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Sieger im Ladenwettbewerb

Per Start-up-Projekt wurde ein neuer Mieter für die Riesaer Hauptstraße gefunden. Und es soll nicht der Letzte sein.

Natalie Kraft in ihrem neuen Laden in der Elbgalerie Riesa. Hier kann sie unter anderem Tassen bedrucken (kleines Gerät hinten links) oder mit der Presse rechts Schriftzüge einprägen.
Natalie Kraft in ihrem neuen Laden in der Elbgalerie Riesa. Hier kann sie unter anderem Tassen bedrucken (kleines Gerät hinten links) oder mit der Presse rechts Schriftzüge einprägen. © Christian Kluge

Riesa. Ein bisschen nervös ist sie schon, als es am Sonnabend kurz vor 10 Uhr losgeht. Eine Woche vor dem Tag der Sachen eröffnet Natalie Kraft auf der Hauptstraße in Riesa ihr kleines Ladengeschäft. Es liegt am äußersten Rand der Elbgalerie und ist nur 21 Quadratmeter groß, aber auf dieser Fläche bietet die 31-Jährige in Zukunft so einiges an – vor allem auch Dinge, die man selbst gestalten kann.

„Als ich mit 13 Jahren mit meiner Familie aus Sibirien nach Riesa gekommen bin, hätte ich mir nicht träumen lassen, hier einmal ein Geschäft zu eröffnen“, strahlt die junge Frau und ergänzt: „Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Und ich bin stolz, so weit gekommen zu sein. Viel reden ist allerdings nicht mein Ding.“ Dafür macht sie lieber lauter verschiedene und vor allem personalisierte Dinge im neuen Shop. 

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Elbgalerie-Manager Andree Schittko ist froh, die Fläche trotz der recht kleinen Fläche wieder vermieten zu können. „Das Geschäft stand über ein Jahr leer. Da war früher die Annahmestelle einer Textilreinigung drin.“

Der Plan von Schittko und seinen Mitstreitern ist allerdings noch viel umfangreicher, als „nur“ einen kleinen Laden in der Elbgalerie neu zu vermieten. Denn Natalie Kraft hat ihr neues Geschäft auch der Initiative von „Unternehmen für Unternehmer“ zu verdanken, die einen Start-up-Wettbewerb mit 6000 Euro Unterstützung für den Gewinner ausgeschrieben hatte. Und die 31-Jährige überzeugte mit ihrer Geschäftsidee am meisten. Bisher hatte Natalie Kraft nur einen Online-Modeschmuck-Shop. Jetzt kann sie noch viel mehr anbieten.

Hier entsteht demnächst ein Cannabis-Fachgeschäft: Mit diesem Werbegag hatten die Initiatoren der Aktion im November 2018 für Aufmerksamkeit gesorgt. 
Hier entsteht demnächst ein Cannabis-Fachgeschäft: Mit diesem Werbegag hatten die Initiatoren der Aktion im November 2018 für Aufmerksamkeit gesorgt.  © Archivfoto: Sebastian Schultz

Andree Schittko sagt am Sonnabend auch, was ihn und seine Mitstreiter in Riesa antreibt: „Wir möchten hier Macher sein und Probleme anpacken. Nach dem Motto Tat schlägt Wort. Das ist für uns echter Unternehmergeist!“ Der Manager erzählt, wie es dazu gekommen ist. „Ich bin zusammen mit meiner Assistentin Olivia Runge an einem regnerischen Tag durch die Hauptstraße spaziert und wir haben uns die Kontaktdaten in den leer stehenden Geschäften notiert.“ Anschließend griffen beide im Büro zum Telefon.

Ergebnis: Für das zweite Start-up-Paket – was übrigens mit 5 750 Euro schon fast vollständig geschnürt ist – gibt es bereits sechs Bewerber. Klasse-Ergebnis für die fünf zur Verfügung stehenden Läden, deren Exposés bereits vorliegen. „Wir wollen die Leerstände in Riesas Innenstadt beheben – und wir waren wirklich überrascht, wie viele Interessenten wir gefunden haben“, sagt Schittko, lächelt und schreitet vom Center-Management in der ersten Etage der Elbgalerie hinab zum NK-Laden, den er anschließend publikumswirksam und mit Lautsprecher-Unterstützung eröffnet.

Auf der übersichtlichen Ladenfläche zeigt Natalie Kraft derweil nicht nur ihre Produkte, sondern auch, wie diese personalisierten Dinge überhaupt entstehen. Sie hat sich zum Start in den Ladenhandel ein Lasergerät angeschafft, mit dem Schriftzüge – beispielsweise auf Leder – angebracht werden können. Hinten stehen noch eine Flachpresse, ein Spezialdrucker und ein Gerät, mit dem Natalie Kraft auch Kaffeebecher bedrucken kann. Mit Fotos, Texten oder was die Kunden eben möchten.

Auf einem großen Plakat im Schaufenster steht, was die NK-Collection so alles anbieten kann: „Wir gravieren, bedrucken und labeln ganz individuell nach Deinen Vorstellungen verschiedene Materialien wie Holz, Metall, Glas, Acryl oder Stoff.“ Und wie schafft die Mutter von drei kleinen Kindern das alles? „Kirill, Timor und Bogdan haben eben mit meiner Mutter eine tolle Oma“, freut sich die junge Frau über die Unterstützung für ihre drei Söhne im Alter von sieben, drei und einem Jahr. „Aber nächstes Jahr möchte ich versuchen, noch jemanden für mein Geschäft einzustellen.“ Denn Ehemann Aleksandr ist CNC-Mechaniker und voll berufstätig. Und die Ladenöffnungszeiten während der Woche von 9 bis 19 Uhr, die haben es in sich.

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