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Pirna

So arbeitet der Corona-Krisenstab

In 22 Einsatzzentralen im Kreis kämpfen die Kommunen gegen die Ausbreitung des Virus - auch in Königstein. Für die Helfer gelten selbst strenge Regeln.

Bei dieser Krisensitzung der Feuerwehr mit Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) musste noch kein Sicherheitsabstand gehalten werden.
Bei dieser Krisensitzung der Feuerwehr mit Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) musste noch kein Sicherheitsabstand gehalten werden. © Archivfoto: Marko Förster

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die Städte, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften in der Sächsische Schweiz und dem Osterzgebirge inzwischen 22 Krisenstäbe gebildet. Der Landkreis hatte bereits am 2. März einen eigenen Stab gebildet, der die Maßnahmen rund um das Corona-Virus koordiniert hat. Das war ausreichend, solange die Zahl der Infizierten gering war.

Das hat sich jedoch geändert. Am Mittwoch stieg die Zahl der aktuell Infizierten im Landkreis auf 88. Sehr aufwendig ist jedoch, die aktuell 1.433 Personen zu betreuen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Um das zu stemmen, hatte Landrat Michael Geisler (CDU) die Kommunen angewiesen, eigene Krisenstäbe aufzubauen - auch in Königstein.

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Arbeit im Zwei-Schicht-System

An dessen Spitze steht Bürgermeister Tobias Kummer (CDU). Etwa 20 Mitarbeiter aus der Verwaltung hat er seit Dienstag um sich. Verteilt auf vier Teams arbeiten sie zwischen 8 und 22 Uhr in einem Zwei-Schicht-System. Im Ratssaal ist die Kommandozentrale. "Unsere Hauptaufgabe ist das Quarantänemanagement", erklärt Kummer. Insgesamt 14 Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, gibt es in der Verwaltungsgemeinschaft Königstein, zu der auch Struppen, Gohrisch, Rosenthal-Bielatal und Rathen gehören. Weitere 87 Einwohner sind in häuslicher Quarantäne (Stand Donnerstag, 15 Uhr). 

Der Krisenstab hält zu allen Betroffenen Kontakt. Täglich. Gibt es Verdachtsfälle, die in Quarantäne müssen, werden sie vom Krisenstab betreut. Er verteilt Handlungsempfehlungen, wichtige Telefonnummern, auch ein Tagebuch gehört dazu. Darin tragen die Betroffenen unter anderem ein, ob sie grippeähnliche Symptome aufweisen. 

Müssen Menschen für längere Zeit in häuslicher Isolation bleiben, weil sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben könnten, organisiert der Verwaltungsstab für sie bei Bedarf auch Einkaufshilfen. "In Königstein gibt es einen ganzen Pool an Leuten, die für andere einkaufen gehen würden", sagt Kummer. Unterstützung leistet beispielsweise die Kirche. Auch mit Pflegediensten stehen Kummer und sein Team in Kontakt. "Es muss keiner Angst haben, dass er in der Not vergessen wird", betont er. Wer Hilfe braucht, könne sich unter 035021 99750 an ein Bürgertelefon wenden, das von 8 bis 16 Uhr besetzt ist. Außerdem hat die Stadt für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft zwei Notrufnummern geschaltet, die unter 0175 4504031 und 0175 4501163 von 8 bis 18 Uhr erreichbar sind.

Einwohner haben Verständnis

Das Krisenmanagement laufe aktuell sehr ruhig. Die Einwohner hätten Verständnis für die Ausgangsbeschränkungen, die der Freistaat erlassen hat. Auch die Betroffenen in Quarantäne hätten sich mit der Situation arrangiert. "Ich bin vor allem dankbar, dass alle Mitarbeiter der Verwaltung und die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft so gut mitziehen", lobt Tobias Kummer. Anders sei die Arbeit nicht zu bewältigen.

Das Rathaus in Königstein ist bereits seit vergangener Woche für den Besucherverkehr geschlossen. Die Arbeit in den einzelnen Abteilungen ruht. Nur die drängendsten Aufgaben werden derzeit erledigt. Denn alle Kraft konzentriert sich auf den Krisenstab.

Dieser muss sich selbst an strenge Hygieneregeln halten, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Der Ratssaal wurde dafür umgebaut. Wenn die Teams beraten, gilt ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Mitarbeitern. Zudem werden Materialien und die Technik, die von unterschiedlichen Personen bedient werden, regelmäßig desinfiziert. "Wir planen unsere Einsätze deshalb nur wochenweise", erklärt der Bürgermeister und hofft, dass keiner seiner Helfer selbst wegen einer Coronainfektion ausfällt.

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