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Dippoldiswalde

Siebenmal Straßenbau um Glashütte

Der Landkreis erneuert in der Region Fahrbahnen, baut Mauern und Fußwege. Aber manche Planung zieht sich hin, deshalb ist Geduld gefragt.

© Symbolfoto: André Schulze

Schlechte Straßen erregen schnell die Gemüter. Auch in Glashütte. Obwohl hier Stadt, Kreis und Freistaat in den letzten Jahren viele Straßen in Ordnung gebracht haben und meist auch Fußwege angelegt haben, gibt es immer noch Handlungsbedarf. 

In der jüngsten Glashütter Stadtratssitzung war deshalb Vizelandrat Heiko Weigel (CDU) zu Gast, um über laufende und geplante Straßenbauvorhaben des Kreises zu informieren. Er nahm aber auch Stellung zu Arbeiten des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Dieses kümmert sich um den Bestand und den Neubau von Staatsstraßen. Die Sächsische Zeitung gibt einen Überblick über die Vorhaben.

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Vorhaben eins: Ausbau der Ortsdurchfahrt in Johnsbach

Lange mussten die Johnsbacher darauf warten, dass ihre Ortsdurchfahrt saniert wird, 2018 legten Landkreis und Stadt los, um die Straße zu sanieren und ihr einen Fußweg und eine funktionierende Straßenentwässerung zu geben. Der erste, zurzeit im Bau befindliche Bauabschnitt soll im Oktober 2019 fertiggestellt sein, sagte Weigel. Es sind zwei weitere Bauabschnitte geplant. Diese benötigen eine Bauzeit von jeweils mindestens drei Jahren. Noch steht nicht fest, wann und wie es weitergeht. Der Baubeginn des nächsten Bauabschnittes sei frühestens 2021 möglich, so der Vizelandrat. Genauere Angaben zum Umfang der Bauabschnitte und zu den Verkehrseinschränkungen können erst nach entsprechendem Planungsfortschritt gemacht werden, erklärte er auf Nachfrage. Der Ausbau dieser Straße dauert so lange, da der Kreis entlang der Ortsdurchfahrt eine Vielzahl von Stützwänden und Durchlässen zu errichten hat. Zudem sind die topographischen Verhältnisse ungünstig.

Vorhaben zwei: Ausbau der Prießnitztalstraße in Glashütte

Die Prießnitztalstraße verbindet Glashütte nicht nur mit Johnsbach, sondern auch mit dem oberen Osterzgebirge. Für viele, die in der Uhrenindustrie arbeiten und im Altenberger Stadtgebiet wohnen, ist die Kreisstraße K 9026 die kürzeste Verbindung zum Arbeitsplatz. Ein Teil dieser Straße ist in einem jämmerlichen Zustand: Er befindet sich oberhalb des Fußballplatzes an einer maroden Stützwand. Kreis und Stadt sind sich schon seit Längerem darüber einig, dass hier etwas passieren muss. Denn die Stützwand ist ein Sicherheitsrisiko, wie Voruntersuchungen zeigten. Um die Planung zu beschleunigen, bot Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) dem Kreis an, mit Planungsleistungen in Vorlauf zu gehen. Vize-Landrat Weigel nahm das Angebot an. Auch der Stadtrat stimmte dem Vorgehen zu. Geplant ist nicht nur die Sanierung der Straße, sondern auch der Neubau eines Fußweges und die Sanierung beziehungsweise Erneuerung der Stützwand. Den Auftrag zur Planung erhielt das von der Stadt geschätzte Büro Dr. Hennig & Partner für rund 76 000 Euro. Mit einem Baubeginn rechnet Weigel frühestens 2020, wahrscheinlich aber 2021. Denn die Planung solcher Abschnitte ist sehr kompliziert.

Vorhaben drei: Ausbau der Ortsdurchfahrt in Hirschbach

Obwohl die Ortsdurchfahrt Hirschbach eine neue Straßendecke bekommen hat, ist ein Neubau von Grund auf notwendig. Diesen will der Kreis gemeinsam mit der Stadt Glashütte in Angriff nehmen. Denn auch dort fehlt ein straßenbegleitender Gehweg. Beim Kreis rechnet man mit Kosten zwischen einer Million und 1,5 Millionen Euro. Ein Fördermittelantrag soll nach Abschluss der Planung in diesem Jahr gestellt werden, so Weigel. Anders als in Johnsbach werde der Straßenbau leichter sein, denn die topographischen Verhältnisse seien einfacher. Es müssten auch keine Stützwände errichtet werden, so Weigel.

© SZ-Grafik

Allerdings brauchen der Kreis und die Stadt auch in diesem Fall zusätzliche Flächen, um den Gehweg errichten zu können. Die Sanierung der Straße soll in zwei Abschnitten erfolgen. Zunächst werde die Straße zwischen dem Ortseingang Reinholdshain bis kurz vor dem Abzweig Reinhardtsgrimma saniert. Dieser Abschnitt werde rund eine Million Euro kosten. Die Arbeiten werden ein Jahr dauern. Einen Termin zum Baubeginn konnte Weigel nicht nennen. Der zweite Abschnitt umfasst den Knotenpunkt und die Engstelle an der Straße nach Reinhardtsgrimma. Für diesen Abschnitt werden weitere Planungsvarianten untersucht, so Weigel.

Vorhaben vier: Ortsdurchfahrt Hermsdorf am Wilisch

Auch die Ortsdurchfahrt in Hermsdorf am Wilisch ist in einem beklagenswerten Zustand. Dieser fällt vielen Autofahrern noch mehr ins Auge, weil die Anschlussstraßen von Hermsdorf zur B 170 bei Karsdorf und nach Hirschbach inzwischen gut saniert sind. Im Landratsamt weiß man das und plant deshalb den Ausbau der durchs Dorf verlaufenden Kreisstraße K 9022. Mit den etwa ein Jahr dauernden Arbeiten an der Straße werde man aber nicht vor 2021 beginnen, so Weigel.

Vorhaben fünf: Straße zwischen Hirschbach und Reinhardtsgrimma

Auch die Kreisstraße zwischen Hirschbach und Reinhardtsgrimma (K 9022) soll instand gesetzt werden. Sie wurde zu Jahresbeginn in die Planung des Landkreises aufgenommen, so Weigel. Realisiert wird das Vorhaben nicht vor 2020. Geplant ist, die Deckschicht und Bankettbereiche im Bestand zu erneuern. Das werde die Verkehrsverhältnisse nachhaltig verbessern, so Weigel. Die Arbeiten werden voraussichtlich sechs bis acht Wochen dauern und rund 350 000 Euro kosten.

Vorhaben sechs: Ortsdurchfahrt Reinhardtsgrimma

Wann geht es mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt in Reinhardtsgrimma weiter? Diese Frage konnte Weigel nicht beantworten, denn bei der Straße handelt es sich um eine Staatsstraße. Deren Sanierung erfolgt in der Regie des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Es sei aber ein gutes Signal, dass hier mit der Planung begonnen wurde, ergänzte Weigel.

Vorhaben sieben: Kreisverkehr in Niederfrauendorf

Auch der Umbau der Niederfrauendorfer Kreuzung zu einem Minikreisverkehr ist ein Vorhaben des Landesamtes und er ist umstritten. Stadtrat Klaus Köhler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma) zweifelte an, ob der Umbau sinnvoll sei. Seiner Meinung nach sei ein Tempolimit von 30 km/h von allen vier Seiten ein besseres Mittel, um den Verkehr dort zu beruhigen und Unfälle zu vermeiden. Weigel zweifelte das an. Untersuchungen des Landratsamtes hätten ergeben, das sich meist nur Ortsunkundige an so eine Beschränkung halten, Einheimische missachten solche Vorschriften. Erfolgversprechender sei dagegen der geplante Umbau zum Minikreisverkehr. Er freue sich, dass das Lasuv diesen Verkehrsversuch unterstützt. Weigel appellierte an die Glashütter, sich darauf einzulassen. Der etwa 20 000 Euro teure Umbau ist laut Lasuv – unter Vollsperrung – für Juli und August dieses Jahres geplant.

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