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Skassa bekommt Radweg zum Kaufland

Das Stadtbauamt stellt den Bürgern seine Pläne für die Ortsdurchfahrt vor, einschließlich der Entschärfung einer S-Kurve.

Das ist die Situation am Ortsausgang von Skassa Richtung Weißig. Hier wird bereits die Geschwindigkeit gemessen.
Das ist die Situation am Ortsausgang von Skassa Richtung Weißig. Hier wird bereits die Geschwindigkeit gemessen. © Kristin Richter

Großenhain. Das Dörfchen Skassa soll nicht abgehängt, sondern an die Stadt Großenhain angehängt werden. Und zwar mit einem Fuß- und Radweg, der parallel zur S 40-Ortsdurchfahrt verläuft und sich dann bis zum Großraschützer Kaufland-Supermarkt fortsetzt. Am Dienstagabend stellte der Senftenberger Planer Thomas Berner die ersten Planentwürfe im Skassaer Ortschaftsrat vor.

 Der Weg soll von der Einmündung Zürnerstraße auf der Südseite der Ortsdurchfahrt in Richtung Großraschütz geführt werden. Er wird die übliche Breite von 2,50 Meter haben plus einen Sicherheitsstreifen von 75 Zentimetern. Als Straßenquerungshilfen sind Verkehrsinseln vorgesehen – zwei an den Ortseingängen und eine in der Ortsmitte.

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Komplizierter wird die Sache an der Westseite des Ortes in Richtung Weißig. Hier verläuft die Staatsstraße in einer S-Kurve, wo sich schon etliche Unfälle ereignet haben. Im Kurvenbereich reicht die Asphaltpiste bis etwa anderthalb Meter an die Zäune heran; bei einigen Grundstücken liegt dazwischen noch ein Graben mit steiler Böschung. 

Es gibt keinen Fußweg, so dass jeder, der zu Fuß ins Dorf will, akut gefährdet ist. Schon so mancher Skassaer musste sich vor den Außenspiegeln von Fahrzeugen in Sicherheit bringen, die wegen zu hoher Geschwindigkeit zu nah an den Straßenrand gerieten. 

Kurvenbegradigung: So könnte die Verkehrsführung in fünf Jahren aussehen.
Kurvenbegradigung: So könnte die Verkehrsführung in fünf Jahren aussehen. © BM Ing.

Hier soll die S 40 ein paar Meter von den Grundstücken weg verlegt und etwas begradigt werden. Außerdem ist geplant, den Hügel, der den Fahrzeugführen bei der Einfahrt ins Dorf die Sicht nimmt, ein Stück abzutragen und die dahinterliegende Senke zu verfüllen.

Die bisherigen Planungen seien erst ein Vorentwurf und für weitere Vorschläge der Skassaer noch offen, erklärte Thomas Berner in der Ratssitzung. Das betrifft besonders den Verlauf des Radweges, der bis zur Straßeneinmündung Richtung Neumühle geführt werden soll.

Dieser könnte gegenüber der Zürnerstraßen-Einmündung hinter den Gebäuden auf den Wanderweg in Richtung Merschwitz geführt werden, dann rechts abbiegen, am Ortsausgang die Verkehrsinsel queren und auf der Nordseite weiterverlaufen. Auch eine straßenbegleitende Variante wäre möglich, würde aber die Ausfahrt aus den Grundstücken nicht einfacher machen.

Da es sich bei der Skassaer Ortsdurchfahrt um eine Staatsstraße handelt, ist nicht die Stadt Großenhain für den Umbau verantwortlich, sondern das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Das hatte sich schon vor drei Jahren mit der Kurvenbegradigung angefreundet, aber darauf verwiesen, dass es keine freien Kapazitäten für die Planung habe. Deshalb sprang das Rathaus in die Bresche und engagierte das Senftenberger Ingenieurbüro BM Ingenieure. Gebaut und bezahlt wird aber vom Freistaat.

Genau deshalb reagierten einige Besucher der Ortschaftsratssitzung ausgesprochen skeptisch. Ob sie denn die Freigabe des Radweges noch erleben werde, fragte eine ältere Dame aus dem Auditorium. Nach einigem Zögern ließ sich Baubürgermeister Tilo Hönicke zu einer Zeitvorgabe hinreißen. Mit fünf Jahren müsse man bis zur Fertigstellung rechnen.

Erfahrungsgemäß seien das Schwierigste an Vorbereitung die notwendigen Grundstückskäufe. Sowohl für die Kurvenbegradigung als auch für den Radweg muss landwirtschaftliche Nutzfläche in Anspruch genommen werden. Stelle sich einer der Landbesitzer quer, so Planer Thomas Berner, müsse ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden und das verzögere die Sache immens.

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Es liegt also auch an den Skassaern selbst, wie schnell es mit dem Ausbau ihrer Ortsdurchfahrt vorwärtsgeht. Dadurch, dass die Stadt Großenhain mit den Planungen in Vorleistung geht, werden überdies die Wege für die Klärung von Eigentumsfragen kürzer. Er kenne die Eigentümer der benötigten Grundstücke und auch die Pächter, sagt Bauamts-Chef Hönicke. Gut möglich, dass seine Vermittler-Fähigkeiten noch gebraucht werden.

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