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An der alten Brauerei wird es grün

Bäume, Wildblumen, Treffpunkt, Spielplatz und Parkflächen: Bis Jahresende läuft die Umgestaltung.

Auf dem Gelände der früheren Bergbrauerei ist nach dem Abriss eine große Freifläche entstanden. Sie soll nun bis Jahresende zu einem attraktiven Lebensraum für die Zschieschener und deren Gäste umgestaltet werden.
Auf dem Gelände der früheren Bergbrauerei ist nach dem Abriss eine große Freifläche entstanden. Sie soll nun bis Jahresende zu einem attraktiven Lebensraum für die Zschieschener und deren Gäste umgestaltet werden. © Kristin Richter

Großenhain. Der Abbruch der alten Bergbrauerei im Großenhainer Ortsteil Zschieschen hat insgesamt 745.000 Euro gekostet. Das ist zwar etwas mehr als ursprünglich vorgesehen. Doch nicht vorhersehbare "Funde" an Altlasten dürften den Aufwand durchaus rechtfertigen, zumal die Planungssumme einen entsprechenden Puffer beinhaltete.

Im Stadtrat wurde jetzt über die Zukunft des rund 6.000 Quadratmeter großen Areals entschieden. Schon länger war klar, dass an dieser Stelle vor allem viel Grün wachsen soll. Aus drei verschiedenen konzeptionellen Ansätzen eines Krögiser Landschaftsarchitekturbüros hat sich nun eins durchgesetzt, das die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern nahe des Bahndamms, eine Wiesenansaat im mittleren Teil sowie einen Treffpunkt für Anwohner inklusive kleinem Spielplatz vorsieht. Zusätzlich sollen an der Straße einige zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. 

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Ziel der Stadt: die Fläche als attraktiven, vielfältigen Lebensraum für die Zschieschener Bürger und die heimische Flora und Fauna zu nutzen. Das allerdings vorerst nur für die nächsten zehn Jahre. Solange darf die Fläche von der Stadt aufgrund einer Zweckbindungsfrist gezahlter Fördermittel nicht anderweitig vermarktet werden. Denn in die Umgestaltung fließen rund 117.000 Euro, die innerhalb der zuwendungsfähigen Kosten abgerechnet werden können.

"Für Zschieschen geht eine wechselvolle Geschichte zu Ende", sagt Stadtrat Harald Kühne (Die Linke), gleichzeitig Fast-Nachbar des Areals. Mit dem Abriss und der  Neugestaltung werde sich die Lebensqualität der Zschieschener verbessern, hofft er. Tatsächlich sind in die Pläne auch einige Ideen und Anregungen der Anwohner eingegangen. Sie hatten sich unter anderem gewünscht, am künftigen Treffpunkt auch an die Historie zu erinnern. Mittels zweier Info-Stelen - eine davon zur Wildblumenwiese  - soll dem entsprochen werden. Ebenfalls einbezogen sind Vorstellungen zu den Spielelementen: Kletterturm, Schaukel, Rutsche und Federwippe sowie eine zusätzliche Sitzbank bereichern den Platz.

Der Abriss, überwiegend im Jahr 2019, brachte manche "Überraschung" mit sich und wurde daher auch etwas teurer als ursprünglich angedacht.
Der Abriss, überwiegend im Jahr 2019, brachte manche "Überraschung" mit sich und wurde daher auch etwas teurer als ursprünglich angedacht. © Anne Hübschmann

Für das Projekt gibt es im Stadtrat eine breite Zustimmung. Mario Gieb (Gemeinsam für Großenhain) hofft auf Parallelen zur Zschillewiese (ehemalige Schuhfabrik), die sich als Wildblumenanlage zu einem "Kleinod im Sinne der Natur" entwickelt habe. Gieb nutzte die Gelegenheit, dem städtischen Bauhof auch mal öffentlich dafür zu danken, dass diese und andere Anlagen ständig zuverlässig von Müll und Unrat befreit werden. Falk Terrey (SPD) regte an, dass sich die Stadt zum Brauereigelände als Parkanlage bekennen möge - auch über die zehn Jahre Fördermittelbindung hinaus. Und Michael Preibisch (CDU) fragte nach, inwiefern eventuell auch ein direkter Zugang vom Spielplatz zum benachbarten "Bergkeller" in Erwägung gezogen wurde. "Die Pläne sind mit dem Betreiber abgestimmt", so Bürgermeister Tilo Hönicke. Immerhin würde dies bedeuten, dass Erholungswillige auf dem Weg zum Brauerei-Grün dann übers Bergkeller-Grundstück laufen müssten.

Schon Ende des Jahres sollen die angekündigten Gestaltungsmodule fertig sein. Im Frühjahr 2021 also könnte es dort, wo früher Bier und Brause hergestellt wurden, viel Grün und einen wirklich attraktiven Lebensraum geben.

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