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So starten wir ins neue Schuljahr

Einbahnstraßen, Händewaschen, Maskenpflicht: Drei Schulleiter aus Bautzen, Kamenz und Bischofswerda erklären, wie der Unterricht jetzt läuft.

Die Schulleiter Christoph Koban, Gabriele Willkommen und Karsten Vogt (v.l.) haben sich mit ihren Teams intensiv auf den Schuljahresstart unter Corona-Bedingungen vorbereitet.
Die Schulleiter Christoph Koban, Gabriele Willkommen und Karsten Vogt (v.l.) haben sich mit ihren Teams intensiv auf den Schuljahresstart unter Corona-Bedingungen vorbereitet. © Matthias Schumann, Uwe Soeder

Bautzen/Kamenz/Bischofswerda. In Sachsen beginnt das neue Schuljahr. Anders als vor den Sommerferien dürfen wieder alle Schüler jeden Tag zum Unterricht kommen. Doch noch gibt es Corona-bedingte Einschränkungen. Drei Leiter unterschiedlicher Schulen aus Kamenz, Bischofswerda und Bautzen haben Sächsische.de erklärt, wie sie in den Schulalltag starten und was Lehrer, Schüler und Eltern beachten müssen.  

Maske ist Pflicht

Schulleiter Christoph Koban vom Beruflichen Schulzentrum in Kamenz: „Lockern können wir immer noch."
Schulleiter Christoph Koban vom Beruflichen Schulzentrum in Kamenz: „Lockern können wir immer noch." © Matthias Schumann

Die Situation am Beruflichen Schulzentrum Kamenz (BSZ) ist eine besondere. Erstens gibt es hier mit der Berufsschule für die duale Ausbildung, der Berufsfachschule für Pflegeberufe, der Fachoberschule sowie dem beruflichen Gymnasium vier verschiedene Schularten. Und zweitens gehören zum BSZ Kamenz auch zwei Wohnheime, wie Schulleiter Christoph Koban erklärt. „Mehr als die Hälfte unserer rund 800 Schüler ist volljährig.“ Man behandele sie deshalb auch wie Erwachsene und setze auf ihre Eigenverantwortung. „Alle Schüler werden zum Schulstart aktenkundig über das Hygienekonzept belehrt“, sagt der Schulleiter.

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Zum Beispiel darüber, dass in den Schulhäusern aller BSZ-Standorte das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung Pflicht ist. In den beiden Wohnheimen werde dies nur empfohlen. Laut der entsprechenden Allgemeinverfügung des sächsischen Sozialministeriums, die für das gesamte erste Halbjahr gelten soll, kann jede Schule eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer einführen. Eine generelle  Maskenpflicht gilt allerdings für alle „einrichtungsfremden Personen“ auf einem Schulgelände und in einem Schulgebäude. Dazu gehören „diejenigen, die in einer Einrichtung nicht betreut oder beschult werden oder an einer Einrichtung nicht beschäftigt oder nur vorübergehend tätig sind“.

Was auch für alle Schulen in Sachsen Pflicht ist: Wer eine Schule betritt, egal ob Schüler, Lehrer oder Eltern, muss sich beim Betreten die Hände gründlich waschen oder desinfizieren. „Desinfektionsmittel stehen an allen Eingängen bereit“, sagt Christoph Koban. Zudem sollen sich die Schüler am BSZ zur Begrüßung nicht umarmen. Auch die sonst üblichen Kennenlerntage in der Klassenstufe 11 fallen weg. „Wir werden auch die Zahl unserer eintägigen Schulfahrten reduzieren.

Mehrmals täglich lüften

Der Unterricht geht jetzt erstmal vor“, so der Schulleiter, der die Maßnahmen für richtig hält. „Lockern können wir immer noch und sind jetzt froh und relativ euphorisch, dass wir wieder täglich mit allen Schülern arbeiten können. Und auch sie freuen sich über den regulären Unterricht.“

Dazu gehört laut Allgemeinverfügung auch, dass die Räume täglich mehrmals und gründlich gelüftet sowie Gegenstände und Oberflächen gründlich gereinigt werden. Ob die Schüler ihre Hofpausen draußen verbringen oder nicht, können sie selbst entscheiden. Auf dem Schulhof sollen sie darauf achten, Abstand voneinander zu halten.

Christoph Koban wünscht sich noch, dass alle Schüler die unterschriebene „Versicherung der Kenntnisnahme der Betretungsverbote sowie der Infektionsschutzmaßnahmen“ schon vor dem letztmöglichen Termin am 7. September mitbringen. Wer sie bis dahin nicht abgibt, darf die Schule ab dem 8. September nicht betreten. Mit diesem Formular erklären alle Schüler oder ihre Sorgeberechtigten, dass sie nicht mit SARS-CoV-2 infiziert sind, keine Symptome haben, die auf eine Infektion deuten, innerhalb der vergangenen 14 Tage keinen unmittelbaren Kontakt zu Infizierten hatten, es sei denn im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit im Gesundheitswesen und dass sie sich innerhalb der vergangenen 14 Tage nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben ohne einen negativen Infektionstest nachzuweisen. 

Ein Eingang pro Klassenstufe

Grundschulleiterin Gabriele Willkommen aus Bischofswerda: "Uns liegt es am Herzen, möglichst keine erneute Schulschließung erleben zu müssen.“
Grundschulleiterin Gabriele Willkommen aus Bischofswerda: "Uns liegt es am Herzen, möglichst keine erneute Schulschließung erleben zu müssen.“ © SZ/Uwe Soeder

Damit das Desinfizieren der Hände am Morgen nicht zu lange dauert, nutzt die Grundschule an der Kirchstraße in Bischofswerda alle vier Eingänge, sagt Schulleiterin Gabriele Willkommen. „Für jede Klassenstufe haben wir einen separaten Eingang.“ So können die Schüler aller 14 Klassen zur selben Zeit in die Schule kommen. Auch auf den Toiletten gibt es Desinfektionsmittel und in jedem Klassenzimmer Waschbecken.

„Die Hofpause und das Mittagessen finden allerdings gestaffelt und zu unterschiedlichen Zeiten statt.“ Im Schulhaus gebe es ein Einbahnstraßensystem, das sich bereits im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahrs etabliert habe, erklärt die Schulleiterin. „Dadurch können wir die Abstände einhalten und es gibt weniger Berührungspunkte.“

Unterricht in allen Fächern

Anders als vor den Sommerferien werden neben Mathe, Deutsch und Sachkunde auch wieder alle anderen Fächer unterrichtet: Musik, Kunst, Werken und Sport. Für die zweiten Klassen findet der Schwimmunterricht wieder statt. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen im Schulhaus ist nicht vorgeschrieben, sagt Gabriele Willkommen. „Wenn aber Kinder das Bedürfnis haben, außerhalb der Klassenzimmer eine Maske tragen zu wollen, können sie das natürlich tun.“ Die Erfahrung aus dem vergangenen Halbjahr habe gezeigt, dass vor allem manche Viertklässler davon Gebrauch machen würden.

Die Schulleiterin und ihre Kollegen stehen hinter den Maßnahmen. „Es ist keine unnötige Belastung. Wir sind glücklich und froh, mit allen Schülern und allen Fächern starten zu können. Uns liegt es am Herzen, möglichst keine erneute Schulschließung erleben zu müssen.“ Die Eltern seien über die Homepage der Schule über die wichtigsten Regelungen informiert, dass in den ersten 14 Tagen bis auf Sport nur Unterricht beim jeweiligen Klassenlehrer stattfindet oder die „Versicherung der Kenntnisnahme der Betretungsverbote sowie der Infektionsschutzmaßnahmen“ bis zum 7. September abzugeben ist.

Schüler mit eigenem Besteck

Karsten Vogt, Schulleiter des Melanchthon-Gymnasiums Bautzen: "Wenn die Infektionszahlen im Landkreis gegen null gehen, kann man eventuell auf Masken verzichten“
Karsten Vogt, Schulleiter des Melanchthon-Gymnasiums Bautzen: "Wenn die Infektionszahlen im Landkreis gegen null gehen, kann man eventuell auf Masken verzichten“ © SZ/Uwe Soeder

Wie für alle Schulen bildet die aktuelle Allgemeinverfügung auch am Philipp-Melanchthon-Gymnasium Bautzen (PMG) die Grundlage des Hygienekonzepts, erklärt Schulleiter Karsten Vogt. Wer die Schule betritt, muss sich also die Hände waschen oder desinfizieren. Mit dem Schulstart am Montag kehrt das PMG zu normalen Klassengrößen und dem Unterricht mit allen Schülern zurück. "Wir freuen uns darüber, dass wir so starten können. Der Gruppenunterricht im vergangenen Halbjahr war synthetisch und die Schüler haben uns mitgeteilt, das ihre Motivation dadurch teilweise gesunken war", sagt Karsten Vogt.

Ein paar Einschränkungen wird es aber weiterhin geben. So besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den beiden Schulgebäuden, da die Mindestabstände aufgrund der Bauweise nicht einzuhalten sind. Die Schüler müssen fürs Mittagessen ihr eigenes Besteck mitbringen, so der Schulleiter. "Wer in die Auslagen greift, berührt ja doch mal mehr Besteck, als er entnimmt. Das wollen wir vermeiden."

Schüler werden belehrt

Er habe die Eltern darum gebeten, die „Versicherung der Kenntnisnahme der Betretungsverbote sowie der Infektionsschutzmaßnahmen“ nach Möglichkeit schon am ersten Schultag unterschrieben mitzugeben und nicht bis zum 7. September zu warten. Dabei gehe es Karsten Vogt vor allem um mögliche Reiserückkehrer aus Risikogebieten. „Es gibt keine Verpflichtung, das vor dem 8. September zu tun, aber wir haben um Verständnis gebeten.“ Schließlich hätten am PMG täglich rund 700 Personen miteinander zu tun.

Alle Schüler werden über den Ernst der Lage „vernünftig und sachlich belehrt“, sagt der Schulleiter, etwa auch darüber, dass sie selbst entscheiden können, ob sie die großen Pausen auf dem Schulhof verbringen möchten oder nicht. Am 22. September findet die nächste Dienstberatung am PMG statt. „Dann werden wir entscheiden, ob die Masken weiter notwendig sind. Wenn die Infektionszahlen im Landkreis gegen null gehen, kann man eventuell auf sie verzichten“, so Karsten Vogt.

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