merken
PLUS

Sieben Häuser, sieben Kinder

Ein Fußballtor steht auf dem Rasen, Bälle liegen daneben. Trampolin, eine kleine Rutsche, Schaukeln – hier leben Kinder. „Zum Spielen ist viel Platz“, sagt Katy Tuma. Genau das wollte die Familie. „Wir haben auch schon in Löbau und Dresden gewohnt, direkt an der Straße“, erzählt Stefan Tuma.

© SZ Thomas Eichler

Ein Fußballtor steht auf dem Rasen, Bälle liegen daneben. Trampolin, eine kleine Rutsche, Schaukeln – hier leben Kinder. „Zum Spielen ist viel Platz“, sagt Katy Tuma. Genau das wollte die Familie. „Wir haben auch schon in Löbau und Dresden gewohnt, direkt an der Straße“, erzählt Stefan Tuma. Die drei Kinder aber sollten auf dem Land aufwachsen. „Hier können sie zu ihren Freunden gehen, ohne, dass wir uns Sorgen machen.“ Auch jetzt wohnen Tumas an der Straße, „An den Baumschulen“. Das aber ist eine reine Anliegerstraße, die mit Kreide auch gerne mal zum Fahrradparcours oder zur Rennstrecke wird.

Sieben Häuser stehen in der Neubausiedlung, alle in hellgelben Tönen gehalten. „Vorgaben hatte die Gemeinde damals nicht gemacht. Nur weiß sollte der Anstrich nicht sein“, erzählt Stefan Tuma. Selber zu bauen stand lange gar nicht zur Diskussion. Denn zunächst suchten er und seine Frau Katy nach einer gebrauchten Immobilie. Ein Einfamilienhaus sollte es sein, in der Nähe von Löbau und Görlitz, den Arbeitsorten der beiden. Nach einem Besuch der Dresdner Baumesse haben sich Tumas für die Marke Eigenbau entschieden. Stellte sich dann noch die Frage, wo das eigene Heim entstehen sollte. „Ich bin selber in Herwigsdorf zur Schule gegangen. Hier habe ich noch Freunde und Bekannte“, erzählt Stefan Tuma. Viel Grün, viel Platz, der Löbauer Berg und der Rotstein in direkter Nähe – damit fiel die Entscheidung für Herwigsdorf. Und dann ging alles ganz schnell.

Anzeige
Wer wird Juniormeister im Handwerk?
Wer wird Juniormeister im Handwerk?

Mehr als ein Praktikum: Im Projekt Juniormeister können Schüler ihr Wunschhandwerk hautnah kennenlernen und sich ausprobieren.

Innerhalb weniger Monate wurde das Haus 2011 hochgezogen. Freunde halfen, vieles machten Tumas auch selber. „Ich habe früher im Tiefbau gearbeitet“, erklärt Stefan Tuma. Mittlerweile ist er Rettungsassistent beim ASB. „Im Bereich Tief- und Straßenbau ist die Unsicherheit groß. Im Winter ist man viel zu Hause, wann es im Frühjahr weitergeht, weiß man nie.“ Beruflich wollte er einen Neuanfang, ließ sich in Riesa zum Rettungsassistent ausbilden. „In der Zeit haben wir in Dresden gewohnt. Als hier dann eine Stelle frei wurde, wollten wir wieder zurück.“ Auch jetzt ist am Haus noch einiges zu tun. „Vor allem soll das hier alles ein bisschen mehr nach Garten aussehen“, sagt Katy Tuma mit Blick auf den grünen Rasen rings um Haus und Terrasse.

Noch macht sich die Wiese gut zum Fußballspielen. Bald sollen dort ein Gewächshaus stehen und einige Beete angelegt werden. Überhaupt, Fußball ist bei Familie Tuma ein großes Thema. Vater Stefan und der älteste Sohn Philipp spielen im TSV Herwigsdorf. Dort hat der zehnjährige auch Freunde gefunden. „Zum Spielen sind die oft bei uns. Hier ist fast jeden Tag was los“, erzählt Katy Tuma. Und auch in der Siedlung selbst finden sich immer Spielkameraden für die Jungs: In drei der sieben Häuser leben Familien mit Kindern.

Wenn die Rasenstücke hinter und neben den Häusern dann nicht mehr ausreichen – gegenüber ist noch ausreichend Platz zum Spielen. Bis jetzt ist nur eine Hälfte der Siedlung „An den Baumschulen“ bebaut. Gegenüber sollen noch sechs weitere Einfamilienhäuser entstehen. „Überhaupt, die Umgebung hier ist großartig“, sagt Stefan Tuma. „Man ist auch schnell in Görlitz, in Zittau und Löbau.“ Der Löbauer Berg ist in Sichtweite, begrenzt wird die kleine Siedlung durch heranwachsende Bäume – nicht umsonst heißt die Straße „An den Baumschulen“. Etwa anderthalb Kilometer entfernt liegen die Grundschule Herwigsdorf sowie die Kita „Rotsteinzwerge“. Philipp, Robin und Eric aber besuchen Kita und Schule in Löbau. „Wir arbeiten beide Vollzeit. Da hilft uns oft die Oma aus“, erzählt Katy Tuma. „Und sie wohnt in Löbau.“

So zentral Herwigsdorf auf der Landkarte liegt – für ältere Menschen ohne Auto ist es schwierig. Vor knapp zwei Jahren schloss das letzte Lebensmittelgeschäft in Herwigsdorf seine Pforten. „In Rosenbach gibt es noch eine kleine Einkaufsmöglichkeit“, erzählt Stefan Tuma. Außerdem machen mobile Bäcker-, Fleischer- und Gemüsewagen regelmäßig Halt in der gesamten Gemeinde. „Für Großeinkäufe muss man aber nach Löbau“, sagt Tuma. Und wenn die Kinder alt genug für eine weiterführende Schule sind, bleibt ohnehin nur der Weg in die Stadt. Philipp wird ab kommendem Schuljahr in Löbau das Gymnasium besuchen. Seinem Fußballverein beim TSV wird er aber treu bleiben.

Die Sächsische Zeitung besucht für Sie neue Wohngebiete in der Region: Oderwitz, Rosenbach, Ebersbach-Schlechteberg, Berthelsdorf, Ebersdorf, Neugersdorf, Großschweidnitz, Oppach