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Wo bleibt der Skibus?

Die Sonderlinie kommt jede Wintersaison nur schwer in die Gänge. Diesmal sind besonders starke Nerven gefragt.

Von Mandy Schaks
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Der Skibus in Altenberg wird gern genutzt, hier an der Sonderhaltestelle am Lugsteinhof in Zinnwald.
Der Skibus in Altenberg wird gern genutzt, hier an der Sonderhaltestelle am Lugsteinhof in Zinnwald. © SZ-Archiv Schaks

Es ist jedes Jahr dasselbe: Der Winter rückt heran, und es ist nicht klar, ob in der touristischen Hochsaison im Osterzgebirge ein Skibus fährt. Der Altenberger Stadtrat Wolfram Streller (Wählervereinigung Geising) fragte deshalb in der jüngsten Ratssitzung nach, wie es um die Sonderlinie bestellt ist. 

Die Antwort von Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) ist ernüchternd. Wie es derzeit aussieht, wird der Skibus in der kommenden Saison gar nicht fahren, informierte er. Grund sei nicht allein die Finanzierung, erläuterte Tourismus-Chef Marcel Reuter. Doch auch das Geld ist ein Dauerthema. Bereits 2014 scheiterte ein Vorstoß der Tourismusgemeinschaft Silbernes Erzgebirge  - heute  Tourismusverband  -, weil es vier Jahre nicht gelang, ein tragfähiges Konzept hinzubekommen.  Dann ergriff  die Stadt Altenberg die Initiative und brachte mit dem Regionalverkehr den Touristenbus hier in der Region an den Start. Die Sonderlinie 374  pendelte zu bestimmten Zeiten, in denen viele Gäste da sind,  zwischen Zinnwald, Geising, Altenberg, Hirschsprung, Oberbärenburg, Kipsdorf, Bärenfels und Schellerhau. Es gab auch  Verkehrsanbindungen nach Rehefeld. Aber es klemmte immer wieder am Geld. Die Stadt stellte Mittel unter anderem aus der Gästetaxe zur Verfügung. Doch die Hoffnung, dass sich auch die Hauptprofiteure, die Beherbergungsbetriebe in der Region, dauerhaft und angemessen finanziell beteiligen, erfüllte sich nicht. So fehlt weiterhin Geld für den Skibus.

Aber das ist nicht einmal der Hauptgrund, warum jetzt der Sonderbus wieder ins Stottern kommt. "Es braucht für die Linie eine Genehmigung von der Landesdirektion", erläuterte Reuter.  Denn bislang fuhr der Sonderbus nur zu bestimmten Zeiten, etwa zwischen Weihnachten und Neujahr und  in den Winterferien. Dafür war eine Sondergenehmigung nötig. Doch diese Ausnahmeregelung gebe es nicht auf Dauer. Schon in der zurückliegenden Saison habe die Genehmigungsbehörde Reuter zufolge mitgeteilt, dass dies die letzte Sondergenehmigung sei. "Oder wir fahren das ganze Jahr."

Das ist auch das erklärte Ziel der Stadt. Der Touristenbus soll in den regulären Linienverkehr integriert werden. Damit könnten Urlauber, die eine Gästekarte der Stadt  haben, alle Busse im Raum Altenberg kostenlos nutzen und nicht nur die eine Sonderlinie. Zudem will die Stadt mit einem erweiterten Angebot zugleich den öffentlichen Nahverkehr für die Einheimischen verbessern.

Bürgermeister Kirsten habe deshalb alle Ortschaftsräte angefragt, den Bedarf mitzuteilen, wann ein Bus fahren soll. Das ist vor allem an Wochenenden und außerhalb der Schulzeit wichtig, weil dann keine Schulbusse fahren und das, was dann noch im Kammgebiet rollt, zu wünschen übrig lässt.

Die Stadt hat dazu auch Gespräche  mit dem kreiseigenen Busunternehmen, der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH, geführt. Das dauere aber noch, bis Ergebnisse vorliegen. Für eine Genehmigung der neuen Linie brauche es ein bis zwei Jahre, kündigte Reuter an. Zudem müsse jemand das erweiterte Angebot bezahlen, so Kirsten. "Der Weg ist aufgezeigt."

Stadtrat Roy Greif (Bärensteiner Wählervereinigung) wollte wissen, ob die Stadt nicht  noch eine andere Möglichkeit in Erwägung zieht. Wurde der Skibus schon mal ausgeschrieben und auch daran gedacht, die Leistung an kleinere Unternehmen zu vergeben?, fragte er. Doch so einfach, wie das klingt, scheint das nicht zu sein. "Wir brauchen die Genehmigung für die Linie", so Kirsten. Damit ist es aber nicht getan. Es gebe Linienkonzessionen, erläuterte Reuter, also die Genehmigung ist dann an bestimmte Unternehmen gebunden. "Fährt ein anderer, darf er die Haltestelle nicht anfahren", so der Tourismuschef. Also geht's erst mal ohne Skibus in die Wintersaison.

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