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Radeberg

So bereitet sich Radeberg auf Sahara-Hitze vor

Schulen und das Stadtbad reagieren auf die hohen Temperaturen. Und der Chef der Löwen-Apotheke gibt Tipps.

Das Stadtbad dürfte in Radeberg der geeignetste Ort sein, um die Hitze gut zu überstehen. Michael Weber vom Stadtbadverein rechnet in den nächsten Tagen mit besonders vielen jüngeren Besuchern.
Das Stadtbad dürfte in Radeberg der geeignetste Ort sein, um die Hitze gut zu überstehen. Michael Weber vom Stadtbadverein rechnet in den nächsten Tagen mit besonders vielen jüngeren Besuchern. © Archivfoto: Thorsten Eckert

Radeberg. Die Meteorologen sind sich einig: Am Mittwoch steigen die Temperaturen in Radeberg über 35 Grad Celsius. Die Computer des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagen für die Stadt sogar 36,7 Grad voraus. Wie überstehen die Radeberger diese Backofentemperatur?

An den Schulen wird der Unterricht deutlich gekürzt „Bei uns wurde in der Beratung festgelegt, dass spätestens um 12 Uhr der Unterricht beendet ist“, sagt Susann Reppe von der Evangelischen Grundschule Großerkmannsdorf. „Anschließend können sich die Kinder im Hort bei Wasserspielen beispielsweise abkühlen. Wir haben ja auch unsere Wasserstrecke, wo es immer etwas kühler zugeht.“ 

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An der Grundschule Ullersdorf ist für die Schüler sogar noch etwas früher mit dem Unterricht Schluss. „11.35 Uhr ist der beendet. Dann werden die Kinder noch von uns Lehrern betreut, bevor sie dann von den Horterziehern übernommen werden“, sagt Schulleiterin Verena Schmidt. 

Plan B hat auch die Pestalozzi-Oberschule ausgerufen. Hier dauert die Unterrichtsstunde nur 30 statt 45 Minuten. „Aber ohnehin haben viele Schüler in dieser Woche keinen Unterricht. Die sechsten Klassen sind im Schwimmlager und die achten Klassen informieren sich bei der Handelskammer“, sagt Schulleiterin Marion Hobohm. Am Humboldt-Gymnasium ist spätestens um 12.35 Uhr Schluss. „Das gilt aber nur für die höheren Klassen, die jüngeren Schüler haben schon 10.30 oder 11 Uhr Schluss. So ist die Hitze sicher gut zu überstehen“, sagt Schulleiterin Elke Richter.

Im Freibad ist Platz

Nach dem Unterricht dürfte es für viele Schüler nur ein Ziel geben: Das Freibad. Und auch hier bereiten sich die Mitarbeiter auf einen Ansturm vor. „An den Tagen sind neben dem Bademeister mindestens zwei Rettungsschwimmer zusätzlich im Bad. Die Mitarbeiter wissen, dass die Hitze kommt und sie bereiten sich entsprechend darauf vor“, sagt Michael Weber vom Stadtbadverein. Platz ist nach seinen Worten allerdings im Bad genug. „Unsere Belastungsgrenze liegt bei 1.500 Besuchern. Erst dann müssen wir den Zugang regulieren“, sagt er. 

An den vergangenen Tagen ist die lange noch nicht erreicht worden. Am stärksten Tag der bisherigen Saison kamen knapp über 1.000 Besucher. Auf die jüngsten Gäste wartet seit Kurzem eine zusätzliche Attraktion. „Am Kinderbecken haben wir die Rutsche wieder installieren können. Sie musste repariert werden. Das war sehr aufwendig. Jetzt ist sie wieder nutzbar“, sagt Michael Weber. 

Eine Einrichtung, in der die Auswirkungen der Hitze, unmittelbar zu bemerken sind, ist der Edeka-Supermarkt. Hier greifen die Kunden jetzt nach Dingen, die eine Erfrischung garantieren. „Natürlich läuft Speiseeis sehr gut“, sagt Mitarbeiter Daniel Naumann. „Dann gehen Melonen extrem gut. Gekühlt sind sie ja bei der Hitze auch ideal“, sagt er.

Viel trinken, gut schützen

Laut Dr. Thomas Köhler, Inhaber der Löwen-Apotheke in Radeberg, sollte jeder in diesen Tagen besonders auf seine Gesundheit achten. „Diese Temperaturen sind für den Körper eine Belastung. Der Hinweis viel trinken kann nicht oft genug wiederholt werden. Mineralwasser bietet sich da besonders an, da damit beispielsweise Kalzium aufgenommen wird.“ 

Allen, denen bei der Hitze übel wird, rät er, kühle Orte aufzusuchen, damit sich der Kreislauf wieder stabilisieren kann. Von einem abrupten Sprung ins kalte Wasser rät er ab. „Gerade wenn der Körper so erhitzt ist, ist es für den Blutkreislauf eine große Herausforderung, schnell auf die Kälte umzustellen. Leider gibt es immer wieder Todesfälle wegen eines solchen Verhaltens zu beklagen.“ 

Außerdem weist Thomas Köhler darauf hin, sich gegen die Sonneneinstrahlung zu schützen. „Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten. Sie haben noch eine dünnere Haut. Creme mit einem hohen Schutzfaktor oder noch besser, entsprechende Kleidung sollte nicht fehlen. Häufige zu starke Sonneneinstrahlung ist oft Ursache von Weißem Hautkrebs. Hier sind die Zahlen drastisch nach oben gegangen.“

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