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So hat der Landkreis Bautzen gewählt

Die AfD gewinnt bei der Landtagswahl drei der fünf Direktmandate. In einem symbolträchtigen Duell unterliegt die Partei jedoch.

Erleichterung bei der CDU: Marko Schiemann kann seinen Bautzener Wahlkreis knapp verteidigen.
Erleichterung bei der CDU: Marko Schiemann kann seinen Bautzener Wahlkreis knapp verteidigen. © Steffen Unger

Bautzen. Sieg und Niederlage liegen in der Oberlausitz ganz knapp beieinander. Zwar kann die CDU im Wahlkreis 56 (Bautzen) das Direktmandat verteidigen. Der Christdemokrat Marko Schiemann setzt sich sogar gegen den AfD-Chef Jörg Urban durch. Doch stärkste Kraft wird in vielen Städten und Gemeinden die AfD. Die Rechtspopulisten konnten in der Region ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppeln.

AfD wird vielerorts stärkste Kraft

Die Oberlausitz bleibt eine Hochburg der AfD. Das zeigen die Ergebnisse der Landtagswahl. Die Partei kann gleich drei Direktmandate im Landkreis Bautzen gewinnen. Timo Schreyer setzte sich im Radeberger Wahlkreis durch, Doreen Schwietzer in der Region um Hoyerswerda und Frank Peschel im Oberland. Und auch bei den Zweitstimmen legte die AfD kräftig zu. In drei von fünf Wahlkreisen im Landkreis Bautzen wurden die Rechtspopulisten stärkste Kraft. Im Vergleich zu 2014 konnten sie vielerorts ihr Wahlergebnis mehr als verdoppeln. In Bautzen kamen sie zum Beispiel damals auf gerade einmal 14,8 Prozent der Wählerstimmen. Jetzt sind es 36,4 Prozent.

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CDU: büßt deutlich Stimmen ein

Zumindest einer konnte sich Sonntagabend freuen. CDU-Kandidat Marko Schiemann gelang es, seinen Wahlkreis (Bautzen) knapp zu verteidigen. Schiemann kam auf 38 Prozent der Stimmen, AfD-Landeschef Jörg Urban dagegen nur auf 36,4. Auch Aloysius Mikwauschk (Kamenz) bekam in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen. Dieser Erfolg kann jedoch nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die CDU in der Region Bautzen-Bischofswerda eine historische Niederlage einfahren musste. Gingen die Christdemokraten stets als eindeutige Sieger bei einer Landtagswahl hervor, müssen sie sich jetzt in drei von fünf Wahlkreisen in der Oberlausitz mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Und noch zwei weitere Niederlagen muss die Partei verkraften. Landtagsabgeordnete Patricia Wissel (Bischofswerda und Oberland) verlor ihren Wahlkreis knapp an den AfD-Kandidaten. Frank Hirche (Hoyerswerda) konnte sein Direktmandat ebenfalls nicht verteidigen.

Linke stürzt flächendeckend ab

Die Zeiten, in denen die Linke in der Oberlausitz noch Werte von 20 Prozent und mehr erreichte, sind lange vorbei. Schon 2014 büßte die Partei in der Oberlausitz viele Stimmen ein. Nur noch auf 14 bis 16 Prozent kam die Partei damals. Doch nun dürfte die Enttäuschung noch viel größer sein. In Bautzen, Bischofswerda und dem Oberland bleibt die Linke unter zehn Prozent. Außerdem muss die Partei noch einen weiteren Verlust hinnehmen. Heiko Kosel, der aktuell Mitglied im Landtag ist, wird künftig nicht mehr im Parlament vertreten sein. Das Direktmandat konnte er nicht gewinnen und auch über die Landesliste schafft er es nicht.

SPD halbiert ihr Ergebnis von 2014

Die SPD muss auch in der Oberlausitz deutlich Federn lassen. In den meisten Städten und Gemeinden rund um Bautzen kommen die Sozialdemokraten nur noch knapp über fünf Prozent. Damit halbiert die SPD ihr Wahlergebnis von 2014. Damals konnten die Sozialdemokraten immerhin leicht von den Verlusten von CDU und Linken profitieren. Das ist ihnen diesmal nicht gelungen.

Grüne unter fünf Prozent

Dass sich Robert Habeck zweimal kurz hintereinander in Bautzen blicken ließ, brachte den Grünen wenig. Von einem zweistelligen Ergebnis sind sie im Kreis Bautzen weit entfernt. Zwar konnte die Ökopartei im Vergleich zu 2014 an Stimmen gewinnen – vor allem in der Stadt Bautzen legten die Grünen zu. In vielen Gemeinden und Städten der Region kommt die Partei aber nicht über vier Prozent hinaus.

FDP bleibt weiter schwach

Gemischte Gefühle bei der Oberlausitzer FDP: Die Partei kann zwar einen leichten Anstieg verzeichnen, sie bleibt in Bautzen, Bischofswerda und dem Oberland aber weiterhin schwach.

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