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Slalomfahrten für Winterdienst

Vor allem in engen Wohngebietsstraßen bereiten parkende Autos Probleme. Aber es gäbe eine Lösung.

Von Jens Fritzsche

Auch wenn es in Sachen Schnee bisher nur ein paar vorsichtige Krümel-Angriffe von Frau Holle gab – das Thema Winterdienst brennt den Radebergern derzeit durchaus auf der Seele. Vor allem Anwohner von Nebenstraßen machen sich so ihre Gedanken – wie im dicht bebauten Wohngebiet an der Dresdner Heide im Ortsteil Großerkmannsdorf zum Beispiel. Denn die sowieso schon engen Straßen werden dort immer wieder von zahlreichen Autos derart zugeparkt, dass das Winterdienstfahrzeug Schlangenlinien fahren muss. Und deshalb wurde in der jüngsten Ortschaftsratssitzung der Ruf nach einer bereits vor einiger Zeit mal angesprochenen „Einseit-Parkregelung“ auf einigen Straßen des Wohngebiets erneut laut geworden. Anwohner hatten den Ortschaftsrat noch einmal gebeten, sich des Themas anzunehmen.

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Schon während der Sitzung Anfang November hatten Anwohner ihrem Unmut Luft gemacht. So stellte zum Beispiel Anwohner Harald Sauer klar, „dass es nichts nutzt, wenn jedes parkende Auto zwar neben sich wie vorgeschrieben drei Meter Straßenbreite freilässt, aber die Autos mal auf der einen, mal auf der anderen Straßenseite stehen!“ Was im übrigen nicht nur für den Winterdienst, sondern auch für Feuerwehr problematisch werden könnte, wie er findet. Deshalb hatte er dann vorgeschlagen, dass Autos auf den engen Straßen im Wohngebiet nur noch auf einer Seite parken dürfen.

Ein Vorschlag, den die Räte durchaus interessant fanden. Und Großerkmannsdorfs Ortsvorsteher Harry Hauck (Freie Wähler) hatte versprochen, das Thema ans zuständige Ordnungsamt im Radeberger Rathaus weiterzuleiten.

Auf die erneute Anfrage in der jüngsten Sitzung konnte Hauck nur bedauernd erklären, „dass wir das Problem mit dem Ordnungsamt besprochen haben, dort muss es nun entschieden werden“. Große Hoffnungen, dass das Ganze noch in diesem Jahr umgesetzt werden könnte, hat der Ortsvorsteher allerdings nicht. „Zunächst muss ja im Haushalt nach Geld für die notwendigen Schilder gesucht werden, dann muss eine Firma mit der Herstellung und dem Aufstellen beauftragt werden – das braucht alles so seine Zeit“, beschreibt der Ortsvorsteher. Wobei Ortschaftsrat Roland Schmidt (Freie Wähler) noch einmal klar machte, „dass es ja auch jetzt schon Parkverbote und so weiter gibt, die gerade mit Blick auf den Winterdienst vom Ordnungsamt stärker kontrolliert werden sollten“, forderte er. Schmidts Baufirma ist selbst im Winterdienst aktiv – sodass er also auch weiß, wovon er spricht.

Probleme übrigens, die es nicht nur in Großerkmannsdorf gibt. Auch in den neuen Wohngebieten der anderen beiden Ortsteile Liegau-Augustusbad und Ullersdorf gibt es ähnlichen Ärger. Wie auch im Wohngebiet am Sandberg in Radeberg – auch hier werden die Straßen nicht selten zugeparkt.

Kritik an Kontrollen durch Stadt

Wobei auch zunehmend an den Kontrollen durch die Stadtverwaltung Kritik laut wird. Denn – so der oft gehörte Vorwurf vieler Anwohner – kontrolliert werde vor allem tagsüber. Aber da seien die Probleme nicht wirklich akut – wenn, dann müssten diese Kontrollen in den Abendstunden über die Bühne gehen. Nur dann, so die betroffenen Anwohner, könne man das tatsächliche Ausmaß des Problems erkennen. Und dann auch handeln.

Es dürfte also noch einigen Gesprächsbedarf geben. Nicht nur im Ortschaftsrat in Großerkmannsdorf. Wobei auch hier klar ist, dass spätestens nach dem ersten größeren Schneefall die Frage nach der Veränderung in Sachen Parken erneut gestellt werden dürfte…