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Siemens schließt Zukunftspakt für Görlitz

Der Konzern will neue Technologien entwickeln. Dabei spielt die Fraunhofer-Gesellschaft eine Schlüsselrolle. 

Von Sebastian Beutler
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Siemens-Chef Joe Kaeser bei einem Besuch im Werksgelände in Görlitz.
Siemens-Chef Joe Kaeser bei einem Besuch im Werksgelände in Görlitz. © Nikolai Schmidt

Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und von Siemens-Chef Joe Kaeser in Görlitz am kommenden Montag verspricht für den Görlitzer Siemens-Standort von größerer Bedeutung zu sein, als zunächst zu erkennen war.

Nach Angaben des Münchner Technologiekonzerns soll bei der Gelegenheit ein Memorandum of Understanding unterzeichnet werden. Darunter wird in der Wirtschaft eine Absichtserklärung zwischen verschiedenen Partnern verstanden. Beteiligt an dem auch als "Zukunftspakt Siemens Görlitz" bezeichneten Papier sind der Freistaat, Siemens und die Fraunhofer-Gesellschaft. Das deutet darauf hin, dass die drei Seiten ein Forschungsprojekt für den Görlitzer Standort auflegen wollen. Näheres ist noch nicht bekannt. Der Görlitzer Betriebsratsvorsitzende Ronny Zieschank sprach gegenüber der SZ von der "einmaligen Chance, die regionale Weiterentwicklung eingebettet in den notwendigen Strukturwandel im Schulterschluss mit Politik und Wirtschaft aktiv mitzugestalten". Zieschank hofft auf ein neues Kapitel in der Geschichte des traditionsreichen Turbinen-Standorts in Görlitz.

Bei der Neuorientierung des Görlitzer Siemens-Werkes war immer die Rede davon, dass Siemens, neben der Profilierung des Turbinenwerkes als weltweite Zentrale für Industriedampfturbinen, auch noch Produkte der Zukunft in Görlitz erforschen lassen könnte. Immer wieder war die Brennstoffzellen-Technologie genannt worden. 

 Im Abschlussbericht der Kohleausstiegs-Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" wird eine Außenstelle eines Fraunhofer-Instituts für Energieforschung in Zittau als eines der Vorhaben genannt, mit denen neue Arbeitsplätze entstehen, vor allem aber neue Produkte entwickelt werden sollen.  Dieses Fraunhofer-Institut steht unter den Sofortmaßnahmen des Papiers. Doch soll es sich um dieses Vorhaben nach SZ-Informationen nicht handeln.  

Der Abschlussbericht der Kohleausstiegs-Kommission  enthält freilich noch weitere Forschungsprojekte auf dem Energiesektor für die Lausitz, die für das Görlitzer Siemens-Werk zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft  in Frage kämen. 

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