katharina Lai. "Das ist eine genauso schöne Sache. Es geht doch letztlich darum, dass Gäste kommen und wissen, da ist was los." 

Doch eines stört die Vorsitzende des Tourismusvereins Sächsische Elbweindörfer sehr: Die Fähre zwischen Niederlommatzsch und Diesbar-Seußlitz fährt nicht. Sie sollte eigentlich bis Mitte Juni repariert sein. "Die Leute, die über die Elbe wollen, sind verärgert", erzählt Katharina Lai. 

Auch die Schaufelraddampfer der Weißen Flotte fahren nur noch bis Meißen und haben Diesbar-Seußlitz in diesem Jahr aus ihrem Tourenplan gestrichen. Wohl auch wegen der drohenden Insolvenz. "Das kommt alles auf den Tourismus zurück", befürchtet sie. 

Immerhin soll die Straßenbaustelle, die Diesbar-Seußlitz seit Monaten von beiden Seiten zur Sackgasse macht und von der Außenwelt etwas abschneidet, Ende Juli fertig sein. 

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