merken
PLUS Döbeln

Sicherheitslücken wegen alter Technik

Einige Verwaltungen nutzen ein veraltetes Computersystem und müssen noch nachrüsten. Dabei sieht es in der Region Döbeln besser aus, als im Landkreis.

Das Betriebssystem Windows 7 ist seit Mitte Februar veraltet. Aber noch haben nicht alle Verwaltungen auf Windows 10 umgestellt.
Das Betriebssystem Windows 7 ist seit Mitte Februar veraltet. Aber noch haben nicht alle Verwaltungen auf Windows 10 umgestellt. © dpa

Mittelsachsen. Seit dem 14. Januar unterstützt die Firma Microsoft ihr Betriebssystem Windows 7 nicht mehr. Das hatte der US-Konzern lange angekündigt. Doch in Amtsstuben in Mittelsachsen wird es zum Teil noch verwendet.

Das ist das Fazit einer Stichprobe unter einigen öffentlichen Verwaltungen im Landkreis: Manche haben ihre Hausaufgaben gemacht und die Technik erneuert. Doch auf einigen Computern läuft immer noch das Betriebssystem Windows 7. Das ist veraltet und stellt inzwischen eine Sicherheitslücke dar. Da Softwareanbieter Microsoft keine Aktualisierungen mehr für sein Produkt liefert, kann dessen Verwendung Hackern den Zugriff und Datenmissbrauch erleichtern.

Anzeige
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!
Nicht lange warten, ab ins neue Heim!

Schauen, beraten lassen, mit dem Bauherren sprechen. Kommen Sie zu der Baustellenbesichtigung in Nossen am 27. September 2020

Landkreis gibt 750.000 Euro aus

Daher hat das Landratsamt noch einiges zu erledigen: „Ja, es laufen noch ganz wenige Computer mit Windows 7“, räumte der Leiter der Pressestelle André Kaiser ein. Es handele sich aber um weniger als zehn Geräte. Sie sollen zeitnah umgerüstet werden, versichert er. „Wir sind von Dritten abhängig, da es sich ausschließlich um Spezialarbeitsplätze handelt“, so Kaiser. Im laufenden Jahr investiere der Landkreis rund 750.000 Euro in seine IT, etwa in Netzwerktechnik, Notebooks, PCs und Scantechnik oder auch in Fachinformationsprogramme.

Altkreis Döbeln ist gut aufgestellt

Besser sieht es in der Region Döbeln aus. In der Roßweiner Verwaltung und den dazugehörigen Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Feuerwehr sind alle Computer zwischen Oktober und Dezember 2019 auf Windows 10 umgestellt worden, erklärt IT-Administrator René Handschack. Die vorhandene Hardware konnte dafür weitestgehend verwendet werden. Lediglich bei fünf Computern mussten die Festplatten gewechselt werden. „Das Supportende und die damit fehlenden Sicherheitsupdates für Windows 7 waren der Hauptgrund“, so Handschack.

Betriebssystem schon 2018 ersetzt

Ähnlich sieht es in Hartha aus. Im vergangenen Jahr hat die Verwaltung mit der Umrüstung und dem Ersatz der Computer begonnen und beides in diesem Jahr abgeschlossen. Um die Sicherheitslücke zu schließen, habe die Stadt rund 26.000 Euro für Hardware, Software und die Einrichtung der Computer ausgegeben, so Sprecherin Carolin Hammer.

Die Gemeinde Großweitzschen hat ihre Computertechnik bereits im Jahr 2018 auf den neusten Stand gebracht. Dabei wurde die vorhandene Technik aktualisiert, aber keine neue angeschafft, so Hauptamtsleiterin Denise Lange.

Veraltete Computer ersetzt

Ein Update auf Windows 10 gab es in der Gemeinde Ostrau ebenfalls schon in den Jahren 2017 und 2018. Wie es aus der Verwaltung heißt, sei teilweise auch neue Technik angeschafft worden. Dies hänge jedoch nicht mit dem neuen Betriebssystem zusammen. Die Technik sei insgesamt veraltet gewesen.

In Waldheim ist die Umstellung im Wesentlichen abgeschlossen, teilt Barbara Wesler, Fachbereichsleiterin Haupt- und Finanzverwaltung, mit. Die Anschaffung neuer Technik sei dazu nicht notwendig gewesen.

Döbeln und Leisnig schweigen

Aus Datenschutzgründen gibt die Stadtverwaltung Döbeln keine Auskunft zu ihrer IT-Infrastruktur. Aus dem Rathaus heißt es lediglich: „Unsere Mitarbeiter sind stets bemüht, unsere IT an die stetig steigenden Anforderungen anzupassen.“ Auch die Stadt Leisnig erklärt: „Wir treffen dazu keine Aussage.“

Kriebstein rüstet 2020 um

Die Gemeinde Kriebstein will rund 35.000 Euro in den Kauf und die Installation neuer Computertechnik für das Rathaus investieren. Der Gemeinderat stimmte der Vergabe der Aufträge an eine Lichtenauer Firma zu. Damit soll ein Missstand behoben werden, den Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) riskant nannte. Nach ihren Angaben arbeitet die Verwaltung derzeit mit Serveranlage und Rechentechnik, die Sicherheitslücken aufweisen. Als Grund nannte sie das veraltete Betriebssystem Windows 7. Die Geräte seien zwischen sieben und elf Jahre alt, so die Ortschefin. „Das Betriebssystem wird nicht mehr gepflegt. Sicherheitslücken sind eine unvertretbare Folge“, sagte sie. Deshalb sollen in Kürze eine neue Serveranlage und neue Arbeitsplatz-Computer angeschafft werden.

Die Gemeinde Striegistal ist laut dem Leiter der Finanzverwaltung, Francis Kuhnke, auf der Höhe der Zeit. „Zwischen 2018 und 2019 wurden Servertechnik und Arbeitsplatz-Computer für gut 30.000 Euro erneuert“, so Kuhnke. (mit FP)

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln