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Smiley-Zeugnis für Dozenten

An diesem Freitag beginnt in Görlitz die Kinderakademie des Senckenberg Museums und der Hochschule. Die Zuhörer können jetzt die Vorlesungen bewerten.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Marvin Liebig

Was passiert bei einem Vulkanausbruch? Wie leben Wale und Delfine? Was ist ein Raspberry Pi? Fragen über Fragen, auf die Wissenschaftler aus ganz Deutschland ab diesem Freitag im Humboldthaus Antworten geben wollen. Ihr Publikum besteht dabei nicht etwa aus Studenten, sondern aus acht- bis zwölfjährigen Teilnehmern der Kinderakademie der Hochschule Zittau/Görlitz und des Senckenberg Museums für Naturkunde.

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In etwa 45-minütigen Vorlesungen extra für jüngere Schüler wollen verschiedene Dozenten den jungen Zuhörern die Vielfalt der Wissenschaft vermitteln. „Wir möchten zeigen, dass es Spaß macht, zu forschen und zu entdecken“, sagt Hochschul-Mitarbeiter Frank Schneider, der die Kinderakademie seit deren Premiere vor elf Jahren organisiert. „Egal, auf welchem Fachgebiet man sich bewegt.“ Dementsprechend vielfältig liest sich der Vorlesungsplan der Kinderakademie für 2016.

So gibt Victoria Grala aus Görlitz am heutigen Freitag einen Einblick in ihre Forschungsexpedition zu den Azoren im Atlantik und spricht über ihre Erfahrungen mit Delfinen, Walen und Vulkanen. Am 26. Februar nimmt sich auch Diplom-Geologe Jörg Büchner dem Thema Vulkane an und stellt sie als Schaufenster ins Erdinnere vor. Aber nicht nur Naturwissenschaften stehen im Fokus der Kinderakademie. Am zweiten Vorlesungsstandort, dem großen Hörsaal im Hermann-Heitkamp-Haus auf der Furtstraße, spricht Prof. Dr. Ulrike Gräßel am 11. März über Mädchen- und Jungenfreundschaften. Und ganz praktische Tipps gibt Prof. Dr. Dieter Müller von der Hochschule der sächsischen Polizei in Rothenburg am 13. Mai. Er erklärt zum Beispiel, wie man sein Fahrrad richtig schützen kann.

Bei einer solchen Themenvielfalt fällt es nicht leicht, die beliebtesten Vorlesungen der jungen Zuhörer zu ermitteln. Also hat sich Frank Schneider gemeinsam mit Christian Düker vom Senckenberg Museum etwas einfallen lassen. „Es wird erstmals eine sogenannte Feedback-Tafel für die Kinder geben“, erzählt der 49-jährige Mitarbeiter der Hochschule. „Mit drei verschiedenen Smileys können sie die Vorlesungen bewerten. Es gibt einen lachenden, einen neutralen und einen traurigen Smiley.“ Anhand der Bewertungen wolle man das Vorlesungsangebot fürs nächste Jahr anpassen. Allerdings müsse man erst einmal abwarten, ob die Kinder eine solche Tafel auch nutzen, sagt Frank Schneider.

Etwa 100 Anmeldungen hat er bisher registriert, erzählt er. Zu Anfangszeiten der Kinderakademie waren es noch rund 120. Frank Schneider lässt sich davon aber nicht beunruhigen. „Wir stehen im Kontakt mit anderen Universitäten, die selbst eine solche Kinderakademie anbieten“, berichtet er. „Auch sie verzeichnen einen leichten Besucherrückgang.“ Immer größeren Zuspruch bekommt die Görlitzer Kinderakademie dagegen aus Polen. 30 Teilnehmer kommen dieses Jahr aus dem Nachbarland. Für sie werden die Vorlesungen simultan über Kopfhörer übersetzt.

Was denn nun ein Raspberry Pi ist, kann man übrigens am 17. Juni erfahren. Dann programmiert Prof. Dr. Klaus ten Hagen mit seinen Zuhörern ein Spiel darauf.

Die erste Vorlesung findet am heutigen Freitag von 16 bis 16.45 Uhr im Humboldthaus auf dem Platz des 17. Juni statt. Der Eintritt ist kostenlos. Alle Teilnehmer müssen sich aber vorher unter //web.hszg.de/flexas-ka/ oder an der Kasse des Senckenberg Museums anmelden und erhalten einen Kinderakademie-Ausweis.