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Skatbrüder seit 30 Jahren am Tisch

Zur Jubiläumsparty des Großenhainer Skatclubs steht das gemeinsame Hobby im Mittelpunkt. Und natürlich wird Skat gekloppt - mit dem Oberbürgermeister.

Willi Lindemann, OB Sven Mißbach, Dietmar Fritsche und Beate Josko (von rechts) mischten zum Großenhainer Skatjubiläum die Karten fürs gemeinsame Spiel.
Willi Lindemann, OB Sven Mißbach, Dietmar Fritsche und Beate Josko (von rechts) mischten zum Großenhainer Skatjubiläum die Karten fürs gemeinsame Spiel. © Kristin Richter

Großenhain. "Wir haben mal zu viert angefangen", erinnert sich Willi Lindemann. Mit ihm am Tisch saßen unter anderem der erste Präsident des Großenhainer FV, Christian Müller, und Hans-Jürgen Klitzke, der 2019 leider verstorben ist. "Die wollten mich für den Fußball gewinnen", sagt Lindemann und schmunzelt. Am Skat-Tisch. Lindemann, heute 76, willigte ein unter der Bedingung, dass Großenhains Fußball vereint wird. Das passierte wenig später. Und "nebenbei" wurde der "1. Großenhainer Skatclub e. V." ins Leben gerufen. Willi Lindemann wurde Vorsitzender.

Das ist nun 30 Jahre her. Das Jubiläum haben die knapp 30 Skatbrüder und zwei Frauen zu Wochenbeginn in ihrem Stammlokal Mückenschänke gefeiert. Mit einem offiziellen Teil, vielen Glückwünschen und natürlich dem, was die Skatfreunde am besten können: reizen, spielen, gewinnen - oder eben auch verlieren. Erinnerungen wurden wach an die legendären Turniere um den Pokal des Oberbürgermeisters, aber auch gemeinsame Ausflüge. "Die finden immer mit Anhang, aber ohne Skatkarten statt", sagt Willi Lindemann. 

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Beim Skat dagegen ging es eigentlich immer hoch her. "Das ist ein Hobby, aber natürlich ist auch viel Ehrgeiz dabei", sagt Dietmar Fritsche. Seit zehn Jahren ist der 76-Jährige Präsident des Skatclubs. Auch er kam eher zufällig zum Verein. 2003 überredete ihn Mücke- und Schützenhausinhaber Thomas Krause - bei einem Bowlingabend. Seitdem ist der Montag fest gebucht. Dann treffen sich die Skatbrüder und -schwestern zum gemeinsamen Spiel, aber eben auch zum Quatschen. "Man ist immer froh, diese Gemeinschaft zu haben", sagt Dietmar Fritsche. Die Corona-Pause habe das deutlicher denn je gemacht. Da musste der Skatabend ausfallen. "Es war schon komisch", resümiert der Vereinschef. Von Entzugserscheinungen will er zwar nicht reden, aber für die Partner sei das eine ungewohnte Situation gewesen, dass die Männer  bzw. Frauen zu Hause blieben.

Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach gehört zu den Gratulanten fürs Jubiläum. "30 Jahre - davor habe ich großen Respekt", sagt er. Er selbst habe ungefähr als Achtklässler Skatspielen gelernt. Sein Opa sei ein hartnäckiger Lehrer gewesen. Dass das beliebte Kartenspiel bei jungen Leuten relativ wenig populär ist, wundere ihn zuweilen. Aber immerhin: Die Mischung im Großenhainer Skatclub ist bunt. Das älteste Mitglied Dieter Kührt ist 84, der Jüngste - Alexander Schulz - gerade mal 30 Jahre alt. Und bei allem Ehrgeiz, der auch mal überschäumen kann, hat Dietmar Fritsche das Credo benannt: "Wer nicht verlieren kann, hat auch nicht verdient, zu gewinnen."

Willi Lindemann nimmt sich nach dem Akt zum Jubiläum kurz Zeit fürs Gespräch mit der SZ. Um Geld werde hier nicht gespielt. Und die Mär, dass Skatspieler rauchen und Bier trinken müssen, stimme nicht. Seit Montag ist Lindemann Ehrenpräsident des 1. Großenhainer Skatclubs. Nur kurz hat er Muße, sich darüber zu freuen. Denn schon sind die Tische und Stühle gerückt, liegen die Skatblätter und Listen bereit. Die Vereinsmitglieder drängen auf Tempo. Sie wollen endlich reizen und stechen. Auch der Oberbürgermeister hat sich für die Skatrunde breitschlagen lassen. Im Herbst wird er wieder einen Pokal fürs Turnier stiften. Die nächsten 30 Jahre sind eingeläutet.


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