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Sie sind wieder da!

Erneut haben Kampfmittelräumer drei Fliegerbomben in der Dippser Heide gefunden. Jetzt wird entschärft.

© Eric Münch

Von Jörg Stock

Nach dem unerwarteten Einzelfund einer Fliegerbombe Anfang Mai schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die nächsten Bomben in der Dippoldiswalder Heide auftauchen. Jetzt ist es so weit. Die Munitionsräumer haben drei weitere Fliegerbomben entdeckt. Am Freitagvormittag will man sie entschärfen. Dafür wird ein großer Teil des Waldgebietes inklusive Teilen von Karsdorf zum dritten Mal Sperrzone.

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Bislang wurden in der Heide fünfzehn amerikanische Fliegerbomben unschädlich gemacht. Die 500 Pfund schweren Waffen waren an Bord zweier Bombenflugzeuge, die am 17. April 1945 beim Angriff auf Dresden miteinander kollidierten. Lange hatte man geglaubt, dass nur eine der beiden B-17 im Wald zerschellt war und dass maximal eine komplette Bombenladung, also vierzehn Bomben, im Boden liegen könne. Als jedoch im Mai Nummer 15 auftauchte, war zu befürchten, dass dies der Beginn einer zweiten Bombenspur ist.

Die neuerlichen Bombenfunde wurden gemacht, als die Räumtrupps Waldgebiete sondierten, die bisher nicht als munitionsbelastet galten. Thomas Lange, Chef des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Sachsen, hatte nach dem überraschenden fünfzehnten Bombenfund sofort einen neuen Suchkorridor festgelegt. Der befindet sich deutlich abseits der ersten Bombenspur im höhergelegenen Heideteil nach Dippoldiswalde zu. Laut Thomas Lange stecken die Bomben einen knappen Meter tief im Waldboden. Der Entschärfer geht davon aus, dass eine Sprengung, wie im März dieses Jahres bei Bombe Nummer 14 angewandt, nicht nötig ist. „Wir werden alle drei vor Ort entschärfen“, sagte er.

Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul (CDU) erfuhr am Donnerstagmorgen von dem bevorstehenden Großeinsatz. Auch er hatte mit solch einer Nachricht gerechnet. „Es geht wieder los“, meldete er später hörbar routiniert am SZ-Telefon. Erneut müssen rund fünfzig Einwohner des Ortsteils Karsdorf ihre Behausungen am unteren Dorfrand verlassen. Betroffen sind im Wesentlichen einige Hausnummern der Heidestraße und der Teichweg.

Stadt plant Warnschilder am Wald

Per Telefon oder persönlich wurden die Menschen gestern von der bevorstehenden Evakuierung informiert, sagt der Bürgermeister. Ab 9 Uhr sollen Stadtbedienstete und Feuerwehrleute noch einmal jedes einzelne Grundstück kontrollieren, ob auch wirklich niemand mehr zu Hause ist. Die Stadtverwaltung rechnet nicht damit, dass Notunterkünfte benötigt werden. Wer nicht ohnehin auf Arbeit sei, besorge sich privat ein Quartier, hieß es.

Etwa 9.30 Uhr werden die beiden Straßen, die durch die Heide führen, der Antonsweg und die Dippser Straße, von Polizeikräften abgeriegelt. Die Umfahrung des Waldes ist über die Bundesstraße 170 möglich, die geöffnet bleibt. Gegen 10 Uhr soll die Entschärfung beginnen. Läuft alles reibungslos, könnten die Bomben schon um die Mittagszeit unschädlich gemacht sein.

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Zweieinhalb Stunden haben die Spezialkräfte gebraucht, dann gab es Entwarnung. Es wird wohl nicht der letzte Bomben-Einsatz in der Dippoldiswalder Heide nahe Rabenau gewesen sein.

Bisher haben die Entschärfungsaktionen die Stadt Rabenau 12000 Euro gekostet. Laut Bürgermeister Paul wird der neuerliche Einsatz die Stadtkasse nicht belasten, da keine Umleitungsschilder oder Ampeln aufzustellen sind. Unterdessen plant die Stadt, Warnschilder in der Heide aufstellen zu lassen. Sie sollen Waldbesucher auf die Munitionsverseuchung hinweisen und vor dem Verlassen der Wege warnen. Eigenmächtiges Graben nach Munition, wofür es zuletzt Anhaltspunkte gab, soll ausdrücklich verboten werden.