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Bischofswerda

So geht es mit dem Schiebocker Kino weiter

Für die Dachsanierung gibt es nach dem Willen einiger Stadträte kein Geld. Doch die Eigentümer geben nicht auf.

Der Verein KulturOrt möchte das ehemalige Kino mit seinem Saal zu einer neuen Kulturstätte entwickeln.
Der Verein KulturOrt möchte das ehemalige Kino mit seinem Saal zu einer neuen Kulturstätte entwickeln. © Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. Die gute Nachricht zuerst: Fasching wird gefeiert, und zwar im ehemaligen Kino an der Karl-Liebknecht-Straße. „Wir freuen uns, dass der BKC in Bischofswerda den Karneval feiern kann und der Verein bei der weiteren technischen Reparatur innerhalb des Gebäudes eigene Ressourcen einsetzt. Anfragen weiterer Vereine liegen bereits vor, und wir werden versuchen, dafür die entsprechenden Genehmigungen beizubringen, um das kulturelle Leben in Schiebock attraktiver zu gestalten“, teilte der Verein KulturOrt am Freitag auf SZ-Anfrage mit. Der Verein ist seit dem Jahr 2018 Eigentümer der ehemaligen Volkslichtspiele, und er plant langfristig. Der Verein werde „alles in seinen Möglichkeiten stehende tun, um das Gebäude für die nachfolgenden Generationen zu erhalten“, heißt es. „Wir werden mit den betreffenden Ämtern im Gespräch bleiben, wie eine Bespielung des König-Albert-Saals im aktuellen Zustand möglich ist.“

KulturOrt ist entschlossen, das im Jahr 2012 geschlossene Kino zu retten und das Gebäude als ein neues Kulturzentrum in Bischofswerda zu etablieren. Auch, nachdem sein Antrag auf Förderung der dringend notwendigen Dachsanierung in dieser Woche im Stadtrat nicht die erforderliche Mehrheit fand. Es gab neun Ja- und neun Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen. Rund 146.400 Euro wurden so verschenkt. „Wir gehen davon aus, dass die Abstimmung im Stadtrat den Willen der Bürger widerspiegelt. Im Augenblick bedeutet das, dass ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude dem Verfall freigegeben wird. Es muss sich nun in den nächsten Jahren zeigen, ob der Ansatz des KulturOrt, das Haus neu zu beleben, die entsprechende Resonanz in der Bürgerschaft findet“, erklärt der Verein weiter. Das Votum der Stadträte habe man zur Kenntnis genommen. Der Verein betont, er werde mit dem Stadtrat im Gespräch bleiben, „um die Mehrwerte des König-Albert-Saales als kulturellen Anlaufpunkt für die Stadtgesellschaft noch klarer in den Fokus zu stellen“.

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In Kleinarbeit Schäden beseitigen

Hinsichtlich der Schäden am Dach sei es „Fünf nach Zwölf“, erklärt der Verein. Mit Unterstützung der Max Aicher Bischofswerda GmbH und des Dachdeckerbetriebes von Wolfgang Schnur konnte das Dach dort, wo es möglich war, erst mal notdürftig abgedichtet werden, um weitere Schäden am Gebäude zu minimieren. Das gesamte Dach zu sichern, ist aufgrund der maroden Bausubstanz nicht möglich. Nach dem Stadtratsbeschluss von dieser Woche plant der Verein nun, auch in den nächsten Jahren die größten Schäden in Kleinarbeit einzudämmen. „Hätten wir nicht 2018 die Entscheidung zur Sicherung des Gebäudes getroffen, würde der Verfall kurzfristig massive Auswirkungen zeigen.“ Beim Verein KulturOrt baut man auf die eigenen Netzwerke, etwa bei Partnern aus der Städtebauförderung und des Denkmalschutzes, um das Gebäude erhalten zu können. Doch auch Bürger können helfen, indem sie Veranstaltungen im ehemaligen Kino besuchen oder mit eigenen Veranstaltungen ein Zeichen für dessen Erhalt setzen.

In den sozialen Medien wurde die Entscheidung des Stadtrates in dieser Woche heftig diskutiert. Grundtenor: Stadträte, die mit Nein stimmten, hätten eine gewaltige Chance für Bischofswerda verspielt, teilweise auch aus persönlichen Befindlichkeiten heraus. Auch dass auf Antrag eines Stadtrates geheim abgestimmt wurde, trifft auf Facebook auf Unverständnis.

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