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Siemens-Chef: „Wir lassen Görlitz nicht fallen“

Joe Kaeser macht den Görlitzer Mitarbeitern Hoffnung. Wie die Zukunft der Menschen aussehen könnte, kann der Siemens-Chef jedoch nicht sagen.

© dpa

Davos. Siemens-Chef Joe Kaeser macht den Mitarbeitern des von Schließung bedrohten Turbinenwerks in Görlitz Hoffnung. „Wir werden Görlitz nicht fallen lassen“, sagte er am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Wir werden diesen Menschen helfen, wir geben ihnen eine Zukunft.“ Er wisse zwar noch nicht wie, aber es werde einen Weg geben. Siemens sei wirtschaftlich stark genug.

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Die eigenen vier Wände sind eines der größten Projekte im Leben. Am 16. November können Interessenten die vier entstehenden Doppelhäuser auf der Landheimstraße besichtigen.

Der Industriekonzern will wegen schlechter laufender Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik weltweit rund 6 900 Jobs streichen, rund die Hälfte davon in Deutschland. Zwei sächsische Standorte in Görlitz und Leipzig sollen geschlossen werden. Einschnitte sind auch in Berlin, Offenbach und Erfurt geplant. Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Pläne; Politiker hatten sich für den Erhalt der Arbeitsplätze starkgemacht.

„Wenn ich keine Aufträge habe, muss ich reagieren“, verteidigte Kaeser die geplanten Stellenstreichungen. Die Veränderungen in der Branche seien Realität. Er verwies darauf, dass gleichzeitig Tausende neue Jobs bei Siemens in anderen Bereichen entstünden.

SPD-Chef Martin Schulz hatte Siemens nach der im November verkündeten Entscheidung attackiert und von „verantwortungslosen Managern“ gesprochen. Mit Blick auf öffentliche Aufträge hatte Schulz betont, Siemens habe jahrzehntelang vom deutschen Staat profitiert. Kaeser hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er fuhr in Anspielung auf den Vorwurf von Schulz fort: „Ich wollte ihm erst ein Buch über Manchester-Kapitalismus schicken.“ (dpa)