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So geht es dem kleinen Leipziger Elefanten

Die ersten drei Tage haben das Jungtier und seine Mutter prima überstanden. Doch die Erinnerungen an den toten Minifanten sind noch frisch.

Der am 11. Januar geborene Elefantenbulle steht vor seiner Mutter Rani im Elefantenhaus im Zoo Leipzig.
Der am 11. Januar geborene Elefantenbulle steht vor seiner Mutter Rani im Elefantenhaus im Zoo Leipzig. © Foto: Jan Woitas/dpa

Von Sven Heitkamp

Leipzigs neuer Elefantenjunge fühlt sich offensichtlich pudelwohl. Nachdem er eine ganze Weile bei seiner Mutter getrunken hat, lässt sich der 140 Kilo schwere Mini-Bulle einfach in den gelben Sand des Elefantenhauses plumpsen und pennt sofort ein. 

Mindestens 30 bis 40 Minuten seien dieser Tage normal bei ihm, erzählt Zoo-Kurator Gerd Nötzold. Dass der Knabe erst drei Tage alt ist und trotzdem schon von einem Pulk Fotografen und Kameraleute umringt wird, stört das Jungtier herzlich wenig.

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Die ersten Tage haben seine zehnjährige Elefantenmutter Rani und ihr am Samstagfrüh gegen 1 Uhr geborenes Jungtier nun gut gemeistert, erzählt Nötzold. Mit Unterstützung der ruhigen 36-jährigen „Ele-Tante“ Don Chung gewöhne sich die Mutterkuh an ihre neue Rolle. Die ältere Elefantenkuh übernehme immer mal wieder die Betreuung des Jungtieres, so dass Rani auch Entspannungsphasen habe. „Die Drei sind wie Pech und Schwefel“, sagt Nötzold. 

Zwischen seiner Mutter Rani (r) und seiner Tante Don Chung ist der kleine gut aufgehoben. Nun kümmern sich beide um den Nachwuchs.
Zwischen seiner Mutter Rani (r) und seiner Tante Don Chung ist der kleine gut aufgehoben. Nun kümmern sich beide um den Nachwuchs. © Jan Woitas/dpa

Auch Zootierarzt Andreas Bernhard zeigt sich zufrieden mit dem Babyfanten, der sehr aktiv sei, den beiden Elefantenkühen folge und seine Umgebung immer mehr erkunde. „Die Großen erlauben ihm zunehmend mehr Ruhephasen und er sieht körperlich gut aus“, sagt Bernhard. „Wichtig ist, dass die Versorgung mit Muttermilch kontinuierlich klappt und es keine Schwierigkeiten gibt.“

Selbstverständlich ist das nicht. Der Leipziger Zoo hatte Ende September den nur rund acht Monate alten Minifanten Bên Lòng verloren. Seine Mutter hatte ihn nicht angenommen. Die Pfleger hatten daraufhin versucht, ihn mit der Flasche mit eigens kreierter Muttermilch aufzuziehen. Auch damals hatten Don Chung und Muttertier Rani ihren Teil zur Erziehung des Jungtieres beigetragen. „Wir profitieren jetzt enorm davon, dass die beiden Elefantenkühe bei der Betreuung von Ben Long so viel gelernt haben“, sagt Nötzold. „Allerdings ist es noch viel zu früh, um Entwarnung zu geben.“ Es gelte weiterhin, die Daumen zu drücken.

Nach mehreren Rückschlägen in der Elefantenzucht hatte Mutter Rani den 140 Kilogramm schweren Bullen nach einer Tragzeit von 638 Tagen zur Welt gebracht. 
Nach mehreren Rückschlägen in der Elefantenzucht hatte Mutter Rani den 140 Kilogramm schweren Bullen nach einer Tragzeit von 638 Tagen zur Welt gebracht.  © Jan Woitas/dpa

Die entscheidenden Meilensteine bei der Stabilisierung und Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung im Tierreich seien drei Tage, drei Wochen und drei Monate. Die ersten drei Tage haben Rani und der noch namenlose Junge gut überstanden. Das Kalb war nach 643 Tagen Schwangerschaft in einer raschen Geburt auf die Welt gekommen – nach rund einer Dreiviertelstunde war er ausgetrieben. Die Zahl der Tage kann der Zoo genau zählen, da er den Zyklus der Elefantenkühe mit wöchentlichen Urinproben überwacht.

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Zurzeit sind der Minifant, seine Mutter und seine Tante durch einen Zaun vom Rest der Herde getrennt, sie sollen aber zunehmend Kontakt bekommen. Das Elefantenhaus werden nun auch wieder für die Besucher täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, um zu gewohnten Routinen und Abläufen zurückzukehren, die den Elefanten Sicherheit geben. Allerdings könne es vorübergehend noch vorkommen, dass das Haus aus tierärztlichen Gründen wieder geschlossen wird.

Der kleine Bulle macht nach Angaben des Leipziger Zoos einen gesunden Eindruck. 
Der kleine Bulle macht nach Angaben des Leipziger Zoos einen gesunden Eindruck.  © Zoo Leipzig/dpa

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