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Sie ist auf dem Weg zum Paralympics-Triple

Rio-de-Janeiro-Gewinnerin Christiane Reppe gewinnt in der dritten Sportart eine WM-Medaille und ist für die Spiele 2020 in Tokio bestens gerüstet.

Christiane Reppe ist derzeit richtig gut drauf.
Christiane Reppe ist derzeit richtig gut drauf. © dpa/Jens Büttner

Dresden. Jetzt hat sie es schwarz auf weiß – oder vielmehr auf Bronze. Die Paralympics-Siegerin Christiane Reppe ist nach ihrem Sportarten-Wechsel auch in ihrer neuen Disziplin mitten in der Weltspitze angekommen. Die 32-jährige frühere Schwimmerin und Handbikerin war im Vorjahr auf Para-Triathlon umgestiegen. Dort kommt zu ihren bisherigen beiden Sportarten noch als dritte Etappe der Rennrollstuhl hinzu. Bei ihrer ersten Paratriathlon-Weltmeisterschaft in Lausanne erkämpfte sie sich in ihrer Schadensklasse PTWC (Rollstuhlfahrer) WM-Bronze – hinter der Australierin Lauren Parker und der US-Amerikanerin Kendall Gretsch.

„Ich wusste, dass das möglich ist. Es war nicht einfach“, sagte Reppe. Sie lag nach dem Schwimmen und der Strecke auf dem Handbike bereits auf Position drei. Beim abschließenden Kurs auf dem Rennrollstuhl „bin ich zwar fast gestorben, habe es aber gerade noch so auf den dritten Platz geschafft“. Dabei durfte Reppe nur aufgrund einer Einladung des Weltverbandes ITU in Lausanne starten. Lediglich die zehn besten in der Weltrangliste sollten in jeder Schadensklasse starten dürfen – um die Starterfelder übersichtlicher und damit transparenter zu gestalten.

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Reppe lag vor der Weltmeisterschaft auf Platz 14 in der Weltrangliste, hatte aber kurz zuvor in Kanada ihren ersten Weltcup-Sieg im Paratriathlon gefeiert. „Es war eigentlich von vornherein klar, dass ich es über die Weltranglistenpunkte nicht zur WM schaffe“, betonte Reppe. Dafür war ihr Sportarten-Umstieg einfach zu kurzfristig. Die ITU hat sich von den jüngsten Ergebnissen und Leistungen der Umsteigerin anstandslos überzeugen lassen. „Dafür habe ich mich auch bedankt“, sagte Reppe.

Eine andere Deutsche hat das bereits geschafft

Für die in Dresden lebende Athletin, die für den niedersächsischen Verein GC Nendorf antritt, war WM-Bronze in erster Linie wichtig, um sich entsprechend sportlich für die Paralympics in Tokio zu positionieren. In Japan will Reppe ein ganz besonderes Kunststück schaffen. Stünde sie in Tokio 2020 auch auf dem Podest, hätte Reppe in drei unterschiedlichen Sportarten Paralympics-Medaillen erkämpft. 2004 holte sie in Athen zweimal Bronze als Schwimmerin, 2016 gewann sie in Rio das Straßenrennen mit dem Handbike. 2020 soll Edelmetall im Triathlon dazukommen. Bei Weltmeisterschaften hat Reppe dieses Sportarten-Triple mit dem Triumph in Lausanne bereits geschafft. Drei Paralympics-Medaillen in drei unterschiedlichen Sportarten holte in Deutschland bisher nur Andrea Eskau (Handbike, Biathlon, Skilanglauf).

„Durch die Bronzemedaille behalte ich meinen Status als A-Kader. Auch die Bundeswehrförderung läuft optimal weiter. Sonst hätte ich in Vorbereitung auf die kommende Saison wesentlich weniger Trainingslager absolvieren können“, sagte die Dresdnerin. Sie weiß jetzt bereits, dass ihr der flache Kurs in Tokio entgegenkäme, im Unterschied zu dem welligen Relief beim WM-Rennen von Lausanne. „Da waren lange Anstiege dabei, bei denen es fünfeinhalb Minuten lang nur bergauf ging. Bei solchen Strecken habe ich den Nachteil, dass ich deutlich mehr auf die Waage bringe als meine Konkurrentinnen“, betonte Reppe. Sie ist mit ihren 1,74 Metern deutlich größer als Parker und Gretsch. „Dafür“, sagt sie fast trotzig, „habe ich wesentlich mehr Power.“

Bei der Europameisterschaft in zwei Wochen in Valencia will die Ausnahmesportlerin das nächste Achtungszeichen setzen. „Es ist geil zu sehen, dass ich da vorn mitfahren kann.“ Das weiß sie nach der Paratriathlon-WM genauer denn je.

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