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Sieben Gipfel auf einen Streich

Die Wanderung über den Nördlichen Kammweg wird zum 26. Mal gestartet. Ein Demitzer legt sich dafür ins Zeug.

© Uwe Soeder

Demitz-Thumitz. Einen 1 000 Meter hohen Berg gibt es in der sächsischen Oberlausitz nicht. Aber mehrere Lausitzer Berge bringen es in der Summe auch auf diese Höhenmeter. So hoch muss hinauf, wer am Sonnabend über den Nördlichen Kammweg wandert. Alle Anstiege dieser 35 Kilometer langen Berg-und-Tal-Tour von Kleindehsa bei Löbau nach Demitz-Thumitz ergeben reichlich 1 000 Höhenmeter. Alpenverdächtig!

„Es ist eine sportliche Herausforderung“, sagen die Teilnehmer der vergangenen Jahre. Hinzukommen in diesem Jahr die Auswirkungen des Wetters. Trotz der Herbst- und Winterstürme sind die Wege aber sicher begehbar, sagt Hans-Jörg Nadolny, ein Demitzer, der die inzwischen zur Tradition gewordene Wanderung seit Beginn der 90er Jahre gemeinsam mit dem Bischofswerdaer Wanderverein und dem 1. Wanderclub aus Kleindehsa organisiert. Vereinzelt liege noch ein Baumstamm über dem Weg. Doch darüber könne man steigen. Hans-Jörg Nadolny ist große Teile der Tour in den letzten Wochen abgelaufen.

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100 Teilnehmer jedes Mal dabei

Rund 100 Wanderer „pilgerten“ in den vergangenen Jahren jedes Mal über den Kammweg. Die erste Wanderung 1993 hatten die Wandervereine aus Bischofswerda und Kleindehsa noch intern durchgeführt. „Auf dem Hochstein, kurz vor dem Ziel, haben wir dann beschlossen, diese Wanderung jedes Jahr zu machen“, erinnert sich Hans-Jörg Nadolny. Er hatte in einer Artikelserie für die Sächsische Zeitung über die Geschichte des Nördlichen Kammweges berichtet und sie den Kleindehsaern zukommen lassen. Die kannten natürlich ihre Gegend, waren aber überrascht, an welch markantem Weg sie zu Hause sind. So kam es zur Auftakttour beider Vereine, die das volkssportliche Ereignis seitdem jedes Jahr ausrichten. Gestartet wird abwechselnd in Demitz und Kleindehsa.

Reizvollstes Teilstück

Neben dem im Herbst in Wilthen gestarteten Oberlausitzer Hunderter ist die Tour über den Nördlichen Kammweg einer der Wander-Höhepunkte im Lausitzer Bergland. Die ansprechende Tour führt über sieben Gipfel – Hochstein, wo man sich in ein Gipfelbuch eintragen kann, Steinberg, Czorneboh, Döhlener Berg, Mönchswalder, Picho und Klosterberg –, und sie bietet wunderbare Aussichten ins Umland. Neben dem südlicher verlaufenden Lausitzer Landweg ist der Nördliche Kammweg einer der beiden großen Wanderwege der Region. Er führt von Königsbrück bis zur Landeskrone. Das Teilstück zwischen Demitz-Thumitz und Kleindehsa ist das landschaftlich reizvollste. Denn der Weg führt fast ausschließlich durch große Waldgebiete, meidet befestigte Straßen und berührt, abgesehen von Großpostwitz, nur kleine Siedlungen wie die Neukircher Gickelshäuser, Irgersdorf und Cosul. Seine Ursprünge gehen auf Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als die Lausitzer Wälder für Ausflügler erschlossen wurden sowie Bergbauden und Aussichtstürme entstanden. Der Weg war bis 1960 mit einem auf dem Rücken liegenden Kamm markiert.

Die 26. Kammwanderung findet an diesem Sonnabend statt. Wanderer aus der Region können einen Sonderbus nach Kleindehsa nutzen – Abfahrt 7 Uhr am Schiebocker Bahnhof und 7.10 Uhr an der Demitzer Grundschule; Fahrpreis 4,50 Euro. Das Ziel, der Gasthof Kmoch in Demitz, sollte man bis 17 Uhr erreicht haben. Wem die 35 Kilometer zu viel sind, der kann auch nur die Hälfte der Strecke von Wilthen nach Demitz-Thumitz laufen. Start ist in diesem Fall zwischen 8.45 und 9 Uhr am Bahnhof Wilthen – bequem mit dem Zug 8.18 Uhr ab Bischofswerda zu erreichen. (SZ)