merken
PLUS

Snacks aus aller Welt in Löbau

Am Neumarkt eröffnet ein Laden mit internationalen Lebensmitteln. Und der Besitzer des „Istanbul Bazar“ ist erst 17 Jahre alt.

© Rafael Sampedro

Von Patrick Richter

Nuri Özkan sorgt dafür, dass der Neumarkt in Löbau ab sofort internationaler wird. Schon zu Schulzeiten hatte der Jungunternehmer die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen. Seit diesem Freitag ist das nun endgültig in die Tat umgesetzt, denn mit seinem „Istanbul Bazar“ hat er einen neuen Anlaufpunkt für internationale Lebensmittel in Löbau geschaffen. Selbst gemachte Snacks bietet er dort ebenfalls an. Die Eröffnung seines ersten Geschäftes feiert er an diesem Freitag.

Anzeige
Raus in die Natur!
Raus in die Natur!

Sie sind noch auf der Suche nach einem neuen Ausflugsziel in der Region? Wie wäre es denn mit Großenhain?

In Löbau ist Nuri Özkan noch relativ neu: Erst seit einem Jahr lebt er in der Stadt. Aus Stuttgart ist er hier hergezogen, weil auch seine Familie seit Längerem ihren Lebensmittelpunkt in der Kreisstadt hat. In der Zwischenzeit hat er auf der Pestalozzi-Oberschule noch seinen Abschluss gemacht. Dabei kam er auch auf den Gedanken, dass er mit erst 17 Jahren nun ein eigenes Geschäft aufmachen möchte. Ein Geschäft, von dessen Art es das erste in Löbau und Umgebung ist. Anbieten möchte er etwas zu Essen, das es hier nicht in jedem Lebensmittelladen zu kaufen gibt, wie er sagt. Der Fokus liegt dabei auf der internationalen Küche von orientalischen, bis hin zu fernöstlichen Lebensmitteln. Ausgesucht hat er sich dafür das ehemalige Ladengeschäft der Bäckereifiliale Kätsch am Neumarkt. Dass das im vergangenen Jahr frei wurde, passte voll in das Konzept. Denn die vorhandene Bedienungstheke kann er somit ebenfalls nutzen.

Frische Snacks aus der internationalen Küche bietet er darin jetzt an. Zum Beispiel Börek gehören dazu – Blätterteigrollen mit herzhafter Füllung aus der türkischen Küche. Dazu kommt das traditionelle Fladenbrot und auch normale belegte Brötchen. „Bei mir kann dann jeder Frühstück essen kommen“, sagt Özkan. Den Frühstückskaffee und andere Getränke gibt es ebenfalls bei ihm an der Theke zu kaufen. Besonders die Schüler, die hier auf dem Weg zu Oberschule und Gymnasium vorbeikommen, hat er dabei ins Auge gefasst. Die könnten dann noch auf einen Happen zu Essen bei ihm vorbeischauen. Seine Position neben der Bushaltestelle am Neumarkt spielt ihm dafür in die Karten. Da er selbst Schüler an der Pestalozzi-Oberschule war, spricht er aus eigener Erfahrung.

Um insgesamt so viele Kunden wie möglich anzusprechen, hat sich der 17-Jährige aber auch straffe Öffnungszeiten auferlegt. Schon morgens um 6 Uhr öffnet er die Pforten, um Frühaufsteher unter der Woche zu versorgen, abends um 20 Uhr wird dann erst geschlossen. Auch am Samstag ist das Geschäft bis 17 Uhr geöffnet. „Diese Zeiten sind erst mal für den Anfang so gedacht“, sagt Nuri Özkan. „Ich werde dann sehen, zu welchen Zeiten die Leute in den Laden kommen und es sich lohnt.“ Die erste Zeit im Laden bestreitet er noch mit der Unterstützung seiner Eltern, bis er sich in ein paar Monaten dann um alles selbst kümmern will. Noch am Tag vor der Eröffnung waren die mit ihm im „Istanbul Bazar“, um die letzten Vorbereitungen für die große Eröffnung am Freitag zu treffen.

Er sieht eine große Zielgruppe für den Laden: Es sei eine Möglichkeit für ausländische Mitbürger aus der Umgebung, hier Dinge aus ihrer heimischen Küche zu bekommen, wie er sagt. Davon seien schließlich zurzeit viele in der Gegend. Doch auch unter den Deutschen sind viele Liebhaber von nah- und fernöstlichen Speisen. „In der direkten Umgebung gibt es so etwas nicht zu kaufen“, sagt Özkan und hofft somit auf viel Kundenzuspruch. Sein Regal ist jedenfalls schon gefüllt mit genügend Lebensmitteln der internationalen Küche von Kichererbsen bis hin zu diversen Gewürzen. Er betont, dass dabei nicht nur die orientalische Küche bedient wird, sondern er wirklich international vieles anbieten möchte. Sollten Kunden mit Extra-Wünschen kommen, die sein Angebot übersteigen, werde er versuchen, diese nach seinen Möglichkeiten zu erfüllen.

Wem dann zur Zubereitung noch etwas an Küchengeräten fehlen sollte, kann auch zu Nuri Özkan kommen: Spezielle Töpfe, Pfannen oder auch Mocca-Maschinen hat er zusätzlich ins Angebot genommen, um Anfängern auf dem Gebiet ausländischer Küche unter die Arme zu greifen.

Nun ist Nuri Özkan frohen Mutes, aber auch gespannt, wie der „Istanbul Bazar“ angenommen wird. Für die Vielfalt im Löbauer Einzelhandel bedeutet das jedenfalls einen neuen Baustein mehr und am Neumarkt wird durch den Jungunternehmer ein leer stehender Laden wieder mit neuem Leben gefüllt – entgegen dem Trend der vergangenen Jahre.