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Meißen

Sicherheit oder Schikane?

Derzeit gibt es wegen einer Baustelle am Ortsausgang Meißen Richtung Niederau eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Doch wo ist die Baustelle?

Baustellenschild ohne Baustelle: Autofahrer ärgern sich über eine Geschwindigkeitsbegrenzung, obwohl gar nicht gebaut wird. Sie sehen das als Schikane.
Baustellenschild ohne Baustelle: Autofahrer ärgern sich über eine Geschwindigkeitsbegrenzung, obwohl gar nicht gebaut wird. Sie sehen das als Schikane. © Claudia Hübschmann

Meißen/Niederau. Es ist wenig Verkehr auf der Straße von Meißen nach Niederau an diesem Freitagvormittag. Dennoch geht es nicht recht voran, die Fahrzeuge schleichen die Straße entlang. Der Grund: Auf einer Strecke von mehreren Hundert Metern ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde herabgesetzt, und zwar in beide Richtungen.

 Weitere Schilder weisen auf eine Baustelle und eine Baustellenausfahrt hin. Allerdings: Von einer Baustelle ist weit und breit nichts zu sehen. Darüber wundert sich auch Leserin Margarete Weber aus Niederau, die diese Strecke regelmäßig fährt. „Seit etlichen Tagen oder sogar Wochen stehen rechts und links der Niederauer Straße, Ortsausgang Meißen, jeweils ein 30er-Schild.

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 Für viele undefinierbar, da die besagte Baustelle, auf die die Schilder hinweisen, anscheinend nicht mehr benötigt wird“, sagt sie. Sie halte sich zwar an die Begrenzung, es rauschten aber ständig viele Autos an ihr vorbei. Mitunter würde sie sogar an gehupt, weil sie so langsam fahre.

Doch warum ist die Geschwindigkeit herabgesetzt, obwohl es überhaupt keine Baustelle gibt? Verantwortlich für das Aufstellen der Schilder ist die Stadt Meißen. In dem genannten Bereich erfolge bereits seit längerem der Ersatzneubau des Umspannwerkes durch die Energieversorgung Sachsen Ost (Enso), sagt Anne Dziallas, die Leiterin vom Büro des Meißner Oberbürgermeisters. 

Die Baustellenein- und -ausfahrt erfolge über die Niederauer Straße, weshalb die Reduzierung der Geschwindigkeit erforderlich sei. Ein Bauabschnitt sei unlängst abgeschlossen worden, und der nächste beginne in Kürze.

Nicht beantwortet ist damit die Frage, warum die Schilder in der Baupause nicht einfach abgedeckt, herumgedreht oder zur Seite gestellt werden. Dies wäre eine Sache von wenigen Minuten, würde aber den Verkehrsfluss erheblich verbessern. So aber sehen die Autofahrer die Schilder als reine Schikane. 

In der Stadtverwaltung Meißen wird das anders gesehen. „Die tageweise Aufstellung der Schilder führt zur Irritation der Verkehrsteilnehmer. Zudem wird die Baustellenzufahrt auch zwischen den Bauabschnitten benutzt. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer steht bei solchen Anordnungen immer im Vordergrund und stellt keine Schikane dar“, so Anne Dziallas. Die Frage, wie lange die Baupause schon dauert, beantwortet sie nicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass es auf dieser Strecke unnötige Verkehrsbehinderungen gibt. Im Juli vergangenen Jahres war der Fuß- und Radweg zwischen Meißen und Niederau auf der gesamten Strecke von rund drei Kilometern gesperrt. 

Grund war damals, dass beim Bau der Erdgastrasse ein Abwasserkanal beschädigt worden sei. Dieser musste gespült werden. Deshalb war der Fuß- und Radweg gesperrt. Das Fahrzeug, das die Leitung spülte, arbeitete aber nur punktuell auf einer Länge von vielleicht fünf Metern. 

Dennoch war der Radweg auf der kompletten Strecke gesperrt. Radfahrer und Fußgänger mussten die vielbefahrene Straße benutzen, auf der teilweise bis zu 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf. Verantwortlich für die Sperrung war die Baufirma.

 Die Stadt Meißen habe mit dieser abgesprochen, dass die Strecke abschnittsweise gesperrt werde, hießt es damals aus dem Rathaus. Nach der SZ-Kritik reagierte die Stadt, suchte das Gespräch mit der Baufirma. Im Ergebnis wurde die Absperrung auf einen kleinen Abschnitt reduziert. Um die Maßnahme so kurz wie möglich zu halten, wurde fortan mit zwei statt nur mit einem Fahrzeug gleichzeitig gearbeitet.

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