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Sachsen

Sing mei Sachse, sing!

Manchen Politikern fehlt es am Geld, anderen an Musikalität. Eine Kolumne von SZ-Redakteur Gunnar Saft.

© dpa/Montage: SZ-Bildstelle

DIESE Woche war hart: Höhere Diäten im Landtag, Streit um Deutschlands Nationalhymne und dann noch der Besuch des ewigen britischen Thronanwärters Charles in Leipzig. Womit nur beginnen?

OK, ich habe mich entschieden: Zuerst trösten wir Sachsens Landtagsabgeordnete, die zwar ab August wieder mehr Geld kriegen, aber im ewigen Finanzduell mit ihren Kollegen aus dem Bundestag hoffnungslos zurückliegen. Kaum war klar, dass die Einkommen der sächsischen Parlamentarier endlich auf fast 6.000 Euro im Monat steigen, schlug Berlin brutal zurück – dort gibt es nun bald 10.000 Euro monatlich. Einige besorgte Steuerzahler hatten Glück. Sie fielen nach beiden Meldungen in Ohnmacht.

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UND weiter mit Prinz Charles und seiner holden Gattin Camilla. Als die zwei am Mittwoch in Leipzig auftauchten, schwante AfD-Anhängern Schlimmes. Doch zum Glück wollte der britische Dauerarbeitslose – immerhin wartet Charles nun schon sein ganzes Leben auf den Chefposten in einem traditionsreichen Londoner Familienunternehmen – danach tatsächlich wieder zurück in sein Heimatland und verzichtete trotz drohenden Brexits auf einen Asylantrag. Vielen ohnmächtigen Steuerzahlern half die Nachricht dann beim Aufwachen.

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RECHTZEITIG genug, um zu erfahren, dass Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow allen Deutschen eine neue Nationalhymne empfiehlt. Der Linke will statt des kämpferischen Liedes, zu dem sich schon unsere Großväter im Gleichschritt in ferne Länder aufmachten, lieber die Kinderhymne von Brecht vortragen lassen. Doch das geht schon mal gar nicht. Die Kinderhymne hat vier komplette Strophen und einen so friedfertigen Text, dass sich dort nix streichen lässt. Wer soll sich den merken? Da schmettere ich lieber „Sing mei Sachse, sing!“, bis alle Politiker in Ohnmacht fallen.