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Skater fiebern Neueröffnung entgegen

In den Freizeitobjekten der Stadt tut sich was. Die Halle für die Jugendlichen hat ein neues Dach. – auch am Karlihaus geht`s weiter.

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Von Holger Gutte

Frank Fischer ist glücklich – und mit ihm viele Skaterfreunde in Sachsen und Tschechien. Die Skaterhalle in Seifhennersdorf ist nicht nur endlich wieder dicht – sie ist jetzt sogar über die gesamte Fläche neu gedeckt. Ein Jahr lang sind die Jugendlichen bis nach Dresden, Cottbus oder nach Tschechien gefahren, um in einer Halle skaten zu können.

Der Lastenaufzug steht noch an der Skaterhalle in Seifhennersdorf. Die Arbeiten am Dach sind nun abgeschlossen. Seit Sonnabend ist es neu gedeckt. Die Firma Werder-Bedachungen hat die Kosten für Material und Arbeitsleistungen übernommen.Foto: Matthias Web
Der Lastenaufzug steht noch an der Skaterhalle in Seifhennersdorf. Die Arbeiten am Dach sind nun abgeschlossen. Seit Sonnabend ist es neu gedeckt. Die Firma Werder-Bedachungen hat die Kosten für Material und Arbeitsleistungen übernommen.Foto: Matthias Web

„Vor genau zehn Jahren habe ich die Halle mit noch zwei anderen ABM-Mitarbeitern aufgebaut“, erinnert sich Frank Fischer. Heute ist er als Vorsitzender des Karlihaus-Vereins, der den Jugendtreff und die Skaterhalle der Stadt betreibt, für die Halle mit verantwortlich.

„Einen großen Dank an die Firma Werder, dass das alles so schnell und unkompliziert ging“, sagt er. Am Dienstag ist sie angerückt und hat das Baumaterial gebracht. Und dann haben am Freitag und am Sonnabend jeweils acht Mann auf dem Dach gearbeitet. „Die haben richtig gute Arbeit geleistet“, sagt er. Zuerst hat das Dach einen Reparaturanstrich erhalten. Dann sind die Fugen vergossen und anschließend auf der gesamten Dachfläche neue Dachpappe aufgeschweißt worden. Etwa 180 Rollen Dachpappe wurden dabei verarbeitet, schildert der Vereinsvorsitzende. Das Leutersdorfer Unternehmen übernimmt die Kosten für das Material und die Arbeitsleistungen.

Im Vorfeld sind von einem Ingenieurbüro etwa 60 000 bis 70 000 Euro veranschlagt worden. So viel Geld ist die Mehrheit der Stadträte, angesichts anderer dringenderer Baumaßnahmen, nicht bereit gewesen in die Skaterhalle zu investieren. So ist Werder als Sponsor der Retter für die Anlage gewesen.

„Das hält jetzt wieder zehn bis 15 Jahre“, schätzen die Dachdecker ein. Der Karlihaus-Verein will sich deshalb nun erneut an die Stadt Seifhennersdorf wenden. Dabei geht es aber nicht ums Geld, sondern um einen längerfristigen Pachtvertrag für die Einrichtung. Bisher gilt der immer nur für ein Jahr. Der Verein hat mit der Halle noch viel vor und braucht dafür Planungssicherheit. Die Anlage soll mit ihren Skaterelementen völlig neu gestaltet werden. Einige sind nach dem Hochwasser 2010 zwar in Ordnung gebracht worden, trotzdem nagt aber der Zahn der Zeit an ihnen. „Wir sind bereits auf Sponsorensuche, um unser Vorhaben finanzieren zu können“, sagt Frank Fischer. Etwa 4 000 bis 5 000 Euro brauchen sie für das Material. Das Aufbauen übernimmt der Verein zusammen mit den Skatern selber.

Es gibt bereits eine grobe Vorstellung, wie die Anlage mal aussehen soll. Der Raum würde dadurch optimal ausgenutzt. In einer 3-D-Ansicht existiert davon auch schon ein Plan. Frank Fischer lobt die enge Zusammenarbeit zwischen Verein und Skatern. Zwei Jugendliche sind jetzt schon Mitglied im Karlihaus-Verein geworden.

Bis die neue Anlage steht, müssen die Skater allerdings nicht warten. Für das letzte März- oder erste Aprilwochenende ist die Wiedereröffnung der Seifhennersdorfer Skaterhalle nach einem Jahr Schließung geplant. Bis dahin werden wir jetzt noch die Halle reinigen und in Ordnung bringen. Schwerpunkt wird dabei das große Tor sein. „Wir müssen es wieder zuschweißen lassen“, schildert Fischer. Um den Schlamm nach dem Hochwasser aus dem Gebäude zu bekommen, musste das damals schon verschweißte Tor aufgebrochen werden. Nun weht der Wind zu stark in die Halle. Auch die Toilette soll noch in Ordnung gebracht werden.

Frank Fischer ist sich sicher, dass viele Jugendliche bei den Arbeiten mit anpacken werden. Das haben sie vor vier Jahren nach dem Hochwasser auch getan, und wochenlang mit angepackt. Schließlich brennen die Jugendlichen schon lange darauf, wieder in „ihre“ Halle zu können. Zum zehnjährigen Bestehen der Anlage soll es in diesem Jahr zudem einen großen Skatercontest geben.

Neue Saalfenster zum Jubiläum

Aber das ist nicht das einzige Jubiläum, dass 2014 beim Karlihaus-Verein ansteht. 85 Jahre Karlihaus Seifhennersdorf werden in diesem Jahr gefeiert. Da passt die Nachricht sehr gut, dass die Stadt jetzt die vier riesigen Fenster im Saal auf der Seite zur Rosa-Luxemburg-Straße, durch neue ersetzen lässt. Mit den schallschutzverglasten Fenstern wird die Lärmbelästigung für die Anwohner wesentlich eingedämmt. Die anderen fünf ebenso großen Fenster auf der gegenüberliegenden Saalseite werden nur aufgearbeitet. Das hatten die Stadträte so bereits im vergangenem Jahr mehrheitlich beschlossen. Etwa 35 000 Euro kostet das Bauvorhaben.

Von der mit den Arbeiten beauftragten Firma sind jetzt die Fenster ausgemessen worden. Der Vereinsvorsitzende rechnet damit, dass die neuen Fenster bis zum Mai drin sind. Am 10. und am 17. Mai gibt es mit den Jugendweihen im altehrwürdigen Gebäude nämlich die ersten Veranstaltungen in diesem Jahr. Und im Juli wollen die Zehntklässler der Mittelschule hier ihren Abschlussball feiern. Nach der Sommerpause folgen dann noch bis zur Silvesterparty eine Reihe von Veranstaltungen. Dazu gehören Konzerte, Theater, Tanz, Shows und vielleicht auch wieder Boxen.

www.skatehalle-seifhennersdorf.de