merken
PLUS

Skater-Park fällt durch

Im Jugendstadtrat Waldheim sind sechs Anträge eingereicht worden. Nur drei wurden angenommen.

Von Frank Korn

Auf dem Schulhof geht es sicher manchmal lauter zu, als bei der Sitzung des Jugendstadtrates in Waldheim. Im „Planspiel Kommunalpolitik“ – einer gemeinsamen Aktion der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Stadt Waldheim – haben die sechs Fraktionen – bestehend aus Schülern der 9. Klassen der Oberschule Waldheim – Anträge ausgearbeitet, die gestern zur Abstimmung standen.

Anzeige
Der Palais Sommer 2020 kann stattfinden!
Der Palais Sommer 2020 kann stattfinden!

Jetzt die Zukunft des Festivals mit Spenden sichern.

„Ich hätte mir teilweise schon etwas mehr Diskussionsfreudigkeit gewünscht, die meisten waren wohl doch etwas schüchtern“, sagt Maria Nobis von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die das Projekt begleitet hat. Insgesamt sei das Planspiel aber gut gelaufen. „Die Schüler haben einen Einblick bekommen, wie Demokratie funktioniert und die Politiker konnten sehen, was die Jugendlichen bewegt.“

Einer der Anträge befasste sich mit dem Skater-Park im Stadion Massanei. Die Fraktion CSJ – benannt nach den Vornamen dreier ihrer Mitglieder – beantragte, dass der Park wieder aufgebaut und die vorhandene Halfpipe repariert wird. Außerdem sollten die ursprünglich vorhandene Quarterpipe, eine Fun-Box und eine Bank neu aufgestellt werden. Zum Erstaunen selbst von Bürgermeister Steffen Blech (CDU), der die Sitzung des Jugendstadtrates leitete, wurde der Antrag mit 20 von 36 Stimmen abgelehnt. Der Bürgermeister brachte sein Erstaunen über die Ablehnung zum Ausdruck. „Ich hätte das Projekt unterstützt. Wenn die entsprechenden Angebote vorhanden sind, lockt das auch Besucher an.“ Eine Jugendstadträtin fragte, ob man noch einmal abstimmen könne. Das musste Blech natürlich ablehnen. „Das geht leider nicht. Nach der Abstimmung muss jeder das Ergebnis akzeptieren.“ Das Stadtoberhaupt verwies auf ein probates Mittel in der Demokratie. „Die Fraktion CSJ hätte vor der Sitzung mit den anderen Fraktionen reden müssen, um die erforderliche Mehrheit zu schaffen.“

Von den sechs Anträgen sind nur drei „durchgewunken“ worden. Der Antrag der Fraktion „Die Veränderung“ befasste sich mit dem Waldheimer Bahnhof. Sie beantragte, dass nach dem erfolgten Abriss und der Neugestaltung des Geländes die Sauberkeit und Pflege der neu entstandenen Flächen durch die Stadtverwaltung sichergestellt werden. „Das Bahnhofsgebäude wirkt für Einwohner wie Besucher abschreckend. Die Fassaden des Gebäudes sollen langfristig vor Graffiti geschützt werden“, begründete Fraktionschef Toni Wittemeier den Antrag. Offenbar traf die Fraktion damit den Nerv der anderen Jugendstadträte. Es gab nur eine Gegenstimme. Der Bürgermeister berichtete, dass die Stadtverwaltung das Bahnhofsgebäude im Dezember 2013 ersteigert hat. Die Kosten für den Abriss werden mit etwa 390 000 Euro veranschlagt. Die Fördermittel belaufen sich auf etwa  357 000 Euro.

Der Antrag der Fraktion „Unabhängige Schülerinnen für Waldheim“, eine nachhaltige Spielplatzkonzeption zu schaffen, wurde ebenso genehmigt, wie das Anliegen der Fraktion „Motschekiebchen“, bei der Beförderung der Schüler mehr beziehungsweise größere Busse einzusetzen. Bürgermeister Steffen Blech wies aber auch darauf hin, dass konkrete Vorfälle bei der Beförderung stets sofort gemeldet werden sollten, um danach entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.