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Sie leben die Kunst

Halb Atelier, halb Wohnung: Zwei Meißner Künstler zeigen ihr kleines Reich am Goldgrund.

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Von Claudia Parton

Es ist ein Atelier, wie es sich der Laie vorstellt: Der Filzteppich über und über mit Farbe bekleckst, Bilder hängen an den Wänden, Skulpturen stehen im Raum, Bücher sind verstreut und in der Mitte steht ein Computer. Organisiertes Chaos, ohne welches der Maler Wolfgang E. Herbst und die Plastikerin Steffi Leonhardt nicht leben könnten. Seit zwei Jahren teilt sich das Paar die zwei Zimmer plus Küche – halb Atelier, halb Wohnung – in dem Anbau am Goldgrund. Ein Glücksfall, sagt Herbst: „Die Menschen hier sind offen, die Lage ist toll.“ Fei Su Schie haben die beiden Künstler ihr Refugium genannt – erzgebirgische Mundart, es bedeutet „So Schön“.

Besucher sind hier allerdings selten. So hat Herbst zu Pfingsten bei der Aktion „Kunst offen in Sachsen“ mitgemacht, bei welcher landesweit über 70 Ateliers geöffnet hatten. Rund 30 Gäste kamen in den Goldgrund und ließen sich Gemälde und Skulpturen zeigen. Die geistige Ebene ihrer Arbeit schließe den Künstler vom Alltag aus, so Herbst. „Um so wichtiger ist der Austausch mit unseren Interessenten. Es verschafft uns neue Eindrücke, wenn wir wissen, was sie bewegt.“