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Niesky

Orthopädie nimmt wieder Patienten auf

Das Rothenburger Krankenhaus geht langsam den Weg Richtung Normalbetrieb. Doch dabei gibt es viele Unsicherheiten.

Seit Montag werden im Rothenburger Martin-Ulbrich-Haus wieder Patienten mit orthopädischen Krankheiten stationär aufgenommen.
Seit Montag werden im Rothenburger Martin-Ulbrich-Haus wieder Patienten mit orthopädischen Krankheiten stationär aufgenommen. © André Schulze

Das Orthopädische Zentrum Martin-Ulbrich-Haus (MUH) war zuletzt verstärkt in die Schlagzeilen geraten. Aber nicht wegen seiner Leistungen in punkto neuer Hüft- oder Kniegelenke, sondern wegen der großen Hilfsbereitschaft, die das Krankenhaus an den Tag legte. Nun sollen allmählich aber wieder medizinische Behandlungserfolge an erster Stelle stehen.

Eine zweistellige Zahl von Pflegekräften in dem vom Corona-Virus heimgesuchten Altenpflegeheim in Niesky, weitere Kollegen im St. Carolus Krankenhaus Görlitz und dem Rothenburger Martinshof. Im MUH war es ruhig geworden in den vergangenen Wochen. Zwei Stationen mit insgesamt 60 Betten wurden freigehalten für die Aufnahme von Corona-Patienten. Nur in der dritten Station fanden nicht aufschiebbare Operationen statt, sogenannte Not-OPs. Nicht in Mengen. "Aber ein paar waren es schon", sagt Verwaltungsleiterin Cornelia Seibt, ohne Zahlen zu nennen.

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Konkrete Aussagen der Regierung fehlen noch

Seit Montag wird die neue Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen und damit die Lockerung der Vorhalte-Praxis in den Krankenhäusern umgesetzt. Was einhergeht mit viel Unsicherheit. Denn die Zeilen der Regierung enthalten mehr Allgemeinplätze als konkrete Aussagen.

"Genaueres wissen wir auch nicht, obwohl wir es vor Ort umsetzen müssen", kritisiert die Verwaltungschefin und fordert unter anderem genaue Auflagen, wie viele Betten für Corona-Patienten weiter freizuhalten sind. "Seit 16. März ist der Betrieb in unserer Klinik stark eingeschränkt. Es wäre gut zu erfahren, wie wir allmählich  wieder hochfahren können."

Fälle werden nach Dringlichkeit behandelt

Weil man dies in der Rothenburger Klinik momentan nur in Ansätzen weiß, werden weiterhin 21 Betten als Corona-Kapazität "nach oben" gemeldet, wie die Verwaltungsleiterin erklärt. In zwei Stationen hangelt man sich hin Richtung Normalbetrieb - wobei der noch längst nicht zu erwarten ist. "Einweisungen von Patienten in unser Haus liegen ja vor. Die Fälle werden jetzt nach Dringlichkeit abgearbeitet", sagt Cornelia Seibt. Erste Operationen habe es am Montag schon gegeben.

Noch lange Durststrecke bis zum Normalbetrieb

Im Moment würden die Zimmer ausschließlich einzeln zugewiesen. Wann wieder Mehrfachbelegungen möglich seien, wisse man aktuell noch nicht. "Alle stationär aufzunehmenden Patienten werden bei ihrer Ankunft auf das Corona-Virus getestet", erklärt die Verwaltungsleiterin weiter.

Wer eine Prothese eingesetzt bekommen habe und zehn Tage in der Klinik betreut worden sei,  könne dann drei Wochen die angeschlossene Reha nutzen. "Ehe das wieder richtig läuft, werden wir als Gesamtunternehmen noch eine lange Durststrecke überwinden müssen." Zumal es über die Öffnung der Tagespflege noch immer keine Aussagen von der Regierung gebe.

Rettunsschirm reicht für Krankenhäuser nicht

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Über die Höhe der durch den Aufnahmestopp der vergangenen Wochen bedingten Verluste will Cornelia Seibt noch keine endgültigen Angaben machen. Soviel steht für sie und das Rothenburger Orthopädiezentrum allerdings fest: "Der Rettungsschirm für Krankenhäuser ist nicht auskömmlich, für Reha-Kliniken noch viel weniger."

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