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Sex-Täter wird angeklagt

Der 33-jährige Riesaer konnte erst jetzt verhaftet werden, weil er im Ausland arbeitet. Im Herbst soll er vier Mädchen belästigt haben.

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Von Thomas Riemer

Der 33-jährige Riesaer, der im Frühherbst 2007 vier Oschatzer Mädchen belästigt haben soll, muss mit einer Anklage wegen sexuellem Missbrauch von Kindern sowie Amtsanmaßung rechnen.

„Wir sind dabei, die Ermittlungen abzuschließen“, sagte Ricardo Schulz, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, am Freitag auf SZ-Anfrage. Die Behörde ist für den Fall zuständig, weil der Tatort Oschatz zu ihrem Amtsbereich gehört. Amtsanmaßung sei ein Anklagepunkt, weil der Mann sich als Polizist ausgegeben hatte, um sich das Vertrauen der zehn- und elfjährigen Mädchen zu ergattern, so Schulz.

Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Schon im Oktober war gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden. „Danach haben wir nach ihm gefahndet“, so Ricardo Schulz. Da der 33-jährige aber im Ausland arbeite, konnte er erst jetzt festgenommen werden, als er den Jahreswechsel in der Heimat verbringen wollte. Er sei inzwischen dem Haftrichter vorgeführt worden, „hat sich aber noch nicht geäußert“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In sächsischen Polizeikreisen ist der Mann offenbar einschlägig bekannt. Zwar sei er noch nie durch Sexualverbrechen aufgefallen. SZ-Informationen zufolge hat er aber ein langes Vorstrafenregister. Insbesondere Diebstähle und Einbrüche gehen seit 1992 auf sein Konto. „Er ist strafrechtlich vorbelastet“, bestätigt auch Ricardo Schulz.

Warum der Mann jetzt zum Pädophilen avanciert, stößt bei Polizei wie Staatsanwaltschaft auf Schulterzucken. Zum ersten Mal schlug er am 30. September zu. Da sprach er zwei Mädchen an, die in Lampertswalde bei Oschatz an einer Pferdekoppel spielten. Der „Polizeibeamte“ sagte ihnen, dass er sie sofort durchsuchen müsse, da angeblich Geld gestohlen wurde. Die Mädchen mussten sich nach Polizeiangaben teilweise ausziehen und berühren lassen.

Nur wenig später, am 3. Oktober ging er im Bereich des Stadtparkes Oschatz ähnlich vor. Auch hier beschuldigte der falsche Polizist zwei Mädchen einer Straftat, tastete sie unter dem Vorwand einer Durchsuchung ab und berührte sie dabei unsittlich.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, muss der Mann nun mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren rechnen.