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Meißen

Corona: So schützen sich Supermärkte

Wie ernst nehmen Lebensmittelläden den Infektionsschutz? Die SZ war im Landkreis Meißen zur Stippvisite in den Märkten.

René Friese kümmert sich um die Desinfektion der Einkaufswagen. Viele Supermärkte im Landkreis machen das ebenso wie hier am Radebeuler Netto.
René Friese kümmert sich um die Desinfektion der Einkaufswagen. Viele Supermärkte im Landkreis machen das ebenso wie hier am Radebeuler Netto. © Arvid Müller

Landkreis. Viele Menschen stehen noch ratlos vor den Einkaufsmärkten. „Nur mit Wagen“, gibt ein Security-Mann die Anweisung. Die angesprochene Frau fügt sich und nimmt wortlos einen Einkaufswagen. So wie hier im Coswiger Netto geht es in vielen Supermärkten im Landkreis Meißen zu. Nicht überall kann jedoch Abstand gewahrt werden.

Der Einkaufswagen ist meist Pflicht

In vielen Märkten im Landkreis herrscht eine Einkaufswagen-Pflicht. Zum Beispiel im Coswiger und Weinböhlaer Edeka. In beiden Märkten werden Kunden darauf hingewiesen, einen Einkaufswagen zu nehmen. So ermahnt eine Kassiererin in Coswig ein älteres Ehepaar, die zu zweit mit einem Wagen eintreten wollten: „Holen Sie sich bitte einen Wagen.“ Die Ehefrau erwidert nur, dass ihr Mann doch einen hat. Sie murrt aber nicht und fügt sich der Anweisung.

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Häufig ist jedoch in den Märkten ein Problem, dass die Einkaufswagen so dicht an dicht stehen. Aufgrund der Wagenpflicht besteht deshalb ein Risiko, mit anderen, möglicherweise Infizierten in Kontakt zu kommen. Ein paar Märkte haben darauf schon reagiert, indem sie genügend Platz zwischen den Wagen-Reihen schaffen. Zum Beispiel im Coswiger Netto. Erst dadurch kann ein Abstand von 1,50 bis zwei Meter eingehalten werden. Sonst ist der Kontakt sehr nah, wenn niemand sich gedulden kann, einen Wagen zu nehmen.

Im Radebeuler Netto steht zudem eigens ein Mitarbeiter bereit, um nach der Benutzung die Wagen zu desinfizieren. So passiert es auch in vielen weiteren Supermärkten, wie zum Beispiel im Meißner Rewe oder Weinböhlaer Edeka. Hier stehen wie im Netto Mitarbeiter, die Kunden abfangen und die Wagen säubern.

Abstand wahren: Dafür ist kaum Platz

Je nachdem, wie viel Platz im Markt ist, kann es zu Gedränge kommen, wie zum Beispiel im Radebeuler Netto. Dort befinden sich die Einkaufswagen nur noch im Supermarkt. Deswegen drängen sich hier alle dicht aneinander: ob Kunde oder Mitarbeiter. Dadurch kommt es unweigerlich zum Parcours-Lauf, um den erforderlichen Abstand zu wahren.

Im Markt selbst sind die Gänge eng. Jeder muss hier selbst aufpassen, sich nicht zu nah zu kommen. Zudem hängen hier wie im Coswiger Netto überall Plakate. Sie mahnen, Abstand zu halten. Trotzdem passiert es, dass die Mitarbeiter ganz nah an einem vorbeigehen, weil sie unter Zeitdruck die Regale auffüllen, die aufgrund mehrerer Hamsterkäufe zeitweise leer sind. Und ja: In jedem besuchten Markt gab es kein oder nur sehr wenig Klopapier.


Zwar ist es für die Kunden an einigen Stellen kritisch im Netto-Markt, die Kassierer sind aber geschützt. Sie tragen Gummihandschuhe und um ihre Kasse wölbt sich eine durchsichtige Plastikwand, die als Spuckschutz dient. Das ist übrigens in jedem besuchten Markt der Fall, nur im Meißner Rewe nicht. Hier sitzen die Kassierer ungeschützt am Platz. Dadurch erhöht sich ihr Risiko, das Coronavirus zu bekommen.

Rewe-Pressesprecherin Kristina Schütz sagt dazu, dass es in allen Märkten zukünftig solche Schutzscheiben geben wird. Jeder Mitarbeiter erhalte zudem Handdesinfektionsmittel, Hygienehandschuhe sowie pflegende Handcremes. Zudem achtet die Kassiererin im Meißner Rewe darauf, dass das Kartenlesegerät sofort nach jeder Benutzung mit Desinfektionsmittel und Papiertuch abgewischt wird. So sind zumindest alle nachfolgenden Kunden geschützt.

Kontaktlos und bargeldlos bezahlen erwünscht

Zwar kann in allen Märkten noch mit Bargeld bezahlt werden, jedoch wünschen sich die Kassierer die Kartenzahlung. Das steht überall deutlich auf Plakaten oder Aufstellern. Und wenn man die Kassierer persönlich fragt, antworten sie: „Sehr gern.“ So wie eine Kassiererin im Meißner Aldi. Sie plauderte mit allen Kunden und lächelte unentwegt. Was im Aldi auffällt: Am Eingang gibt es Plastikhandschuhe und einen Spender mit Desinfektionsmittel. Das wird jedem Kunden zur Verfügung gestellt.

Genauso wie im Elbecenter im Kaufland. Dort steht eine meterlange Schlange an Einkaufswagen, die jeder Kunde selbst desinfizieren soll. Dafür stehen eine Sprühflasche und mehrere Papiertücher bereit. Zudem gibt es einen Spender mit Desinfektionsmittel für alle. Nur eine Wagen-Pflicht besteht hier nicht. Security-Männer stehen auch hier überall und überwachen die Kunden.

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In allen Märkten ist es ruhig. Die Kunden halten sich an die Anweisungen. Nur vereinzelt wahren viele keinen Abstand zueinander. Das wird jedoch aufgrund der Wagen-Pflicht weitestgehend umgangen. Die Desinfektion der Wagen verringert das Ansteckungsrisiko durch die Oberflächen. Schließlich erleichtern Abstandsmarkierungen auf dem Boden in allen Märkten, die nötigen 1,50 bis 2 Meter Abstand einzuhalten. Die Supermärkte im Landkreis sind nicht nur deshalb offenbar für die kommende Zeit gerüstet.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.