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So bunt feiert Bautzen sein Altstadtfest

Drei Tage lang lockten Musik, Tanz und Handwerk - und eine besondere Karawane. 

Beim Altstadtfestival verteilten Olga Wos und Katharina Bühn (v.l.) an die Besucher in dre Heringstraße Rosen. Die beiden waren eingekleidet in Gewänder, die der Florist Heiko Steudtner mit Blüten und Gräsern gestaltet hatte.
Beim Altstadtfestival verteilten Olga Wos und Katharina Bühn (v.l.) an die Besucher in dre Heringstraße Rosen. Die beiden waren eingekleidet in Gewänder, die der Florist Heiko Steudtner mit Blüten und Gräsern gestaltet hatte. © Carmen Schumann

Bautzen. Die wunderbare Altstadt von Bautzen setzte sich am Wochenende so richtig in Szene. Die sonst eher ruhigen Gassen waren voller Leben. Im wahrsten Sinne des Wortes blühte die Heringstraße auf. Dort flanierten zwei hübsche Damen in äußerst ungewöhnlichen Kleidern. „Modeschöpfer“ war dabei der Florist Heiko Steudtner aus Cunewalde, der sich einen Namen als Deutscher Vizemeister der Floristen gemacht hat. Die Roben von Olga Wos und Katharina Bühn waren nämlich unter anderem aus Hortensienblüten und diversen Gräsern gestaltet. Die beiden Blumenmädchen verteilten an die Besucher des zweiten Altstadtfestivals Rosen.

Nachdem bei der Premiere im vergangenen Jahr der Regen die Feierfreude etwas vermiest hatte, herrschte diesmal zumindest bis zum zeitigen Sonntagnachmittag eitel Sonnenschein mit vielleicht ein wenig zu hohen Temperaturen. Deshalb liefen die feierfreudigen Besuchern besonders am Sonnabend-Abend zu ganz großer Form auf. Die einzelnen Schauplätze wie die Mönchskirchen-Ruine, die Schloßstraße, die Heringstraße, das Gelände um die Röhrscheidtbastei, die Ortenburg sowie der Schauplatz des Vorläufers des Altstadtfestivals, nämlich des Wasserkunstfestes, der Wendische Kirchhof, waren gut besucht. Die Gäste genossen das einzigartige Flair der Altstadt, das durch die einzelnen Darbietungen von Musikern, Tänzern eine ganz neue Dimension bekam.

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Eingebunden in das Fest „Wasser, Kunst, Licht“ waren auch die Feierlichkeiten zum 400. Jubiläum der Kirchgemeinde St. Michael, deren Gotteshaus zusammen mit der Alten Wasserkunst das Bautzener Wahrzeichen bildet. Vor genau 400 Jahren war hier der erste Gottesdienst abgehalten worden. Die Kirche dient seit altersher als Stätte für die Gottesdienste der Bewohner der Ratsdörfer und für die evangelischen Sorben von Bautzen. Deshalb hielten der deutsche Pfarrer Andreas Höhne und der sorbische Superintendent Jan Mahling den Festgottesdienst gemeinsam in ihrer jeweiligen Sprache. Die Besucher beteten und sangen ebenfalls zweisprachig. Mit großer Freude wurde Landesbischof Dr. Carsten Rentzing empfangen, der die Festpredigt hielt. Er sagte, die Michaeliskirche sei ein Ort, der Menschen zusammenführt.

Beliebte Gaukeleien

Kleine Menschen verschiedener Nationalitäten führte die Kinderkarawane der Kulturen zusammen, die die Liedermacherin Beate Tarrach anlässlich des Weltfriedenstages am 1. September organisiert hatte. Gemeinsam sangen und tanzten deutsche, sorbische, russlanddeutsche, kurdische und arabische Kinder an den Schauplätzen des Altstadtfestivals. Zuvor hatten die Kinder Friedenstauben gebastelt. Am Schluss ließ Lauentürmer Andreas Thronicker am Hauptmarkt lebendige Tauben in den Himmel steigen.

Organisator Dietmar Stange vom Tourismusverein zeigte sich am Sonntagnachmittag sehr zufrieden. Vor allem am Sonnabend hätten sich die Besucher sehr wohlgefühlt. Das kleinteilige Konzept mit Musik, Theater und Gaukeleien sei sehr gut angekommen. Das heißt, für die Zukunft müsse man daran nicht allzuviel verändern. Lediglich an den zeitlichen Schwerpunkten könne man eventuell noch etwas drehen. Denn der Sonnabend-Vormittag sei etwas schwach besetzt gewesen. Stattdessen sollte man sich vielleicht mehr auf den Freitagabend konzentrieren, denkt Stange. Der einzige Wermutstropfen sei gewesen, dass der mittelalterliche Markt auf der Ortenburg nach dem Sturm am Sonntagnachmittag geräumt werden musste.

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