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Slalom durch Trebus

Weil Pfützenwasser ein Haus nass spritzt, wird ein Hindernis aufgestellt. Aber wie viel Bake darf es denn sein?

© André Schulze

Von Katja Schlenker

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Trebus. Auf der Dorfstraße durch Trebus soll eine weitere Bake stehen. Das verkündet Hähnichens Bürgermeister Werner Queiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Grund dafür ist ein Loch in der Straße. Dort sammelt sich immer wieder das Regenwasser. Und schwappt auf das Grundstück und an das Haus nebenan. Das ärgert den Besitzer, weshalb nun die Bake aufgestellt wird. „Ehe er vor Gericht geht“, sagt der Bürgermeister. Wegen der Bake können Autofahrer nicht mehr durch die Pfütze fahren. Stattdessen müssen sie drum herum.

„Kann denn jeder einen Antrag stellen, dass eine Bake vor seinem Haus aufgestellt wird“, fragt Gemeinderat Detlef Russek daraufhin. An anderen Stellen wären zum Beispiel die Gullydeckel nicht richtig abgedichtet, fügt Gemeinderat Toralf Friedrich hinzu. Auch das werde immer schlimmer und toleriert. „Warum hat er denn überhaupt so viel Wasser auf dem Grundstück“, fragt er und nennt ein anderes Beispiel, wo sich der Hausbesitzer selbst gekümmert hat. In der Nieskyer Ortschaft Sandschenke gebe es ein Haus, das seit vielen Jahren gefliest ist, weil auch dort immer Wasser von der Bundesstraße 115 an die Wand gespritzt ist, wenn ein Auto durch die Pfütze davor gefahren ist.

Warum muss da nun in Trebus auf einmal eine Bake hingestellt werden, fragen sich manche. Andere im Ort schützen ihre Zäune oder Hecken einfach mit Brettern oder Folie, wenn das Pfützenwasser ständig dagegen spritzt, erklärt der Bürgermeister. Zumal: Die Dorfstraße und das Haus direkt daneben sind doch schon lange so gewesen. Auch als der Besitzer das Grundstück samt Haus darauf gekauft hat. Wie kann er sich da im Nachhinein über die Pfütze vorm Haus beschweren?

Allerdings ist die Dorfstraße durch Trebus eine Kreisstraße. Und zwar die mit der Nummer 8416. Folglich ist das Landratsamt in Görlitz verantwortlich und entscheidet. „Da haben wir keine Chance“, meint Werner Queiser. Allerdings hat das Amt auch nicht leichtfertig über die Bake entschieden. Diese ist von der Straßenmeisterei Weißwasser aufgestellt worden, weil die Straße an dieser Stelle großflächig abgesunken ist, erklärt Sprecherin Marina Michel vom Landratsamt in Görlitz. „Sobald es in diesem Frühjahr möglich ist, soll dieser Schaden beseitigt werden“, sagt sie. „Dann kommt die Bake wieder weg.“ Diese ist bewilligt worden, weil den Mitarbeitern des Landratsamtes die Unebenheiten im Asphalt bereits zuvor aufgefallen sind. Warum die Straße abgesunken ist, kann nicht eindeutig geklärt werden. Die erkannten Mängel werden jedoch sofort dem Unternehmen angezeigt, das einst die Straße ausgebessert hat. „Zu gegebener Zeit wird das Bauamt Kontrollprüfungen veranlassen und durchführen“, erklärt Marina Michel. Wenn die Messergebnisse dieser Kontrollen beim Landratsamt vorliegen, wird entschieden, wie es mit der Dorfstraße durch Trebus weitergehen soll.

Dennoch besteht unter den Mitgliedern des Gemeinderats auch die Sorge, dass dann bald jedes Straßenloch durch solch ein Hindernis sichtbar gemacht wird. „Es kann ja nicht sein, dass wir dann überall Baken stehen haben und Ringel drum herum fahren müssen“, meint Detlef Russek. Denn eine weitere Bake steht bereits im Ort. Dort hat sich die Straße wegen eines Gasanschlusses abgesenkt. Generell hoffen die Trebuser, dass die Dorfstraße in den nächsten Jahren umfassend saniert wird, damit das Flickwerk ein Ende hat.