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Siegender Holländer

Jockey Adrie de Vries fliegt bundesweit von Erfolg zu Erfolg – morgen auch beim Dresdner Höhepunkt in dieser Saison?

© nordphoto

Von Maik Schwert

Adrie de Vries gilt als Berufsreiter für bestimmte Prüfungen, und er gehört zu den seltenen Startern bei Veranstaltungen vom Dresdener Rennverein (DRV). Morgen tritt der Niederländer mal wieder auf der Seidnitzer Galoppanlage an, und zwar sogar in sechs von sieben Wettbewerben. Auf dieser Bahn gewann er bereits die bedeutendsten internationalen Prüfungen: Auktions- und Listenrennen.

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In seiner Heimat bezeichnen sie ihn als Jahrhundert-Jockey. Seine Fähigkeiten beweist der Vollprofi seit einiger Zeit auch hierzulande. In dieser Saison stehen schon 37 Erfolge für ihn zu Buche. Dadurch führt er die Bestenliste an. Der 44-Jährige hat deutschlandweit als Privatreiter im Gestüt Schlenderhan den beliebtesten Arbeitsplatz seiner Branche. Der Betrieb im nordrhein-westfälischen Bergheim ist nicht irgendeine Firma, sondern das älteste, bedeutendste und beste einheimische Unternehmen seiner Art. Im Winter verdient der Weltenbummler sein Geld in Asien, beispielsweise bei hoch dotierten Prüfungen im Wüstenstaat Katar. Dort geht es häufig um Eurobeträge in Millionenhöhe.

Da kann der DRV nicht mithalten. Der mit einer Prämie von 25 000 Euro dotierte Sachsenpreis, um den es morgen geht, zählt zu seinen am besten dotierten Rennen. „Bei diesen Wettbewerben komme ich immer wieder gern nach Dresden – und wegen des enthusiastischen Publikums“, sagt de Vries. Solche Prüfungen bietet der DRV zu selten an. Daher reist der fliegende Holländer nicht häufiger an. „Ansonsten fühle ich mich immer sehr wohl – gutes Geläuf, nette Menschen, schönes Zentrum mit der Frauenkirche als Höhepunkt.“

De Vries ist der Mann für alle Pferde und jede Strategie. Er führt Außenseiter zu Start-Ziel-Siegen und Favoriten erst auf der abschließenden Geraden zum Triumph. Da spielt de Vries seine besonderen Fertigkeiten beim Endkampf aus und lässt sich im Finale nicht bezwingen. Dabei ist er hierzulande ein Spätstarter in der Vielvölkerturfszene. De Vries avancierte zwar in seiner Heimat dank der meisten Jahreserfolge mehrfach zum Champion. Die niederländische Galoppbranche gilt aber im weltweiten Vergleich als eher zweitklassig.

Der Durchbruch gelang ihm 2002 in Deutschland mit dem Sieg in einem Kölner Listenrennen und 2003 in Europa mit dem Triumph in einem Pariser Grupperennen. Dabei handelt es sich um die Galopp-Champions-League. „Seitdem bekomme ich immer bessere Angebote. Die Trainer vertrauen mir.“ Inzwischen zählt de Vries zu den Stars seiner Szene. Er ist ein Typ ohne Allüren, kommt freundlich und smart rüber. De Vries kennt die Zahl seiner Erfolge nicht. „Irgendwann hört man auf, sie zu zählen.“ Auf seinem Konto stehen gut 1 000 Siege. Eventuell kommt bereits morgen der eine oder andere Triumph dazu – und er 2014 noch einmal nach Dresden.