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Sich kennen lernen und Freundschaft schließen

Zum 12. Mal treffen sich in diesem Jahr Deutsche und Ausländer im Landkreis zu den „Interkulturellen Wochen“. Von Ende August bis Ende November laden 50 Veranstaltungen zum Zugucken, Mitmachen, Reden, Kennenlernen und Freundschaft schließen ein.

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„Für die Ausländer sind die Interkulturellen Wochen sehr wichtig. Sie fühlen sich hier besonders akzeptiert, anders als an normalen Tagen“, sagt Le Thanh Mai, der Vorsitzende des Ausländerbeirates der Stadt Zittau. Vor 27 Jahren kam der heute 51-Jährige aus Vietnam in die damalige DDR. Er studierte und machte seinen Abschluss zum Diplom-Ingenieur. Seit 1990 betreibt Le Thanh Mai ein asiatische Restaurant. Außerdem arbeitet er als Dolmetscher am Land- und Amtsgericht, ist Wirtschaftsberater für deutsche Firmen, die in Vietnam investieren wollen. Schließlich war Le Thanh Mai als Vorsitzender des Vietnamesischen Kulturvereins Zittau an der Vorbereitung der Interkulturellen Wochen beteiligt.

Der Startschuss dafür fällt vom 29. bis 31. August in Ebersbach beim „Augen auf-Festival“. Hier wird es Ausstellungen, Theaterstücke, Kino, Graffiti- und Sportwettbewerbe rund ums Thema Zivilcourage geben. Drei Wochen später werden die Interkulturellen Wochen offiziell mit einem Internationalen Kinder- und Familienfest eröffnet. „Aufgrund der geringen finanziellen Mittel, die uns zur Verfügung standen, haben wir frühzeitig Partner für unsere Eröffnungsveranstaltung gesucht“, sagt Petra Laksar Modrok, die Ausländerbeauftragte der Stadt Zittau. „Zusammen mit dem Kinderschutzbund und der ASB-Kindertagesstätte ,Märchenland’ feiern wir am 20. September in der Goethestraße 2 eine große Party.“

Unter dem Motto „Begegnung hat Zukunft“ können sich Ausländer und Einheimische bis Ende November bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen ihre Kulturen einander näher bringen und miteinander ins Gespräch kommen. So gibt es unter anderem einen Indischen Abend, den Tag der russischen Küche und einen Vortrag zu Kuba und seinen Bewohnern. „Wir können allerdings nur die Rahmenbedingungen für die Integration schaffen“, sagt Petra Laksar-Modrok. „Es wäre schön, wenn die Leute auch nach den Veranstaltungen aufeinander zugehen.“

Den Grundstein dafür wollen die mehr als 50 Vereine und Institutionen aus dem Landkreis mit ihren Veranstaltungen legen. Unter ihnen der Vietnamesische Kulturverein. „Unsere 32 Mitglieder wollen mehr Kontakt zu den Deutschen. Deswegen laden wir am 13. September alle einheimischen und ausländischen Kinder mit ihren Eltern zum Vollmondfest ein“, sagt Le Thanh Mai. Im Haus Domino auf der Ziegelstraße 15 sollen besonders die Kinder bei vietnamesischen Spielen Freundschaft schließen.