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Muss Zittaus Skaterpark gesperrt werden?

Jugendliche fürchten um ihre Sportanlage an der Brückenstraße. Die zehn Jahre alten Sprungelemente sind baufällig. Aber wer bezahlt einen kompletten Neubau?

Der Skaterpark an der Zittauer Brückenstraße ist beliebter Treffpunkt sportbegeisterter Jugendlicher. Die sammeln jetzt Unterschriften für seinen Erhalt.
Der Skaterpark an der Zittauer Brückenstraße ist beliebter Treffpunkt sportbegeisterter Jugendlicher. Die sammeln jetzt Unterschriften für seinen Erhalt. © Matthias Weber/photoweber.de

In der Nacht hat wieder jemand "NS-Area" und eine Reichsflagge auf eines der Sprungelemente gesprüht. Robin ist sauer: "Scheibenkleister ist das", schimpft der 17-Jährige. Die anderen, die an diesem Nachmittag mit ihren Skateboards und BMX-Rädern gekommen sind, pflichten ihm bei. Solche Schmierereien wollen sie nicht in ihrem Skaterpark an der Brückenstraße. "Das machen wir heute noch weg", sagt Robin, der hier fast jeden Tag mit seinem BMX-Rad trainiert. 

Ein bisschen Farbe und die Sache ist behoben. Mal wieder. In letzter Zeit, erzählen die Jugendlichen, müssen sie sich immer öfter um die Sprungelemente in ihrem Park kümmern. Nicht, weil hier jemand mutwillig Hand anlegt oder etwas kaputt macht, Schmierereien wie diese seien wirklich die Ausnahme, versichern sie, sondern weil der Zahn der Zeit an den Holz-Elementen nagt.  

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Aber gerade diese tollen Sprungelemente sind es, die die Jugendlichen in Scharen in den Skaterpark ziehen, inzwischen seit mehr als zehn Jahren und heute noch genauso stark wie 2011 nach der Neueröffnung. Steve, heute 28, hat hier schon angefangen, als er neun war. "Und es macht immer noch einen Riesenspaß", sagt er. Sogar Jugendliche aus Polen und Tschechien kommen regelmäßig.

"Die Kinder und Jugendlichen können hier sinnvoll Sport treiben", sagt Rocco Zoschke, Sozialarbeiter bei der Mobilen Jugendarbeit in Zittau. Gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Weingart schaut er regelmäßig an der Brückenstraße vorbei. "Bei schönem Wetter sind hier 40, 50 Kinder und Jugendliche", erzählt er. "Das ist doch eine gute Sache."

Aber wie lange noch? "Die Sprungelemente werden jedenfalls nicht mehr lange halten", wissen Rocco Zoschke und die Jugendlichen. Hitze, Kälte und Feuchtigkeit haben den Holzbauten über die Jahre zugesetzt. "Inzwischen brauchen wir zwischen 1.500 und 2.000 Euro im Jahr, um Schäden zu reparieren", sagt der Sozialarbeiter. Geld, das die Jugendarbeit nur schwer aufbringen kann. Und das am Ende auch nicht reicht.

Jugendliche sammeln Unterschriften

Letzes Jahr waren Fachleute da, erzählt Zoschke. Da sei schon klar geworden, dass die Instandsetzungen den Park nur kurzfristig in einen guten und vor allem auch gefahrlos befahrbaren Zustand versetzen werden. Die Kinder und Jugendlichen im Park befürchten jetzt, dass ihre Sportstätte gesperrt und abgerissen werden könnte. "Das ist nicht sehr weit hergeholt", weiß der Sozialarbeiter, denn öffentlichen Spielplätze werden regelmäßig behördlich überprüft. "Wenn Beanstandungen dann nicht sehr schnell behoben werden, kann es sein, der Park wird gesperrt."

So weit aber wollen es die Jugendlichen nicht kommen lassen. "Wir wollen eine langfristige Lösung", sagen sie. Wohl wissend, dass dies wahrscheinlich nur ein Neubau sein kann, möglichst mit Betonelementen, die haltbarer sind als Holz. Dafür haben die Jugendlichen jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet. Und sie wollen ihre Eltern bewegen, eine Elterninitiative zu gründen.

Der Skaterpark war 2011 von der Stadt Zittau mit Fördermitteln aus dem Stadtumbau Ost  und mithilfe einer Spendenaktion finanziert und gebaut worden. Rocco Zoschke ist sich sicher, dass es auch für einen Neubau einen Fördertopf gibt. Die Stadt, sagt er, habe auch ihr grundsätzliches Interesse am Erhalt des Parks bekundet, sagt er.

Es braucht jetzt nur jemanden, der die Sache anstößt. Und das wollen die Skateboarder und BMX-Fahrer jetzt selber tun. Die Unterschriftenaktion war ihre eigene Idee. Und bei der Sparkasse haben sie ziemlich erfolgreich eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Der Grundstock für die benötigte Summe ist also schon mal gelegt.

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