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Skandal im Förderschulzentrum?

Soziale Medien haben berichtet, dass in Ebersbach Stunden ausfallen, weil Lehrer Schäden im Gebäude beseitigen müssten. Dort rätselt man darüber.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Wencke Falkenhayn muss erst mal schlucken, als sie hört, was da auf Facebook zu lesen war: Im Förderschulzentrum würden Schulstunden ausfallen, weil Lehrer im Schulhaus nach einem Wasserschaden den Fußboden reparieren müssten. Die Leiterin des Förderschulzentrums Oberland „Albert Schweitzer“ in Ebersbach kann sich gar nicht vorstellen, wie jemand auf solch eine Behauptung kommen kann. Denn es gab in letzter Zeit überhaupt keinen Wasserschaden im Schulgebäude. Keine einzige Schulstunde falle aus, weil Lehrer etwas reparieren müssten, betont die Schulleiterin. Für solche Fälle hat die Schule einen Hausmeister, der Schäden schnell repariert und alles wieder in Ordnung bringt. Silke Tischer, die stellvertretende Schulleiterin, erklärt: „Leider haben auch wir Ausfall von Schulstunden, der im Grunde zu hoch ist. Etwa 7,5 Prozent des geplanten Unterrichts kann nicht stattfinden. Das passiert zu 90 Prozent, weil Lehrer erkranken und kein Vertretungslehrer zur Verfügung steht.“ Zehn Prozent der Ausfallstunden entstehen, wenn Lehrer auf Fortbildung sind. Die Personaldecke reicht nicht aus, um die Lehrervertretung in den Klassen absichern zu können.

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Für dieses Jahr sei die Personaldecke am Förderschulzentrum noch halbwegs „im grünen Bereich“, ist die Schulleiterin froh. Große Sorge bereitet es ihr aber, dass ab dem kommenden Jahr verstärkt Lehrer in den Ruhestand gehen und die Regionalstelle Bautzen der sächsischen Bildungsagentur keine neuen, ausgebildeten Lehrer nach Ebersbach vermitteln kann. Wencke Falkenhayn bedauert, dass kaum Pädagogen mit der speziellen Ausbildung für Förderschulen in die Oberlausitz kommen wollen. Der ländliche Raum biete einfach viel zu wenig für die meisten Lehramtsabsolventen, gibt sie zu bedenken.

Gerüchte wie das oben beschriebene seien kontraproduktiv zum Bestreben, Lehrer für das Förderschulzentrum und andere Schulen in der Region zu gewinnen. Die Schulleiterin gibt außerdem zu bedenken, dass man nicht jede Behauptung in den sozialen Medien für bare Münze nehmen sollte. Manchmal gebe es schon sehr wirre Berichte, bei denen der Leser eigentlich merken müsste, dass da etwas nicht stimmen könne. „Wir legen viel Wert auf Transparenz“, sagt Wencke Falkenhayn. Sie denkt dabei an den Tag der offenen Tür, der zwar nicht in jedem Jahr, aber dennoch regelmäßig durchgeführt wird. Bei den Oberlandfesten präsentiert sich das Schulzentrum immer mit. Nach Absprache könne jeder aus dem Umland sich ein Bild von der Schule verschaffen.

Nächste Gelegenheit, die Schule kennenzulernen, ist am 28. November, wenn das Förderschulzentrum zum traditionellen Weihnachtsbasteln einlädt. Dann können Eltern und Großeltern von Schülern, aber auch andere neugierige Bastelfreunde das Förderschulzentrum besuchen.

Die Leiterin und ihre Stellvertreterin wundern sich über den Gerüchte-Eintrag bei Facebook, zumal sie des Öfteren mit Einwohnern aus dem Umland telefonieren. „Die Leute nehmen großen Anteil an dem, was bei uns passiert. Sie rufen an und fragen oder geben Hinweise, beispielsweise, wenn es auf dem Turnhallenvorplatz nach einem Spiel wieder mal heiß und laut herging“, berichtet die Schulleiterin. Auch die Arbeiten im Schulgarten werden von den Anwohnern rege verfolgt. Seit 2012 wird dieses Gelände von Schülern und Lehrern urbar gemacht – im Rahmen der Arbeitslehre als Bestandteil des Lehrplanes. Vielleicht resultiert das Facebook-Gerücht aus der Tatsache, dass Lehrer und Schüler gemeinsam im Schulgarten unter anderem Wegeplatten verlegt haben, mutmaßt Frau Falkenhayn. Vielleicht hat jemand gesehen, wie der Lehrer die Platten allein antransportierte und hat das Geschehen falsch gedeutet und daraus das Gerücht ersonnen? Die Leiterin kann nur spekulieren.