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So geht Unterricht heute

Interaktive Tafeln verbessern die Lehr- und Lernbedingungen an der Oberschule. Deswegen sollen sie bald alle Klassen nutzen können.

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Von Marcus Herrmann

Viel schneller gehe jetzt alles. Und man könnte problemlos zwischen normalem Unterricht und Inhalten im Internet hin- und herspringen, sagt der Sechstklässler Justin Henniger mit leuchtenden Augen. Er ist von den neuen interaktiven Tafeln, von denen es an der Waldheimer Oberschule inzwischen zwölf Stück gibt, begeistert. „Außerdem spart es Kreide. Und wir können zu vielen Themen Videos einspielen, die uns das Verständnis erleichtern“, so der Schüler.

Die Tafeln könnten fast in allen Fächern benutzt werden. Sie lassen sich über ein zugehöriges Notebook von den Lehrern bedienen und funktionieren wie ein Berührungsbildschirm, mit dessen Hilfe in Echtzeit die Texte oder Bilder vom Computer auf die Tafel projiziert werden. „Nur in Kunst oder etwa Musik brauchen wir sie eigentlich nicht“, sagt Patrick Wrona, der ebenfalls die sechste Klasse an der Oberschule besucht. Trotzdem möchte Schulleiter Jürgen Köber so schnell wie möglich alle seine Klassen mit den Tafeln und Notebooks ausgestattet wissen. „Wir sind erst einmal dankbar, dass wir mit den vorhandenen Tafeln viele Unterrichtsstunden hochmodern durchführen können. Davon träumen einige Schulen noch“, sagt er.

Nichtsdestotrotz sollen nach den bereits mit neuer Technik versehenen Fachkabinetten, Medienräumen, dem Infokabinett und den Klassenzimmern der fünften und sechsten Klassen, in den nächsten Jahren zunächst die fünften und achten Klassen und irgendwann alle mit den Tafeln arbeiten können.

„Das ist wichtig, weil multimedialer Unterricht in Zukunft immer bedeutender werden wird. Und natürlich ist es besser, wenn wirklich alle Lehrer an den neuen Geräten geschult werden und nicht ein Teil schon mit den Tafeln arbeitet und ein anderer noch gar keine Erfahrungen hat“, erklärt Köber. Er erwartet von seinen Kollegen, sich mit den neuen Möglichkeiten vertraut zu machen. „Die innovative Methode mit den Tafeln braucht schon Einarbeitungszeit. Die Lehrer müssen mit den Notebooks umgehen können und sollten sich auch im Internet zurechtfinden“, sagt Jürgen Köber. Alle, die sich einmal eingearbeitet hätten, seien von den Möglichkeiten aber restlos begeistert.

Speziell in den naturwissenschaftlichen Fächern sei der Einsatz der Tafeln unersetzlich. Eine davon kostet 4 000 Euro. Man wolle in den nächsten Jahren noch mindestens zehn neue Tafeln dazu bekommen, um den Unterricht vollumfänglich zu modernisieren. „Das wären dann noch einmal 40 000 Euro. Bis zuletzt wurde die Anschaffung zu 40 Prozent vom Freistaat gefördert. Diese Förderperiode ist aber vorerst ausgelaufen“, erklärt Köber. Allerdings sei er zuversichtlich, dass die Stadt die Oberschule wie bisher so gut wie möglich unterstützt. „Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit, was die Ausstattung der Schule betrifft. Von daher bin ich guten Mutes, dass wir nach und nach weitere Tafeln erhalten“, sagt der Schulleiter. Für ihn sei es aber weiterhin wichtig, nur solche interaktiven Tafeln zu bestellen, deren Seitenflügel nach wie vor manuell mit Kreide beschrieben werden können. „Im Unterricht ist es nötig, dass auch mal etwas per Hand durch den Lehrer aufgeschrieben wird. Außerdem kommt es auch vor, dass Lampen, die Tonanlage oder andere Technik streiken“, so Köber. Darum wäre es fahrlässig, in diesem Fall nicht reagieren zu können.