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Döbeln

Sieben Tipps für heiße Tage

Temperaturen von bis zu 37 Grad werden vorausgesagt. Eine Hitzephase, auf die sich Menschen einstellen können.

Mark Pietzsch nimmt einen kräftigen Schlick aus der Wasserflasche. Drei Liter täglich trinken, das empfehlen die Ärzte.
Mark Pietzsch nimmt einen kräftigen Schlick aus der Wasserflasche. Drei Liter täglich trinken, das empfehlen die Ärzte. © Dietmar Thomas

Wie die warme Luft draußen gehalten werden kann.

Tagelange Hitze halten selbst die dicksten Altbauwände nicht draußen. Das Gesundheitsamt Mittelsachsen rät deshalb, die Wohnung durch Verschatten zu kühlen. Ratsam ist es, wenn tagsüber Vorhänge, Rollos und Jalousien geschlossen gehalten werden. Um einen Hitzestau zu vermeiden, sollte man am frühen Morgen, in den späten Abend- und in den Nachstunden lüften. Quer- und Stoßlüften vertreiben Hitze und schwüle Feuchte am besten. „Im Dachgeschoss sollen Fenster auch tagsüber leicht geöffnet bleiben“, heißt es.

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Mit ihrem locker schwingenden Kleidchen ist die siebenjährige Mia genau richtig bekleidet. Baumwollstoff ist die beste Wahl bei großer Hitze. 
Mit ihrem locker schwingenden Kleidchen ist die siebenjährige Mia genau richtig bekleidet. Baumwollstoff ist die beste Wahl bei großer Hitze.  © Dietmar Thomas

Welche Getränke ratsam sind und welche schädlich.

Ausreichend trinken ist bei großer Hitze das A und O, denn je wärmer es wird, desto größer ist der Wasserverlust. Das Gesundheitsamt rät zu Wasser, Tees, die ungesüßt sein sollen, und zu Fruchtschorlen. Besser drei statt zwei Liter und nicht erst, wenn der Durst da ist, sondern bevor er kommt.„Aber Vorsicht vor eiskalten Getränken“, sagt Prof. Dr. Axel Linke vom Herzzentrum Dresden. „Sie sind erst erfrischend, der Körper versucht aber, mit Wärme entgegenzuwirken.“ Tabu sind alkoholische Getränke bei Hitze.

Warum Sport eingeschränkt werden sollte.

Wer unbedingt Sport treiben will, soll die körperlichen Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden verlegen. Sportler haben außerdem einen höheren Flüssigkeits- und Mineralienbedarf, so Prof. Linke. Herzkranken rät der Spezialist, bei der Wahl der Sportart besonders aufzupassen. „Fun-Sportarten sind oft anstrengender als man glauben mag. Aber auch das Wandern in höheren Lagen ist belastend für ein krankes Herz.“ Wer Medikamente wie Blutdrucksenker und zur Entwässerung nimmt, sollte den Arzt fragen.

Welche Bekleidung am besten ist.

„Lichte und nicht einengende Baumwollkleidung in hellen Farben ist ideal“, sagt die Amtsärztin des Landkreises Meißen Petra Albrecht. „Ein Ratschlag, über den jeder Straßenbauarbeiter lachen wird. Mir ist klar: Hier gilt immer, wer es kann“, sagt sie. Ein angemessener UV-Schutz sollte ihrer Meinung nach aber machbar sein. Das heißt: Sonnenbrille, Sonnencreme für alle nicht bedeckten Hautstellen und ein breitkrempiger Sonnenhut mit Nackenschutz.

Ein Ventilator sorgt für Erfrischung. Wer dagegen Klimageräte nutzt, sollte darauf achten, dass sie nicht zur Keimschleuder werden. 
Ein Ventilator sorgt für Erfrischung. Wer dagegen Klimageräte nutzt, sollte darauf achten, dass sie nicht zur Keimschleuder werden.  © Dietmar Thomas

Welche Hilfsmittel kontraproduktiv sind.

„Mobile Klimageräte sind nicht zu empfehlen“, sagt die Meißner Amtsärztin Petra Albrecht. Sie verbrauchen nicht nur 20- bis 50-mal mehr Strom als Ventilatoren, sondern sie verbreiten auch schnell Keime aus dem Befeuchterwasser, wenn es nicht regelmäßig gewechselt wird. Generell sei es ratsam, so die Ärztin, zu prüfen, was unnötig ist. Um Wärmequellen zu reduzieren, rät sie, unnötige elektrische Geräte und Netzteile zu entfernen.

Wenn Hitzefrei nicht möglich ist.

Etwa, weil der Schulbusverkehr nicht umverlegt werden kann, dann verlegt zum Beispiel die Pestalozzi-Oberschule Hartha den Unterricht nach draußen.  „Wir haben ein grünes Klassenzimmer mit viel Schatten. Das werden wir nutzen“, sagt Schulleiterin Kerstin Wilde. Auch werde es mehr Pausen geben. Das Team des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha entscheidet aller zwei Tage neu. „Montag und Dienstag ist schon geklärt. Dann geht der Unterricht für die Schüler bis Mittag, während die Lehrer am Nachmittag bei der Versetzungskonferenz schwitzen“, sagt Schulleiter Lothar Weisheit. Eine Stunde daure aber nur 30 Minuten.

Wenn die Vorsorge aber zu spät kommt.

Bei rotem Kopf, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Muskelkrämpfen raten die Ärzte: Sofort aus der Sonne gehen und den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen. Bei Fieber sofort einen Arzt oder den Notarzt rufen.

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