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Slowakin schmuggelte Drogen im Flixbus 

Eine junge Frau ließ sich mit einer beträchtlichen Menge Marihuana erwischen. Verkaufen wollte sie es aber nicht, sagt sie.

Mit dem Flixbus reiste Ivana M. von Tschechien nach Deutschland. Eine Routinekontrolle an der Grenze durch die Bundespolizei wurde ihr zum Verhängnis
Mit dem Flixbus reiste Ivana M. von Tschechien nach Deutschland. Eine Routinekontrolle an der Grenze durch die Bundespolizei wurde ihr zum Verhängnis © Symbolbild/Bodo Marks/dpa

Stichprobenartig werden Linienbusse an der Grenze zu Deutschland von der Bundespolizei kontrolliert. „Hauptsächlich prüfen wir, ob Menschen illegal einreisen oder verbotene Gegenstände oder Substanzen ins Land geschmuggelt werden“, erklärt ein Polizist am Amtsgericht in Dippoldiswalde. Am 13. Januar vergangenes Jahr waren er und ein Kollege bei einer solchen Kontrolle fündig geworden. Auf der A17 bei Geising, in einem Flixbus, der gerade aus Tschechien gekommen war, trafen sie auf Ivana M.

Bei der routinemäßigen Ausweiskontrolle habe sich gezeigt, so erklärt der Zeuge, dass die junge Frau in Deutschland bereits wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgefallen war. „Daraufhin haben wir sie gefragt, ob sie Drogen mit sich führt“, berichtet der Polizist weiter. Das habe die Slowakin aber verneint.

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Allerdings fanden die Beamten bei der Kontrolle des Rucksacks der 27-Jährigen eine Cannabispfeife und einen sogenannten Grinder. Das ist eine Kräutermühle, die oft zum Zerkleinern von Marihuana verwendet wird. Daneben entdeckten die Polizisten etwas, das wie in Alufolie verpackte Pausenbrote aussah. Da habe Ivana M. zugegeben, dass sie Marihuana bei sich habe, sagt der Zeuge. Insgesamt 92,32 Gramm der Droge mit einem Wirkstoffgehalt von 11,30 Gramm reinen Tetrahydrocannabinol (THC) waren es am Ende.

Der Grenzwert für eine geringe Menge liegt bei 7,5 Gramm THC. Dieser war hier aber deutlich überschritten. Für die Einfuhr von Betäubungsmitteln in solchen Größenordnungen wird eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren angedroht, die dann auch kaum noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Darüber ist die junge Slowakin sehr erschrocken. Auch die Ermittlungen hatten die junge Frau, die seit Herbst 2014 in Deutschland lebte, sehr mitgenommen. „Deshalb bin ich zurück zu meiner Familie in die Slowakei gegangen“, erzählt Ivana vor Gericht in Dippoldiswalde. Heute sei sie drogenfrei. Den Cannabis habe sie damals nur für sich mit nach Deutschland gebracht, erklärt sie dann. Zum Weiterverkauf sei es nie bestimmt gewesen. Sie selbst habe jeden Tag konsumiert und deshalb größere Mengen gebraucht. Weil das Marihuana in Deutschland vergleichsweise teuer ist, hatte sie es in Prag gekauft. Dort habe ihr der Dealer, so erzählt sie weiter, noch einen Mengenrabatt angeboten. Deshalb erwarb sie am Ende mehr, als ursprünglich beabsichtigt.

Auslöser für ihren recht massiven Cannabiskonsum sei die Beziehung zu ihrem damaligen Freund gewesen, sagt die junge Frau. Nach Streitereien habe er sie immer wieder vor die Türe gesetzt. Dabei hatten beide gerade erst einen Kredit aufgenommen, um sich ein Leben in Deutschland aufbauen zu können. „Es war eine schwere Zeit“, erklärt die Angeklagte.

Das Gericht glaubt Ivana M. nicht nur wegen ihres Geständnisses. Die junge Slowakin habe vor Gericht einen guten Eindruck vermittelt und wirke nicht wie eine Drogenabhängige, stellt die vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung fest. Sie und die Schöffen halten deshalb eine einjährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, für tat- und schuldangemessen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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