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So ein Dreck

Wöchentlich sammeln Mitarbeiter der Straßenmeisterei Müll ein. Es gibt Problemstellen – und manchmal was zu lachen.

© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

Volle Babywindeln, zermatschte Tomaten, überfahrene Klementinen, Kartoffelschalen, Flaschen und ein Beutel voll mit einem undefinierbaren, matschig braunen Inhalt – das sind nur einige Hinterlassenschaften, die sich auf dem Rastplatz am Töpelberg angesammelt haben. Von einer geordneten Müllentsorgung kann keine Rede sein. Achtlos sind Dinge auf dem Platz verteilt, liegen auf der Wiese, auf dem Asphalt und im Gebüsch.

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Kuriostester Fund des Tages: ein Paar Herrenschuhe, das am Straßenrand lag.
Kuriostester Fund des Tages: ein Paar Herrenschuhe, das am Straßenrand lag. © Dietmar Thomas

Am Donnerstag ist Claudio Trenkler von der Straßenmeisterei Döbeln mal wieder unterwegs, um den Dreck wegzuräumen. Der DA hat ihn begleitet. Und was Trenkler da einsammeln muss, ist wahrlich alles andere als appetitlich. „Bei dem Wetter geht es ja noch, aber im Sommer stinkt es teilweise ganz schön“, sagt er. Was die Menge an Müll betrifft, gebe es keine jahreszeitlichen Unterschiede. Einmal pro Woche wird der Müll eingesammelt. „Es sei denn, er ist verkehrsgefährdend, denn meistens liegt er direkt am Straßenrand. Dann räumen wir ihn sofort weg“, sagt Claudio Trenkler. Aller 14 Tage wird ein sieben Kubikmeter fassender Container durch eine Entsorgungsfirma abgeholt, erklärt der Döbelner Straßenmeisterei-Chef Andreas Reimer. Reichlich 180 Kubik kommen da pro Jahr zusammen.

27 Mitarbeiter arbeiten in der Straßenmeisterei. Sie befahren täglich ein Straßennetz von rund 310 Kilometern. Das Einzugsgebiet umfasst das Kreuz Hartha bis Ostrau, bis zum Abzweig nach Littdorf, bis Choren und Zschoppach. Der Rastplatz Töpelberg ist einer der Schwerpunkte, was die Vermüllung betrifft. „Generell finden wir vor allem an den Autobahnzubringern und -abfahrten sowie den Hauptverkehrsadern viel Abfall“, sagt Claudio Trenkler.

Der 37-Jährige ist seit 21 Jahren dabei. „Der Beruf macht Spaß und ist abwechslungsreich“, sagt er. Trenkler kann einige Anekdoten berichten. Wenn er von „Truckerbrause“ spricht, hat das nichts mit einem leckeren Getränk zu tun. Im Gegenteil. Die Lkw-Fahrer würden es teils wie folgt halten: Hose runter, Flasche ranhalten, laufen lassen, Flasche zu und ab damit durchs Fenster. Und das Ganze passiere während der Fahrt. Trenkler und seine Kollegen müssen die Flaschen, die meist am Straßenrand liegen, dann einsammeln.

Das Ekligste, das er bisher wegräumen musste, seien Schlachtabfälle von ausgeweideten Schafen gewesen. „Bei solchen Sachen wird dann das Umweltamt hinzugezogen. Dasselbe gilt zum Beispiel für Elektroschrott oder andere Gefahrenstoffe“, sagt er. Und das Kurioseste? „Eine Gummipuppe. Die war zwar auch eklig, weil sie gebraucht war, aber über diesen Fund mussten wir trotzdem lachen“, sagt er.

Bei der Fahrt den Töpelberg hinab schweift der Blick immer gen Straßenrand. Beim Aussteigen, um einen einige Meter entfernten Regenschirm aufzulesen, fallen sofort die zahlreichen leeren Zigarettenschachteln auf. „Die findet man häufig, ebenso wie leere Flaschen und Kaffeebecher“, sagt Claudio Trenkler.

Überhaupt lande vor allem Verpackungsmüll am Straßenrand oder im Gebüsch. „Zwischen Hartha und Leisnig haben wir zum Beispiel das Problem, dass der ganze Müll bei Regen im Graben mitschwimmt und dann die Einläufe verstopft“, sagt Trenkler. Er kann nicht nachvollziehen, weshalb die Leute zum Beispiel Keksverpackungen nicht im Auto bis nach Hause oder zur nächstgelegenen Mülltonne mitnehmen und sie dann ordnungsgemäß entsorgen. „Manchmal ist das schon frustrierend. Vor allem, wenn man gerade zum Beispiel den Rastplatz beräumt hat, am nächsten Tag wieder vorbeifährt und es aussieht, als hätten wir nichts gemacht“, meint der 37-Jährige.

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Normalerweise brauche er im Schnitt 20 Minuten, um die Strecke abzufahren und den Dreck anderer Leute wegzuräumen. Am Donnerstag hat es ein wenig länger gedauert. Der kurioseste Fund an diesem Tag: ein Paar Schuhe, Größe 42, die eigentlich noch in Ordnung waren. „Vielleicht finden wir ja die passenden Füße samt Mensch dazu“, scherzt er. Ja, ohne Humor geht es nicht. Und über Funde, wie zum Beispiel die Tüte mit dem braunen Inhalt, sollte man nicht weiter nachdenken,