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So geht es mit den maroden Häusern weiter

Im Juni wurden die Stadtvillen in der Dresdner Neustadt symbolisch besetzt. Doch was hat der Eigentümer mit den Gebäuden vor? 

Über die leer stehende Gebäude an der Königsbrücker Straße wird diskutiert. Unbekannte besetzten kürzlich eine der Stadtvillen, auch politisch ist das Thema präsent. Doch was plant der Besitzer?
Über die leer stehende Gebäude an der Königsbrücker Straße wird diskutiert. Unbekannte besetzten kürzlich eine der Stadtvillen, auch politisch ist das Thema präsent. Doch was plant der Besitzer? © Christian Juppe

Sie prägen seit Jahren das Neustädter Stadtbild: Entlang der Königsbrücker Straße stehen mehrere Stadtvillen leer. Die Häuser mit den Hausnummern 12, 14 und 16 sind kürzlich in den Fokus der öffentlichen Debatte gerückt: Zum Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt wurden in einem der Gebäude Transparente aus den Fenstern gehängt, später prangte ein Plakat mit dem Slogan „Unsere Träume brauchen Räume“ auch in der Katharinenstraße an der Fassade eines leer stehenden Hauses. Was all diese Gebäude eint: Sie gehören der Unternehmensgruppe Argenta mit Sitz in München.

Die Gruppe Unbekannter, die die Häuser zum Schein besetzt hatte, erklärte, Leerstand wie dieser müsse angesichts der angespannten Wohnsituation wieder bewohnbar gemacht werden. In ganz Dresden stehen laut Stadt rund 19. 350 Wohnungen leer. Es handelt sich dabei um den Bruttoleerstand, der sich aus der Zahl der Wohnungen insgesamt und der bewohnten Haushalte ergibt. Zieht man von dieser Summe jene Wohnungen ab, die ruinös sind, gerade saniert werden oder wegen Umzüglern zeitweise leer stehen, bleiben rund 6.750 Wohnungen, die tatsächlich dauerhaft leer stehen. Im Vergleich zum Jahr 2017 hat sich dieser Wert nicht grundlegend verändert.

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Leerstandshäuser wie jene der Argenta Gruppe haben nicht nur vermeintliche Hausbesetzer auf den Plan gerufen. Auch Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi hat bereits in einem Antrag seiner Fraktion gefordert, dass eine Wohnbebauung im Gebiet geprüft wird. Auf dem Gelände ist die Dental-Kosmetik angesiedelt. Wie Argenta erklärt, habe man die Gebäude im Jahr 1992 von den Erben des Firmengründers erworben. Auf dem Gelände betreibt die Dental-Kosmetik als Nachfolgerin des ehemaligen VEB Elbe Chemie bis heute die Produktion und den Vertrieb von Zahnpasta und Mundwasser.

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In der Nacht zum Samstag haben mehrere Menschen ein leer stehendes Haus gekapert. Sie haben eine Botschaft.

„Die Häuser an der Königsbrücker Straße sind stark sanierungsbedürftig und in diesem Zustand nicht bewohnbar“, teilt das Unternehmen mit. „Der anschließende unbebaute Teil des Areals wird für den Lastwagenverkehr benötigt, der mit der Produktion und dem Vertrieb der Produkte notwendigerweise verbunden ist.“ Dieser Lärm durch den Lieferverkehr beeinträchtige die Häuser an der Königsbrücker Straße. Entwicklungsabsichten gebe es nicht: „Es gibt keine konkreten Pläne, das Unternehmen zu verlagern“, um den Weg für eine Wohnnutzung frei zu machen. Zur Katharinenstraße gibt das Unternehmen keine weiteren Details bekannt.

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