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Skiläufer brillieren im Drachenboot

Nach dem Ausfall der Rennen im Vorjahr wurde am Wochenende wieder elbaufwärts gepaddelt.

© Daniel Förster

Von Stephan Klingbeil

Was machen Skifahrer im Sommer? Drachenbootfahren! Und das gar nicht mal so übel. Beim 17. FEP-Drachenboot-Cup am Wochenende in Pirna schafften es gleich zwei Teams in die beiden Endläufe mit den jeweils besten drei Booten, die Bretter gegen Paddel getauscht hatten. Eines davon waren die Langläufer vom Skiteam Grün-Weiß Pirna. „Im Sommer liegt leider kein Schnee, daher müssen wir was anderes machen“, sagt Maik Hoffmann, Teamkapitän der „Pistenflizzer“. „Ein besonderer Reiz ist hier natürlich, dass wir als Mannschaft alle an einem Strang ziehen müssen, obwohl wir sonst meist Einzelkämpfer sind.“

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Das hat in den vergangenen Jahren auch ganz gut geklappt. Schon dreimal hatten die Ski-Asse bei dem Spaßrennen am Rande des Pirnaer Stadtfestes gewonnen. In diesem Jahr mussten sie beim A-Finale des Sonntagswettkampfs gegen zwei andere ehemalige Titelträger, „Schnelle Welle“, eine Freizeittruppe aus dem Raum Döbeln, und die Dresdner Kletterfreunde vom Team „Kleine Hardcore Climber“, antreten.

Pirnaer Kanuten haben den Hut auf

Den Titel im Endlauf sicherten sich dann die „Pistenflizzer“ vor den Kletterern und den Dauergästen aus Döbeln. Die Pirnaer machten so den Triumph der Ski-Asse im Drachenboot perfekt. Denn am Tag zuvor könnten bereits die „Eisbären“ vom Skiclub Dresden Niedersedlitz jubeln. Sie siegten vor der Crew „Edel+Stahl“ von den Edelstahlwerken Schmees Pirna und der Heidenauer Truppe der Karl Köhler Bauunternehmung GmbH. Wie die „Profis am Bau“ nahmen an den Spaßwettbewerben einige Boote regionaler Firmen teil. Manche meisterten die 200-Meter-Strecke elbaufwärts mit Bravour, andere eher nicht.

Die einen traten mit Badelatschen an, andere mit Schwimmkappen und Taucherbrille. Während am Ufer Bratwürste brutzelten, Kinder auf Hüpfburgen herumtollten und heiße Rhythmen aus den Musikboxen dröhnten, wollten bei den zwei Turnieren am Sonnabend und gestern insgesamt 19 Mannschaften auf der Elbe bestehen.

Das waren laut Koordinatorin Heike Wiedner von der Stadtverwaltung weniger als in Vorjahren. Doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Im Gegenteil: Alles lief glatt, weder Frau noch Mann gingen über Bord. Die Rettungsschwimmer hatten bei teils angenehmen Wettkampftemperaturen so gut wie nichts zu tun. Mit den Bedingungen waren die meisten Teams sehr zufrieden. Gut kam auch an, dass die Rennen dieses Jahr nur im Mixed-Wettbewerb ausgetragen wurden, bei dem mindestens sechs Frauen mitpaddeln müssen. „Für die Vergleichbarkeit der Teams ist das besser“, sagt Ski-Langläufer Hoffmann. „Da verfolgt man auch viel eher mal die anderen Rennen, um einen Überblick zu bekommen.“

Sein Verein, Grün-Weiß Pirna, war erstmals für den Drachenboot-Cup hauptverantwortlich. In den Vorjahren hatte der Kanu-Verein Laubegast den Hut auf gehabt. Laut Organisatoren hatten die Dresdner Kanuten aber keine Lust mehr dazu. Die Stadt fragte deshalb die Kanuten von Grün-Weiß, die eigentlich schon im Vorjahr das Rennen organisieren wollten. Doch wegen der Juni-Flut fiel auch das Drachenboot-Rennen ins Wasser. Ein Jahr wurde wieder gepaddelt. Glückliche Gesichter gab es außerdem bei Grün-Weiß Pirna, weil nun auch die neue Steganlage eingeweiht worden ist.

Durch eine Spendensammlung der Rotary-Clubs Pulheim und Pirna waren mehr als 20 000 Euro für diese Steganlage zusammengekommen. Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) ließ es sich dann schließlich auch nicht nehmen, bei dieser Gelegenheit ein Drachenboot zu taufen. Mit einem Pinsel voller Elbewasser bestrich er das Drachenhaupt. (mit SZ/alm)